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Höchstadt a. d. Aisch
Geschichte

Sichartshof lebt weiter

Hermann Popp, Günter Weinkauf und Hans Feth haben den Brunnen als letztes Überbleibsel von Sichartshof restauriert.
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Hermann Popp (links) erfreut sich zusammen mit Günter Weinkauf (Mitte) und Hans Feth (rechts) an dem fertig restaurierten Brunnen. Fotos: Andreas Hofbauer
Hermann Popp (links) erfreut sich zusammen mit Günter Weinkauf (Mitte) und Hans Feth (rechts) an dem fertig restaurierten Brunnen. Fotos: Andreas Hofbauer
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Sichartshof, eine verschwundene Ortschaft. Wo heute grüne Wiesen und viele Bäume empor ragen, war früher eine kleine, aber belebte Siedlung. Die Siedlung Sichartshof. Erstmalig 1408 urkundlich erwähnt, bestand der Ort viele Jahrhunderte lang. 1852 aber wurde Sichartshof dann versteigert. Bauern von Mailach erwarben den Besitz.
Danach wurden immer mehr Anteile weiterverkauft bzw. nochmal aufgeteilt, bis der Ort dann letztendlich aufgegeben und abgetragen wurde. Heute sieht man von dem Ort nichts mehr. Außer einem Brunnen. Dieser Brunnen sollte vor gar nicht allzu langer Zeit auch verschwinden. Der aktuelle Besitzer fürchtete Unfälle, wollte ihn auffüllen lassen.
Ein Szenario, das für Hermann Popp aus Fetzelhofen nicht vorstellbar war. Er initiierte einen Wiederaufbau des Brunnens, wie zu dessen schönsten Zeiten.
Dabei hilfreich zur Seite standen ihm stets Günter Weinkauf und Hans Feth. Sie fanden auch viele Unterstützer und Helfer aus der Dorfgemeinschaft Mailach und der näheren Umgebung. Und wie sich nun gezeigt hat, mit Erfolg. Stolz präsentierten die Drei ihr Werk und erinnerten sich an die Arbeit, die in diesem Projekt steckt.


Baubeginn im Mai

"Anfang Mai haben wir eine vorläufige Baugenehmigung erwirken können. Seit diesem Zeitpunkt bis zum letzten Samstag haben wir dann an dem Brunnen gearbeitet", erklärte Hermann Popp. Einige Steine des ursprünglichen Brunnens konnten dabei wieder verwendet werden.
"Die anderen Steine haben wir aus Fatschenbrunn und von unserem Steinmetz Hans Effenberg angleichen und neu vermauern lassen. Wir haben von Anfang an mit einem Podest im Brunnen gewerkelt und die Wände noch am selben Tag bearbeitet. Das alles war notwendig, um visuell dasselbe Ergebnis wie beim Original zu erzielen", schilderte Popp die Vorgehensweise. Bemerkenswert war für die Drei dabei die Erkenntnis, dass der Brunnen damals komplett aus einem Felsen gehauen worden war. Insofern sind sie froh, dass es möglich war, den Brunnen zu erhalten und zu restaurieren. Eine wichtige Rolle spielte dabei das bayerische Landesamt für Denkmalpflege. "Der komplette Ort, inklusive Brunnen, ist nämlich als Bodendenkmal eingetragen", erklärte Weinkauf.
Die Kosten für dieses Vorhaben wurden dabei zu 50 Prozent von der LAG bezuschusst. "Aber selbstverständlich ist auch sehr viel durch Eigenleistung erbracht worden. Außerdem hoffen wir noch auf die ein oder andere Spende zusätzlich", meinten Popp und Weinkauf. "Am Anfang haben wir 13 000 Euro berechnet, die aktuellen geschätzten Kosten liegen so um die 8000 Euro. Für die Gemeinde werden, wenn überhaupt, nur geringfügige Kosten entstehen."
Vollkommen abgeschlossen sind die Arbeiten aber noch nicht.
"Auch wenn der Brunnen an sich nun fertig ist, wollen wir die Außendarstellung um den Brunnen noch weiter aufhübschen", meint Weinkauf. "Vielleicht stellen wir ja auch noch eine zusätzliche Bank auf. Der Rundwanderweg L3 ist ja auch nur 100 bis 150 Meter von ihm entfernt. Der Brunnen stellt also den idealen Rastplatz für historisch begeisterte Wanderer dar", ergänzte Popp abschließend.
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