Museumsbrauerei

Segen für besondere Braustube

Zum "Stärk antrinken" an Dreikönig wird er angestochen: Der erste Sud des Kellerbergvereins, der am Samstag in der neuen Museumsbrauerei gebraut wurde.
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Bei der Segnung: Pfarrer Gottfried Schlee, Bernd Guthruf, Dekan Kilian Kemmer (von links).  Fotos: Evi Seeger
Bei der Segnung: Pfarrer Gottfried Schlee, Bernd Guthruf, Dekan Kilian Kemmer (von links). Fotos: Evi Seeger
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Mit einer Stammwürze von 17 Prozent, was einem Alkoholgehalt von 5,7 Prozent entspricht, wird das "Museumsbier" wohl ein ganz besonderer Stoff.

Mit dem ersten Sud sollte die kleine Brauerei auch den kirchlichen Segen erhalten. Das war Karsten Wiese, dem Vorsitzenden des Kellerbergvereins wichtig. "Es wird ein dunkler Bock", ließ Bernd Guthruf hören. Guthruf, Martin Uebel, Andi Koitsch und Peter Ross sind die Brauspezialisten des Kellerbergvereins. Sie legen Wert auf ein "ausgereiftes Bier". Daher auch die lange Reifezeit bei einer konstanten Temperatur von acht Grad.

Ganze Hopfendolden für das Aroma

Während im kleinen Brauhaus der Läuterbottich dampfte, zupfte Alex Mönius draußen Hopfendolden von den Stängeln. Hopfen aus dem eigenen Garten, den der Kellerbergverein auf dem Gelände angelegt hat. Natürlich verwenden auch die Hobbybrauer die praktischen Pellets. Aber ein Säckchen mit Hopfendolden kommt am Ende - wegen des Aromas - immer dazu.

In Reih und Glied stehen die Schüsseln mit den verschiedenen Malzsorten aus Gerste und Weizen. "Je höher die Temperatur, umso dunkler wird das Malz und später auch das Bier", erklärt Bernd Guthruf.

Dekan Kilian Kemmer, der zusammen mit Pfarrer Gottfried Schlee die Museumsbrauerei segnete, sprach von einem "Schmuckstück". Der Kellerberg, ohnehin das Aushängeschild der Stadt, werde dadurch noch attraktiver. "Stärke ist mit dem Verein und diesem Ort eng verbunden", sagte Kemmer im Hinblick auf das Stärk antrinken. "Ein starkes Ambiente, ein starkes Bier und - das wichtigste überhaupt - eine starke Gemeinschaft", lobte der Dekan. Stark sei diese Gemeinschaft mit ihren Arbeitsgruppen, wenn es darum gehe, sich einzubringen, mitzugestalten und etwas auf die Beine zu stellen. Bei der Einweihung werde um eine andere Stärke, um die Kraft Gottes und seinen Segen für das vollendete Werk, gebetet.

Drei Jahre Bauzeit

Fast drei Jahre habe es vom Beginn des Umbaus bis zum ersten Sud gedauert, berichtete Vorsitzender Karsten Wiese. Auf das Ergebnis sei er sehr stolz. Gebraut werde hier nur ein paar Mal im Jahr. Eine Konkurrenz zu anderen Brauereien sei also ausgeschlossen. Unter den Gästen hieß er besonders den Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der fränkischen Braukultur, Kurt Adler und Kreisheimatpfleger Manfred Welker willkommen. Für den stellvertretenden Bürgermeister Günter Schulz ist die Museumsbrauerei "die Krönung" des Kellerbergs. Er dankte dem Verein für diese Leistung. Die Höchstadter Kelleranlagen hätten auch internationale Anerkennung gefunden. Daher seien in die Renovierung erhebliche LAG-Mittel aus dem europäischen Finanztopf geflossen.



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