Herzogenaurach
Martinikerwa

Seit 250 Jahren eiskalt feiern

Es ist eine Wirtshauskerwa und keine Zeltkerwa, das unterscheidet die "kalte Kirchweih" von den sommerlichen Veranstaltungen. Die Stimmung ist aber dennoch vergleichbar, wenn nicht sogar besser.
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Ingo und Peter spielen beim Heller auf. Stimmung ist garantiert, auch wenn die beiden noch nicht ganz 250 Jahre dabei sind.  Fotos: Michael Busch
Ingo und Peter spielen beim Heller auf. Stimmung ist garantiert, auch wenn die beiden noch nicht ganz 250 Jahre dabei sind. Fotos: Michael Busch
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Zum 250. Mal findet die Martinikerwa statt. Ob die Wirtshauskerwa beim Heller ebenso lange schon Bestandteil ist, wollte niemand sagen, denn rein rechnerisch kommt es nicht ganz hin. 1874 gibt die Brauerei als Gründungsdatum an, es fehlen also rund 105 Jahre, um das Vierteljahrtausend mitzufeiern. Gefühlt ist die Brauerei Heller aber schon immer dabei.

Wobei Hans Heller, Chef der Brauerei, zugibt: "Für uns ist es schon eine Kerwa, wie jede andere auch." Denn der Blick in den Gastraum zeigt, dass die Leute etwas Besonderes für die Leute ist. "Bei uns hat sich diese Kerwa vor etwa 40 Jahren aus dem Stammtisch heraus entwickelt", erklärt er. Der habe nämlich die Musik bestellt und plötzlich war die Kerwa in der Brauerei etwas Besonderes. Was sich ebenso entwickelte, war das Angebot, Rehragout mit Kloß anzubieten. Ein "Muss" für viele Besucher, für die nur mit dieser speziellen Speise die Kerwa zu einer echten Kerwa wird.

Begeistert zeigt sich auch Ingo Singer, der zusammen mit Peter Persin für die musikalische Begleitung an diesem Tag sorgt. "Der Kerwasmontag beim Heller ist was Besonderes, auch wenn die 250 Jahre nicht im Vordergrund stehen." Die beiden lieben die Stimmung beim Heller. "Es ist die gute Mischung zwischen der Musik, den Gesprächen und dem Beieinandersein." Das Besondere sei eben auch, dass es eine Wirtshaus- und keine Zeltkerwa sei. "Man sitzt eng gedrängt beieinander und es ist früh um Zehne schon kein Platz mehr frei."

Bernhard Schwab genießt den Tag ebenfalls, findet aber, dass das Jubiläum schon einen Grund spiele. "Es ist schon etwas Besonderes, weil wenn man überlegt, dass solch eine Tradition so lange aushält und pflegt, das ist schon etwas Besonderes." Ein Grund für ihn, an allen Tagen auch bei der Kerwa zu sein. "Es ist schon irre, dass wir um neune los sind, um hier um zehn überhaupt einen Platz zu bekommen", zeichne nach Ansicht Schwabs diesen Martinimontag aus.

Frotzelnd, aber durchaus genießend und in Kerwasliedlamanier äußerte sich der Höchstadter Heimatvereinsvorsitzende Georg Römer zur kalten Kerwa: "Die Herzogenauracher schauen so blöd, wenn ein Höchstadter zur Martinikerwa in Herzogenaurach geht!" Also zusammengefasst: Nirgendwo ist es schöner!

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