Mohrhof
Fauna

Spektakuläres Naturschauspiel im Mohrhofgebiet

Schwarz- und Weißstörche leben eigentlich in unterschiedlichen Welten. Im Weihergebiet Mohrhof können sie derzeit gemeinsam beobachtet werden.
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Über dem Mohrhofweiher gleiten jede Menge Schwarz- und Weißstörche. Fotos: Heinz Czellnik
Über dem Mohrhofweiher gleiten jede Menge Schwarz- und Weißstörche. Fotos: Heinz Czellnik
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Seit ein paar Tagen fällt im Mohrhofgebiet zwischen Hesselberg und Biengarten eine große Ansammlung von Großvögeln auf: Graureiher fischen neben Silberreihern, Weißstörche fressen gemeinsam mit den seltenen Schwarzstörchen.

Ein Grund für diese ungewöhnliche Ansammlung ist mit Sicherheit die extreme Trockenheit, meint Vogelkenner und Hobby-Fotograf Heinz Czellnik aus Herzogenaurach. "Die gesamte Flur ist bis weit in den Boden hinein so trocken, dass sich diese Vögel, die vom Futterangebot der Feuchtgebiete leben, irgendwo ihre Nahrung holen müssen." Im Weihergebiet ist das noch möglich.

Jungstörche tun sich zusammen

Zum anderen bilden sich dort bereits so genannte Freundschaftsgruppen für den nahenden Vogelzug in den Süden. "Bei den Weißstörchen ist es ja so, dass die Jungvögel alle zwei bis drei Wochen vor den Eltern gen Süden fliegen. Sie tun sich aber unter einander zusammen." Laut Czellnik ist es auch wissenschaftlich erwiesen, dass die Eltern ihrem Nachwuchs irgendwie weitergeben müssen, wie sie sicher im Winterquartier ankommen. "Die kommunizieren das. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass von Menschen aufgezogene Störche oft auf dem Weg ums Leben kommen, weil sie falsche Routen wählen."

Mehr als 30 Schwarzstörche

Die eigentliche Besonderheit an den Vogelschwärmen sind die vielen Schwarzstörche. Mehr als 30 dieser Vögel konnte Czellnik zählen. "Sie machen wahrscheinlich bereits Rast bei uns auf ihrem Zug nach Süden." Schwarzstörche seien eher im Norden und Nordosten heimisch. Anders als Weißstörche, die immer die Nähe zum Menschen suchen, sind die schwarzgefiederten Artgenossen scheu und leben im Wald. "In diesem Ausmaß habe ich bei uns noch keine Schwarzstörche angetroffen. Wenn, dann mal ein, zwei Exemplare", ist der Vogelfreund begeistert. Ebenso ungewöhnlich sei, dass sie sich den Weiher mit all den anderen Vögeln teilen und dort rasten, obwohl das Gebiet offensichtlich "übervölkert" ist. "Sie finden derzeit halt kaum Nahrung wo anders. So kam es wohl zu diesem spektakulären Zusammentreffen."



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