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Stellenabbau bei Siemens: Hunderte Arbeitsplätze in Nürnberg und Erlangen fallen weg

Bei Siemens sollen in der Energiesparte weltweit rund 2700 Arbeitsplätze gestrichen werden, davon 1400 in Deutschland. Mehr als die Hälfte dieser Stellen fallen in Franken weg, in Nürnberg und in Erlangen.
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Siemens baut Stellen ab. In der Energiesparte sollen insgesamt 2700 Arbeitsplätze wegfallen. Davon sind auch die Siemens-Standorte Nürnberg und Erlangen stark betroffen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Siemens baut Stellen ab. In der Energiesparte sollen insgesamt 2700 Arbeitsplätze wegfallen. Davon sind auch die Siemens-Standorte Nürnberg und Erlangen stark betroffen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Siemens will in seiner kriselnden Energiesparte 2700 Arbeitsplätze streichen, davon 1400 in Deutschland. Die Standorte Erlangen und Berlin seien am stärksten betroffen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Wie am Mittwoch bekannt wurde, fallen auch zahlreiche Stellen am Standort Nürnberg weg.

Siemens streicht Stellen: 600 Arbeitsplätze in Erlangen vor dem Aus

Im Stromnetz-Projektgeschäft in Erlangen wolle Siemens 600 Arbeitsplätze streichen und im Nürnberger Transformatorenwerk 160 Arbeitsplätze, hieß es am Mittwoch aus Unternehmenskreisen. Auch Berlin ist mit rund 470 Stellen stark betroffen. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab.

Welche Auswirkungen der Stellenabbau für die Region haben wird, sei noch nicht einzuschätzen, sagte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. Es sei noch zu früh, um abzuschätzen, wie viele Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit geraten könnten. Die Industrie- und Handelskammer Nürnberg verwies auf den derzeit günstigen Arbeitsmarkt.

Kriselnde Energiesparte: Das sind die Hintergründe des Stellenabbaus bei Siemens

Überkapazitäten von Gasturbinen und die Energiewende machen der Energiesparte seit langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal auf 2,8 Milliarden Euro. Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt und die Standorte neu aufgestellt. Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse. Konzernchef Joe Kaeser will die Sparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

Die IG Metall kritisierte: "Der kurzfristige Abbau von Beschäftigten ist in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen gerade angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend." Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten "Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels" keine Lippenbekenntnissen oder halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall.

Der Konzern kündigte an, zeitnah mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis sagte, die neue Struktur setze Synergien frei, und "die geplanten Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen". Durch Synergien und Kapazitätsanpassungen sollen 200 Millionen Euro eingespart werden, 100 Millionen Euro resultieren aus der neuen Aufstellung, 200 Millionen Euro aus Einsparungen bei Supportfunktionen.

"Im Projektgeschäft sind Maßnahmen erforderlich, um die Kosten zu reduzieren und der rückläufigen Entwicklung bei der Anzahl der Großprojekte zu begegnen", teilte Siemens mit. "Im Geschäft mit Produkten für die Stromübertragung leiden die Märkte für Transformatoren und Schalttechnik unter Überkapazitäten. Dies erfordert Maßnahmen, um die Kostenstrukturen und Kapazitäten an allen Standorten zu optimieren und damit deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten."

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