Mailach
Bauarbeiten

Sperrung B 470: Kein Durchkommen in Mailach

Schon wieder trifft es die Verkehrsteilnehmer im Aischgrund und schon wieder ist es die B 470: Die Ortsdurchfahrt Mailach ist seit Montag gesperrt.
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Seit Montag ist die Ortsdurchfahrt Mailach gesperrt, weil die B 470 an dieser Stelle saniert wird. Am Samstag, 8. September, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.  Fotos: Franziska Rieger
Seit Montag ist die Ortsdurchfahrt Mailach gesperrt, weil die B 470 an dieser Stelle saniert wird. Am Samstag, 8. September, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Fotos: Franziska Rieger
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Ohne den ganzen Verkehr wirkt die Ortsdurchfahrt von Mailach fast gespenstisch leer, nur die röhrenden und piependen Baustellenfahrzeuge bringen Leben in die Szenerie. Ein großes Gerät hat bereits eine Fahrbahnseite abgefräst.

Wie viele der Anwohner beobachten Irene Raber und Georg Stirnweiß am Montag das Treiben in der Hauptstraße. Weil die Grundstücke der Anwohner nur beschränkt angefahren werden können, teilt das Bauamt über Handzettel mit, wo es wann Behinderungen gibt. Vor dem Grundstück von Raber ist die Deckschicht bereits abgetragen, eine Senke, mindestens 15 Zentimeter tief, macht die Einfahrt zu ihrem Haus unbefahrbar. Eine Rampe soll Abhilfe schaffen.

Obwohl die Ortsdurchfahrt deutlich gesperrt ist, haben sich gleich am ersten Tag schon Autofahrer hindurchgemogelt. Meist seien es Auswärtige gewesen. Bei Stirnweiß und Raber stößt das nur auf Kopfschütteln.

Viele Fahrzeuge pro Tag

Dass es in ihrem Dorf nicht gerade ruhig zugeht, sind die Anwohner längst gewöhnt. Die Baustelle ist da eher das kleinere Übel. "Der Verkehr ist jeden Tag schlimm", sagt Stirnweiß. Lkw, die die Autobahnen der A 3 und A 7 Richtung Bad Windsheim meiden wollen, würden sich tagtäglich durch den Ort schlängeln. Insgesamt sind es mindestens 7000 Fahrzeuge pro Tag, schätzt Stirnweiß. Tatsächlich sind es sogar 8900 Fahrzeuge, davon 700 Schwerlastverkehr, berichtet Karl Betz vom Staatlichen Bauamt Nürnberg.

Die Verkehrsteilnehmer müssen sich nun eine andere Route suchen. Eine Umleitungsstrecke ist ausgeschildert: Der Verkehr wird über Uehlfeld - Dachsbach/Gerhardshofen - Birnbaum - Rezelsdorf - Weisendorf - Oberlindach - Boxbrunn - Großneuses und Höchstadt zurück zur B 470 umgeleitet. Die Umleitung ist nicht gerade die kürzeste Strecke. Fährt man sonst von Höchstadt nach Uehlfeld in zehn Minuten, kann das während der Sperrung mindestens eine halbe Stunde dauern.

"Die Umleitung muss so sein, dass die Straßen den Verkehr aufnehmen können", sagt Betz. Die vielen Fahrzeuge müssen deshalb über "leistungsfähige Straßen" umgeleitet werden, auf dem auch der Schwerlastverkehr fahren kann. Anwohner und Einheimische kennen natürlich andere Schleichwege. "Als Lkw-Fahrer werde ich aber nicht jeden Feldweg nehmen können", sagt Betz.

Weil die B 470 wegen der hohen Verkehrsbelastung stark beschädigt ist, wird die Fahrbahn erneuert. Damit die Straßen möglichst selten wegen einer Sanierung gesperrt werden müssen, sollen sie dem Verkehr möglichst lange standhalten. 25 bis 30 Jahre sollte eine Straße wie in Mailach halten, meint Betz. Für jede Straße gebe es Klassifizierungen, nach welchen Anforderungen sie saniert werden muss. "Die Straße kann natürlich wie eine Autobahn ausgebaut werden, aber dann wäre es unwirtschaftlich", sagt Betz.

Bei Bauarbeiten gelte es deshalb, Aufwand und Ertrag in ein vernünftiges Verhältnis zu bringen, eine Straße nicht wie eine Rennstrecke zu sanieren. In Mailach sei 2008 das letzte Mal die Deckschicht, die obersten vier Zentimeter, erneuert worden.



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