Erlangen
Gericht

Sex mit 12-Jähriger: Junger Mann verurteilt

Ein 22-Jähriger war mit einem zwölfjährigem Mädchen intim. Obwohl das Mädchen zugab, dass die Aktivität von ihr ausgegangen sei, wurde der junge Mann zu einem Jahr und acht Monaten mit Bewährung verurteilt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit einem recht schlüpfrigen Fall hatte sich Richter Fischer in der jüngsten Sitzung des Jugendschöffengerichts am Amtsgericht Erlangen auseinanderzusetzen. Einem 22-jährigen Schüler aus dem östlichen Landkreis war zur Last gelegt worden, mit einer heute 13-jährigen Schülerin wiederholt intim gewesen zu sein.

Der Angeklagte, zur Tatzeit auch "Vorgesetzter" des vermeintlichen Opfers, war zur Tatzeit von September 2011 bis August 2012 als stellvertretender Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort auch der Ausbildungsleiter der frühreifen Jugendlichen. Der Angeklagte, im Besitz eines Autos, brachte zur Tatzeit die Jungfeuerwehrlerin nach Hause, nicht ohne Station in der eigenen Wohnung gemacht zu haben.
Man sah gemeinsam fern und dann kam es zum Austausch von Zärtlichkeiten, die im Laufe der folgenden Monate jeweils im Bett des Volljährigen endeten.

Dass er vom Alter des Mädchens gewusst habe und ihm damit auch bewusst gewesen sei, dass er sich einer Straftat schuldig mache, gab der junge Mann ebenso unumwunden zu, wie die Tatsache, dass es im Abstand von 14 Tagen nicht nur beim Austausch von oberflächlichen Zärtlichkeiten geblieben sei.
Das intime Verhältnis der beiden flog auf, als die damalige Freundin des Angeklagten Wind von der Sache bekommen hatte und die Eltern des Angeklagten sowie die Feuerwehrspitze im Erlanger Vorort informierte.


Kontakt war einvernehmlich

Die Folge: Um die Verantwortlichen und die Eltern nicht mit in den Sumpf zu ziehen, erstattete der junge Mann Selbstanzeige bei der Polizei. Vor dem Amtsrichter gab das junge Mädchen unumwunden zu, dass die Aktivitäten von ihr ausgegangen seien, das "alles einvernehmlich und ohne Druck oder Zwang geschehen sei und dass sie, damals zwölf Jahre alt, nicht zum ersten Mal mit einem Mann das Bett aufgesucht hatte. Und auf die Frage von Richter Fischer: "Möchtest du, dass dein Ex-Liebhaber bestraft wird" drückte sie Tränchen hervor und antwortete klar und deutlich mit "nein".

Doch ganz ohne Strafe und Denkzettel für den heutigen Technik-Studenten ging das Ganze nicht über die Bühne. Ihm kam zugute, dass er bisher noch nicht straffällig geworden war und ein unbescholtenes Leben geführt hatte. Und so blieb das Urteil dann auch knapp unter den von der Staatsanwaltschaft geforderten zwei Jahren mit Bewährung. Ein Jahr und acht Monate mit drei Jahren Bewährung, "die auch in Ihrem Führungszeugnis eingetragen werden", so Richter Fischer, dazu die Gerichtskosten und 750 Euro Geldstrafe an eine Beratungsstelle für missbrauchte Mädchen und Frauen, so lautete das Urteil.

Richter Fischer unterließ es abschließend nicht, dem Angeklagten ins Gewissen zu reden: "Haben Sie sich jemals
überlegt, was Sie im Kopf des Mädchens anrichten, wenn Sie sich mit einer 12-Jährigen einlassen?"

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren