Herzogenaurach
Lesermeinung

Sorgen ums Herz der Stadt

Zum Herzogenauracher Schloss sowie zu einem Bericht dazu im FT und den Diskussionen zum Thema erreichte uns ein Leserbrief: "Der Blick aufs Schloss ist wieder frei" - Ich bin begeistert, wie dieser Ar...
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Zum Herzogenauracher Schloss sowie zu einem Bericht dazu im FT und den Diskussionen zum Thema erreichte uns ein Leserbrief: "Der Blick aufs Schloss ist wieder frei" - Ich bin begeistert, wie dieser Artikel im FT Emotionen und Meinungen freisetzt. Auf der einen Seite ist es richtig, dass bei bestehender Platznot etwas getan werden muss. Auf der anderen Seite kommt immer nur die Aussage, das Rathaus gehört ins Zentrum, da es wie ein Publikumsmagnet wirkt.

Wie schon so oft in verschiedenen Foren geschrieben, ist es unerlässlich, Standesamt, Bürgerbüro und Bücherei zentral anzusiedeln. Ein Tiefbauamt, ein Hauptamt usw. - die braucht kein Mensch in der Innenstadt. Und wie alle großen Unternehmen umrüsten, sollte dies auch Hauptziel bei den Ämtern werden. Online wird die Zukunft sein. Wieso sollen sich dann städtische Fach- oder Hauptabteilungen in der Stadtmitte breitmachen?

Zur Aussage, 200 Verwaltungsmitarbeiter und viele Besucher seien ein großes Potenzial für die Innenstadt: Kann dann auch garantiert werden, dass diese auch wirklich in der Stadt ihre Geschäfte tätigen? Was nicht erwähnt wird: Weit über 1000 Mitarbeiter der Sportartikelfirmen sind von der "Innenstadt" an die Peripherie von Herzogenaurach gezogen. Und ich schätze, die werden nicht in die Innenstadt kommen, um sich ein Brötchen oder dergleichen zu kaufen.

Was unserer Stadt fehlt, ist eine Vielfalt von Läden, Gastronomie, Raum zum Treffen (Park) usw. Für jemanden, der neu nach Herzogenaurach kommt, ist nichts schlimmer als diese herrschende Monotonie. Herzogenaurach kann nicht vom Rathaus in der Stadtmitte belebt werden. Es braucht Synergien, die Amtsgänge (Standesamt etc.) mit anschließender Festlichkeit (Fotoaufnahmen, Hochzeitsmahl etc.) verbindet.

Ich wohne nun seit gut 70 Jahren "am Herzen" dieser Stadt. Wenn ich zurückdenke, muss ich gestehen, es war früher schöner, gemütlicher - eben lebenswert. Es war alles da, was man gebraucht hat. Lebensmittel-Geschäfte, Milch/Käse, Metzgereien, Drogerien, Spielwaren, Kurzwaren usw. Und genau das ist es, was inzwischen in Herzogenaurach fehlt.

Klar, in dieser Zeit der Digitalisierung und der verschärften Vorschriften ist die "gute, alte Zeit" tot - aus und vorbei. Aber wir brauchen auch keine Paläste oder Denkmäler, die in unser Stadtbild so gar nicht passen bzw. es total verändern.

Herzogenaurach ist eine Kleinstadt mit vielen altertümlichen Sehenswürdigkeiten. Und so kennt der Besucher dieses Städtchen.                                    Bert Grumann                                  Herzogenaurach

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