Herzogenaurach
Projekt

So blüht die Gemeinschaft auf : Gartenprojekt HerzoGarten gestartet

Im Herzogenauracher "HerzoGarten" darf nun jeder zum Gärtner werden. Hinter dem Projekt steht ein starker Gedanke.
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Bürgermeister German Hacker und Monika Preinl beim Fachsimpeln mit den Teilnehmern. Fotos: Richard Sänger
Bürgermeister German Hacker und Monika Preinl beim Fachsimpeln mit den Teilnehmern. Fotos: Richard Sänger
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Der "HerzoGarten" - ein Ort der Begegnung für alle, die Freude am gemeinsamen Gärtnern haben - wurde durch Bürgermeister German Hacker und Oliver Kundler sowie der Umweltbeauftragten Monika Preinl offiziell freigegeben.

Mit dem "HerzoGarten" wurde ein öffentlich zugänglicher Gemeinschaftsgartenhinter der Bushaltestelle "An der Schütt" neben dem Hof der Brauerei Heller geschaffen, der allen am gemeinsamen Gärtnern Interessierten offensteht. Im Februar hatten das städtische Planungsamt und die Volkshochschule Herzogenaurach zu einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung eingeladen. Mittlerweile hat sich eine feste Gruppe engagierter Gartenfreunde gebildet, die gemeinschaftlich das Gartengrundstück gestalten und pflegen. Immer mittwochs um 17 Uhr ist offene Gartenstunde, zu der weitere Interessierte herzlich willkommen sind.

Einige Hochbeete und zwei Bauernbeete hat die Gartengruppe bereits angelegt und mit Tomaten, Paprika, Zucchini, Salat, Erdbeeren und einer Vielzahl von Kräutern bepflanzt. Bei der Auftaktveranstaltung konnten bereits die ersten Radieschen geerntet werden. Derzeit werden verschiedenste Pflanzgefäße, einige davon nach dem "Upcycling"-Prinzip, dekorativ gestaltet, und auch der Bau einer Kräuterspirale ist geplant.

Workshop mit Jugendlichen

Ein Hochbeet wurde von Jugendlichen im Rahmen eines Workshops des Jugendhauses rabatz errichtet. Auch einzelne Schulen und Kindergärten unterstützen das Urban-Gardening-Projekt: Schüler der Wilhelm-Pfeffer-Schule bauen ein individuelles Insektenhotel, und eine Gruppe der Kindertagesstätte St. Otto bepflanzte das eigens für "kleine Gärtner" gestaltete Kinderhochbeet.

Inklusion als Schwerpunkt

Als Besonderheit des Herzogenauracher Urban-Gardening-Projektes gilt, dass das Thema Inklusion von Anfang an den Schwerpunkt des Konzeptes bildete, erklärte Monika Preinl. Anna Meißner, Studentin der Geographie/Bildung für nachhaltige Entwicklung, die das Konzept im Rahmen ihrer Masterarbeit erstellt hatte, erklärt: ,,Der ,HerzoGarten' ist ein Ort der Begegnung, an dem sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinschaftlich um die Pflege des Gartengrundstücks kümmern können." Konkret bedeutet das: "Es wurden ein befestigtes Wegenetz sowie ein unterfahrbares Hochbeet für Menschen im Rollstuhl angelegt. Außerdem finden in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe Herzogenaurach regelmäßig Veranstaltungen im HerzoGarten statt."

Die Bewohner des Wohnheimes kümmern sich während der Woche und an heißen Tagen um das Gießen. Bürgermeister Hacker freute sich, dass das Projekt angenommen wird. Eine Teilnehmerin schätzt das gemeinsame "Garteln". Sie freue sich schon immer auf den Mittwoch. Wieso? Sie erklärt: "Die Begegnung mit den Leuten möchte ich nicht mehr missen, und es wird immer viel gelacht."

Begriff Unter Urban-Gardening versteht man die kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen. Dabei gibt es unterschiedliche Konzepte und Bezeichnungen, wie beispielsweise "Gemeinschaftsgarten", "Interkultureller Garten" oder "Essbare Stadt". Im Vordergrund steht dabei nicht die bloße Selbstversorgung, sondern vielmehr der Garten als öffentlich zugänglicher Begegnungsraum, der Menschen die Möglichkeit zum voneinander und miteinander Lernen und zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit Themen wie nachhaltige Ernährung, ökologische Landwirtschaft, Biodiversitätsverlust, Klimaschutz und vieles mehr bieten kann.

Termine Der nächste geführte Rundgang durch den HerzoGarten ist am Montag, 1. Juli 2019, von 18.30 bis 20 Uhr. Anmeldung ist bei der Volkshochschule Herzogenaurach erwünscht. Kontakt für Rückfragen vom Sachgebiet für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz: Monika Preinl, Tel. +49 (0) 9132 / 901-232 oder bei der vhs Herzogenaurach bei Oliver Kundler, Tel. +49 (0) 9132 / 901-323.

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