Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Alles oder nichts: Ein Sieg muss her

Will sich der Höchstadter EC die Chance auf den Titel wahren, muss er Waldkraiburger Löwen ein weiteres Mal in die Schranken weisen und Spiel 5 erzwingen.
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Ein steter Unruheherd: Mit Löwen-Kapitän Max Kaltenhauser (links) hatten die Höchstadter um Daniel Tratz auch im dritten Finalspiel ihre liebe Mühe. Foto: Picturedreams
Ein steter Unruheherd: Mit Löwen-Kapitän Max Kaltenhauser (links) hatten die Höchstadter um Daniel Tratz auch im dritten Finalspiel ihre liebe Mühe. Foto: Picturedreams
Der Pokal fährt am Sonntag nach Höchstadt, wo ihn der EHC Waldkraiburg nach einem weiteren Sieg in Empfang nehmen will. Doch die Alligators werden mit allen Mitteln verhindern wollen, dass sich nach Lindau ein weiteres Gästeteam an der Aisch zum Bayerischen Meister krönt. Und der HEC ist unter Zugzwang - in der Finalserie liegt er seit Freitagabend mit 1:2 zurück.


EHC Waldkraiburg - Höchstadter EC 5:3

Die Partie begann furios, mit viel Tempo und auf hohem Niveau. Den besseren Start hatten dabei die Gastgeber: Wagner traf bereits nach 49 Sekunden aus kurzer Distanz zum 1:0, wenig später stocherte Hämmerle einen Abpraller zum 2:0 über die Linie (7.), Zwar gelang Ales Kreuzer nach einem gut getimten Querpass von Patrik Dzemla umgehend der Anschluss, doch erst ein Pfostentreffer der Löwen (9.) war der Weckruf für den HEC.
Der erarbeitete sich nun ein Übergewicht und glich durch Thilo Grau aus, der von Jun mustergültig bedient wurde (14.). In der Folge verflachte die Partie etwas, beide Seiten waren um Stabilität bemüht. Doch kurz vor der Pause gelang Waldkraiburg ein guter Angriff, nach Pass von Kaltenhauser vollendete Marek aus kurzer Distanz zum verdienten 3:2.


Dzemla trifft nur den Pfosten

Nach dem Seitenwechsel setzten die Gäste den ersten Akzent, doch Dzemla traf nur den Pfosten. Danach war der EHC optisch überlegen, scheiterte aber mehrfach am wieder einmal fabelhaften Goalie Philipp Schnierstein. In der 33. Minute waren dann mal wieder die Alligators dran, doch Kreuzers Alleingang wurde nicht belohnt, und im Gegenzug erhöhte Führmann nach feinem Wagner-Pass per Direktabnahme auf 4:2 (33.). Aber erneut fand Höchstadt eine schnelle Antwort. Im Powerplay landete die Scheibe über Jun und Daniel Sikorski bei Kreuzer, der von der blauen Linie abzog und in den Winkel traf (36.). Dabei blieb es, weil Wagner und Andrä es verpassten, den alten Abstand herzustellen.


Risiko wird nicht belohnt

Das Schlussdrittel begann verhalten, Aufregung gab es erst in der 46. Minute, als Schnierstein mit einem Wahnsinns-Reflex einen Alleingang von Hämmerle entschärfte. Weil es in den Folgeminuten hüben wie drüben kein Durchkommen gab und Tomas Urban am Pfosten scheiterte (50.), setzten die Gäste kurz vor Schluss alles auf eine Karte, nahmen den Goalie zu Gunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis (58.). Doch das Risiko wurde nicht belohnt - Wagner traf zur Entscheidung ins leere Tor (60.).


Unschöne Szenen

Während es auf dem Spielfeld sehr fair zuging, zeigten die Waldkraiburger Fans ihr hässliches Gesicht. Nicht nur, dass Tomas Urban mit unsäglichen Schmähgesängen belegt wurde, als er blutend vom Eis fuhr um sich behandeln zu lassen - auch die Szenen, die sich kurz vor Schluss abspielten hinterlassen nur Kopfschütteln: Bei der Auszeit in der 58. Minute, in deren Folge der HEC alles auf eine Karte setzte, wurde die Höchstadter Bank mit Gegenständen - Bierbechern, Papierschnipseln - beworfen und derart wüst beschimpft, "wie man es in der Bayernliga noch nicht gesehen hat", berichtete Alligators-Sprecher Stefan Hobner. Einige Alligators ließen sich davon provozieren, hatten sich aber schnell wieder im Griff. Bezeichnend, dass die Löwen-Anhänger nach der Partie von Ordnern und Polizei aus dem Stadion entfernt wurden, damit sich die Lage wieder beruhigen konnte. Diese Unsportlichkeiten sollten die Höchstadter nicht in Wut, sondern in positive Energie umwandeln und die passende Antwort auf dem Eis liefern - vor einer Kulisse, die eines Endspiels würdig ist. Im eigenen Stadion werden die Aischgründer wohl auf Richard Stütz verzichten müssen, der sich im zweiten Drittel verletzte und nicht mehr aufs Eis zurückkehren konnte.


Die Statistik zum Spiel

EHC Waldkraiburg - Höchstadter EC 5:3 (3:2, 1:1, 1:0)

EHC Waldkraiburg: Tor:
Vetter, Hingel; Verteidigung: A. Kanzelsberger, Paderhuber, F. Kanzelsberger, Schmidt,Rott, Andrä, Richter, Hilpert, Seifert; Angriff: Marek, Kaltenhauser, Hradek, Manger, Wagner, Hipetinger, Hämmerle, Führmann, Trox, Vogl, Hagemeister

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Riebel; Verteidigung: Sikorski/Stütz, Ryzuk/Babinsky, Kaczmarek;
Angriff: Jun/Urban/Kreuzer, Grau/Dzemla/Hiendlmeyer, A.Lenk/Gäbelein/L.Lenk, Tratz, Seelmann

SR: Thomas Buckmann, Klaus Haas, Bojan Stojanovski

Zuschauer: 1825

Tore: 1:0 Wagner (1.), 2:0 Hämmerle (7.), 2:1 Kreuzer (7.), 2:2 Grau (14.), 3:2 Marek (18.), 4:2 Führmann (33.), 4:3 Kreuzer (36.), 5:3 Wagner (60.)

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