Lonnerstadt
Sicherheit

Seit 40 Jahren schraubt der Hausmeister an den Rädern

Hätte sie nicht immer der Schulhausmeister gewartet, wären die Übungsräder auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule schon längst unbrauchbar.
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40 Jahre alt sind die Fahrräder der Jugendverkehrsschule in Lonnerstadt. Nun sollen neue kommen. Im Bild v. l. Bürgermeister Helmut Lottes aus  Vestenbergsgreuth und Bürgermeister Stefan Himpel aus  Lonnerstadt mit der Leiterin der Polizei Höchstadt, Christiane Lederersee
40 Jahre alt sind die Fahrräder der Jugendverkehrsschule in Lonnerstadt. Nun sollen neue kommen. Im Bild v. l. Bürgermeister Helmut Lottes aus Vestenbergsgreuth und Bürgermeister Stefan Himpel aus Lonnerstadt mit der Leiterin der Polizei Höchstadt, Christiane Lederersee
Die Fahrräder sind alt. 40 Jahre haben sie auf dem Buckel. Das sieht man ihnen auch an. So lange dürfte es auch die Jugendverkehrsschule in Lonnerstadt geben. Die laut einem Schreiben der Polizeiinspektion Höchstadt notwendigen 32 neuen Fahrräder sind somit durchaus kein Luxus.

Die Polizeiinspektion Höchstadt richtete sich daher mit dem Antrag an den "Hausherrn", den Schulverband Lonnerstadt-Weisachgrund. Die Jugendverkehrsschule ist auf dem Gelände der Lonnerstadter Schule eingerichtet. Mit Straßen, Ampeln, Verkehrszeichen und allem was dazu gehört. Wie auf den zwei weiteren Übungsplätzen im Landkreis Erlangen-Höchstadt werden in Lonnerstadt die Schüler der vierten Klassen fürs Radfahren im Straßenverkehr fit gemacht.

Laut Angebot der Verkehrswacht, das dem Polizeischreiben beigefügt war, kosten die 32 neuen Räder knapp 10 000 Euro. Denn dabei handelt es sich um Schulungsfahrräder, die besonderen Anforderungen entsprechen müssen und die von den üblichen Fahrradgeschäften nicht geliefert werden. "Die neuen Fahrräder sollen keine Schaltung, überhaupt möglichst wenig Technik aufweisen", sagt die Leiterin der Polizeiinspektion Höchstadt, Christiane Lederer. Was auch einem geringeren Wartungsaufwand zugute komme.

Zur Sicherheit der Schüler sollen die Räder mit Rücktrittsbremsen ausgestattet sein. Schließlich sollen die Kinder bei Schulung und Prüfung ihre volle Aufmerksamkeit auf die Straße und nicht auf die Bedienung eines Fahrrads richten, mit dem sie nicht vertraut sind.

Nun werden in Lonnerstadt aber nicht nur Schüler aus dem eigenen Schulverband, sondern Viertklässler aus acht Grundschulen des nordwestlichen Landkreises ausgebildet. "Wir wissen gar nicht, ob wir dafür zuständig sind", sagen Stefan Himpel und Helmut Lottes aus Vestenbergsgreuth, die Bürgermeister des Schulverbands, einvernehmlich. Sie möchten aber nicht auf den Kosten sitzenbleiben. Schulverbandsvorsitzender Himpel hat daher einen Antrag an Landrat Alexander Tritthart "mit der Bitte um Überprüfung" gerichtet. Samt Schreiben der Polizei und dem Kostenangebot für die Anschaffung.

Die beiden Bürgermeister sind sich ziemlich sicher, dass die Kosten für die Jugendverkehrsschulen irgendwann einmal vertraglich geregelt wurden. Denn der Landkreis zahlt für den Übungsplatz jährlich einen einmaligen Betrag von 1500 Euro. Der sei allerdings seit Jahren nicht mehr angepasst worden. Damit sollen alle Kosten abgedeckt werden. Was niemals möglich sei, wie Stefan Himpel betont.

Tatsächlich fallen Unterhaltsarbeiten an Übungsplatz und Ampeln an, wie Sauberhalten, Heckenpflege, Müllentsorgung und - wenn nötig - die Reparatur von Schäden an der Fahrbahn. Der Schulverband unterhalte zudem einen Bürocontainer der Polizei und eine Garage für die Fahrräder. Außerdem werde ein Klassenzimmer für die Schulung zur Verfügung gestellt, das geheizt und gereinigt werden muss.

Wartung und Reparaturen an den Rädern werden übrigens durch den Hausmeister der Schule erledigt.
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