Herzogenaurach
Pflege

So wird in Herzogenaurach das Bankett gemäht

Was aussieht wie ein Requisit aus einem Roboterfilm, ist nur ein überdimensionierter Rasenmäher. Oder im Winter ein Schneepflug. Immer hat er aber Power unter der Haube. Was wir in Herzogenaurach unterwegs mit dem Bankett-Mäher erlebt haben, sehen Sie in einem kleinen Video.
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Wie Krallen ragen die Ausleger aus dem städtischen Fahrzeug. Gras wird gemäht und gleich klein gehäckselt.Fotos: Andreas Brandl
Wie Krallen ragen die Ausleger aus dem städtischen Fahrzeug. Gras wird gemäht und gleich klein gehäckselt.Fotos: Andreas Brandl
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Eine Tortur war für viele Autofahrer, die diese Woche auf der Nordumgehung in Herzogenaurach unterwegs waren, das Mulag-Mähgerät. Es staubt, ist laut und hat einen Ausleger. Von hinten sieht es recht seltsam aus: Oben in der Mitte ist ein großes schwarzes Loch, das an eine Flugzeugturbine erinnert. Außerdem ist das Fahrzeug nur mit drei Kilometern pro Stunde unterwegs. Und der Autofahrer dahinter auch.

Viel schneller kann das Mähgerät nicht fahren, denn sonst würde das Gras nicht mehr ordentlich geschnitten, sondern nur noch plattgedrückt werden. Das Fahrzeug war am Mittwoch auf einem Flurbereinigungsweg im Norden der Stadt zwischen Beutelsdorf und der Nutzungsstraße unterwegs.
Die beiden Fahrer und Gärtnermeister Friedrich Bayer, der die Mäharbeiten in Herzogenaurach koordiniert, erklären den Monstermäher bereitwillig.
Der Unimog ist im Winter als Räum- und Streufahrzeug im Einsatz und hat ordentlich Leistung unter der Haube. Neben dem Fahrantrieb und dem Heckauslegermähgerät treibt der Motor des Unimog auch das Randstreifen-Mähgerät an. Die beiden je 120 Zentimeter breiten Mähköpfe werden von Jürgen Weber und Georg Dürrbeck gesteuert. Die Männer gehören dem sechsköpfigen Team des Baubetriebshofs an, die mit dem Hightech-Mähgerät umgehen können. Sie wissen genau, wie hoch das Gras sein darf und in welchem Gebüsch sich kein dicker Ast befindet, der Schaden an Ausleger oder Mähkopf anrichten kann.

Hammerschlegelmesser

"In den beiden Mähköpfen sind keine normalen Messer wie in einem Rasenmäher zu Hause. In unseren Mähköpfen sind Hammerschlegelmesser. Die halten viel mehr aus", erklärt Bauhofmitarbeiter Jürgen Weber. Die Messer schneiden das Gras nicht nur ab, sondern hacken es auch klein, damit es besser verrottet. Aber ein Straßenrand, wie man ihn kennt, besteht nicht nur aus Wiese und vielleicht einem Graben. In regelmäßigen Abstand stehen Leitpfosten, Schilder oder Bäume. Die erkennt das Randstreifenmähgerät und klappt sich automatisch ein. Und nach dem Hindernis wieder aus.



Etwas schwieriger ist es da schon mit dem Heckausleger. Den dirigiert Georg Dürrbeck vom Beifahrersitz aus. Mit zwei Joysticks steuert er neben Neigung und Reichweite des Auslegers, die bis zu sieben Meter beträgt, auch den Schwenkbereich des Kopfs. So muss der Fahrer Jürgen Weber, der das Frontmähgerät bedient, nicht stehen bleiben, wenn etwas im Weg steht. Bei langsamer Fahrt können die beiden hydraulisch angetriebenen Mähgeräte bis zu zwei Meter hohes Gras schneiden.

Jeden Morgen vor Fahrtantritt müssen die beiden Mähgeräte geschmiert und gewartet werden, je nach Verschmutzungsgrad wird das ganze Gefährt auch gewaschen. Danach geht es aber los, und ein sieben Stunden langer Arbeitstag beginnt.

Zweimal wird gekürzt

Etwa zweimal im Jahr mähen die Männer des Baubetriebshofs die Grünflächen entlang der Straßen sowie Flurbereinigungswege und nicht zuletzt der Rad- und Fußwege in und um Herzogenaurach.

Sie fangen mit den Straßen an, darauf folgen Fuß- und Radwege, dann kommen die befestigten Flurbereinigungswege dran, bevor die geschotterten Flurbereinigungswege den Abschluss bilden.

Beim zweiten Schnitt gegen Ende der Saison wird das schwarze Loch an der Rückseite der Maschine interessant. Mit einem großen Fangwagen, der 20 Kubikmeter aufnimmt, wird der Grasschnitt abgesaugt.

Weiterverwertung durch Bauern

"Das bekommen ein paar Bauern in der Umgebung, die verwerten das weiter", sagt Gärtnermeister Bayer. Nachdem auch der zweite Schnitt gemacht wurde und die Tage wieder kürzer werden, wird das Mähgerät abgebaut und eingewintert.

Für zu Hause?

Die Stadt kann mit ihrem Profigerät aber leider nicht blitzschnell Vorgärten mähen oder Hecken im Garten schneiden. "Wenn die Zufahrt breit genug wäre, würde das schon funktionieren mit dem Rasenmähen. Wir mähen zirka drei bis vier Zentimeter tief, aber das kommt auch immer auf die Bodenbeschaffenheit an", verdeutlicht Weber. Dürrbeck fügt hinzu: "Heckenschneiden haben wir schon einmal probiert. Aber das sieht danach nicht schön aus, da das Mähgerät Hecken nicht sauber abschneidet. Außerdem ist es zu gefährlich."
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