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Erlangen
Kürzungspläne

Siemens-Stellenabbau: Franken kaum betroffen

Der Elektrokonzern will in Deutschland mehr als 3000 Stellen streichen. Die Standorte Erlangen und Nürnberg kommen dabei wohl glimpflich weg.
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Foto: Lino Mirgeler/dpa
Foto: Lino Mirgeler/dpa
Am Donnerstag wurden die Siemens-Verantwortlichen endlich konkret. Nachdem schon seit Wochen über die Größenordnung eines Stellenabbaus in den Sparten Kraftwerkstechnik und Antriebstechnologie spekuliert wurde, nannte die Konzernspitze nach einem Treffen des Wirtschaftsausschusses in München konkrete Zahlen zu ihren Plänen. Demnach will Siemens über einen Zeitraum von mehreren Jahren weltweit rund 6900 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland.


Von Offenbach und Wien nach Erlangen

Den Standort Erlangen wird es dabei entgegen erster Befürchtungen kaum treffen. Im Gegenteil. Das sogenannte Lösungsgeschäft, das für die Planung großer Kraftwerke zuständig und in Offenbach, Erlangen und Wien angesiedelt ist, soll nach jetzigen Plänen in Erlangen gebündelt werden. Die durch die Zusammenlegung betroffenen 680 Stellen fallen demnach wahrscheinlich außerhalb Frankens weg. Und auch den Standort Nürnberg wird es im überschaubaren Maße treffen. Im Geschäftsfeld Prozessindustrie und Antriebe, konkret im Werk Vogelweiherstraße in Nürnberg, ist laut Auskunft des Spartenverantwortlichen nur ein Abbau "im niedrigen zweistelligen Bereich" geplant.


Aus für Görlitz und Leipzig

Auf betriebsbedingte Kündigungen will man laut Siemens-Personalchefin Janina Kugel möglichst verzichten, sie schloss diese aber nicht aus.

"Wir sind nach wie vor interessiert an einem konstruktiven Dialog mit den Arbeitnehmern und wollen das so durchführen, dass wir ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen", erklärte Siemens-Personalchefin Janina Kugel, wie die dpa berichtet, am Donnerstag in einer Telefon-Konferenz. "Wir setzen ganz stark auf Freiwilligenprogramme."

Zunächst gehe es darum, in Gesprächen zu klären, wie viele Beschäftigte Angebote wie etwa den Wechsel in andere Bereiche oder zur Weiterqualifikation annehmen. Erst danach lässt sich nach Kugels Angaben absehen, ob betriebsbedingte Kündigungen nötig sein werden.

Hart trifft es die Standorte Görlitz (720 Jobs) und Leipzig (ca. 200 Arbeitsplätze), die geschlossen werden. Auch in Berlin und Mülheim an der Ruhr fallen insgesamt fast 1000 Stellen weg.

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