Adelsdorf
Baugebiet

Seeside Adelsdorf: Fehlen Parkplätze?

Das Baugebiet Reuthsee in Adelsdorf ist fast zur Hälfte bewohnt. Gemeinderat Jörg Bubel (SPD) sieht einen Mangel an Parkplätzen und will, dass die Kommune handelt. Der Bürgermeister hat bereits Optionen abgeklärt.
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Foto: Christian Bauriedel
Foto: Christian Bauriedel

1800, vielleicht 2000 Menschen werden es sein, die im Baugebiet Reuthsee in Adelsdorf wohnen werden, wenn die Arbeiten in zwei bis drei Jahren abgeschlossen sind. Und es ist eine Gleichung der modernen Zeit: Dort wo Menschen sind, sind auch Autos.

Über das erhöhte Verkehrsaufkommen durch den Bevölkerungszuwachs wurde in Adelsdorf rege diskutiert. Doch auch stehende Autos müssen bedacht werden. Einer, der hier ein Problem erkannt hat, ist Gemeinderat Jörg Bubel (SPD).

Zwei Parkplätze vor jedem der 550 Reihenhäuser, 169 Garagen und aus seiner Sicht zu wenig öffentliche Parkplätze: Bubel spricht von Mangel - vor allem an öffentlichen Stellplätzen. In einem normalen Baugebiet würden Autos, etwa bei Geburtstagsbesuchen, einfach am Straßenrand abgestellt. Im "Seeside" sei das aber nicht möglich. Zum einen sei kein Platz, weil zu dicht gebaut worden sei. Zum anderen handelt es sich um eine verkehrsberuhigte Zone. Dort ist Parken nur in gekennzeichneten Flächen erlaubt.

Zugeparkte Nebenstraßen?

Obwohl erst die Hälfte der Häuser bewohnt ist, käme es zu Problemen. Und nicht nur dort. Anwohner der Nebenstraßen der Bahnhofstraße hätten schon geklagt, bei ihnen sei alles vollgeparkt, so Bubel. Er bat die Gemeinde und Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) im Mai darum, mit dem Investor zu sprechen, ob eine Umplanung möglich sei. Bubel schlug die Streichung einer Häuserreihe vor, um einen Parkraum zu schaffen.

Wie ist das nun mit dem Parken im "Seeside"? "Es ist doch noch nicht einmal überall Asphalt drauf", sagt Fischkal. Man solle doch erst einmal abwarten, bis alle Parkplätze überhaupt gebaut sind. "Es mag sein, dass es bei einer Geburtstagsfeier mal enger wird." Das kenne wohl jeder aus seiner eigenen Straße, sagt Fischkal. Aber einen generellen Parkplatzmangel sehe er nicht. Man müsse nur mal abends oder am frühen Morgen durch die Siedlung gehen.

Was es teilweise gebe, seien Probleme mit den vielen Handwerkerautos. Auch länger abgestellte Anhänger seien ärgerlich. Aber hier werde die Gemeinde nachbessern. Fischkal kündigt an, die öffentlichen Parkplätze per Schild zeitlich limitieren zu lassen, damit keine Dauerparker sie belegen.

Baut Adelsdorf einen Parkplatz?

Für den Fall, dass es nach der "Seeside"-Fertigstellung doch Probleme geben sollte, habe die Gemeinde vorgefühlt und mit dem Eigentümer eines Grundstücks nebenan gesprochen. Dort könne man theoretisch noch einen Parkplatz schaffen. Auch Ralph Munck, Investor des "Seeside", kennt das derzeitige Problem mit Handwerkerautos. "Aber ich habe nicht den Eindruck, dass es sich um ein generelles Parkproblem handelt", so Munck. Über 1300 Parkplätze für rund 1800 Bewohner seien planerisch im grünen Bereich. Es sei statistisch alles berechnet. "Wir haben ja nicht im luftleeren Raum gebastelt. Ich will ein funktionierendes Baugebiet und dort eine zufriedene Kundschaft", sagt Munck.

Man müsse es so sehen: Obwohl noch nicht alle Parkplätze gebaut sind, gebe es keine Probleme. Und für den Fall, so Munck, dass sich gewisse "seherische Fähigkeiten" in Sachen Parkplatznot als richtig erweisen, würde die Gemeinde (Stichwort Nebengrundstück) eine Lösung finden. Aber ist das nicht ungerecht: Er macht das Geld, die Gemeinde baut den Parkplatz? Munck schließt fest aus, dass Parkplätze fehlen werden. Und falls doch, schiebt er hinterher: "Wir würden die Gemeinde natürlich nicht im Regen stehen lassen.

Zahlen zum Parken im Seeside Adelsdorf:

1800 Anwohner wird es ungefähr im Baugebiet "Seeside" geben, wenn es in zwei bis drei Jahren fertig gestellt ist.

1269 private Parkplätze wird es im "Seeside" insgesamt geben (zwei vor jedem Reihenhaus plus 169 Garagen).

73 öffentliche Parkplätze soll es im "Seeside" geben. 53 laut Bebauungsplan, 20 zusätzlich vom Investor.



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