Neuhaus
Vermisste Katzen

Sechs verschwundene Katzen - ist in Neuhaus ein Tierhasser am Werk?

In Neuhaus macht sich unter Katzenbesitzern Verzweiflung breit. Immer wieder verschwinden Tiere. Ein Betroffener vermutet einen Katzenfeind im Ort. Jetzt kümmert sich die Polizei um den Fall.
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In einigen Straßenzügen von Neuhaus hängen Suchanzeigen. Verzweifelte Herrchen bitten  seit Wochen  um Hinweise über den Verbleib ihrer Katzen.  Foto: Christian Bauriedel
In einigen Straßenzügen von Neuhaus hängen Suchanzeigen. Verzweifelte Herrchen bitten seit Wochen um Hinweise über den Verbleib ihrer Katzen. Foto: Christian Bauriedel

Es gibt Katzenbesitzer im Adelsdorfer Ortsteil Neuhaus (Landkreis Erlangen-Höchstadt), die ihren pelzigen Gefährten seit einiger Zeit nur mit gemischten Gefühlen die Tür nach draußen öffnen. Denn es häufen sich die Fälle von Katzen, die mir nichts, dir nichts verschwinden. Spurlos. Treue, umsorgte Tieren, die eigentlich ihre routinierten Zeiten von Auslauf und Heimkehr haben.

So berichtet es ein Katzenbesitzer aus Neuhaus. Sie hießen Lilly, Püppi, Jelly oder Nick. Seit 2017 seien immer wieder Katzen aus der Nachbarschaft verschwunden. Insgesamt sechs Tiere aus vier verschiedenen Haushalten würden mittlerweile vermisst.

Eine Katze sei im April 2017 nicht mehr nach Hause gekommen. Der letzte Fall liegt fünf Wochen zurück. Am 24. Juli tauchte die Katze nach ihrer gewohnten Runde im Freien nicht mehr auf. Auch seine Nachbarn haben ihre geliebten Haustiere auf diese Weise verloren. "Das passiert immer in der Früh, wenn alle auf der Arbeit sind."

Von anderen im Ort hört man von zwei vermissten Katzen, die aber nach mehreren Wochen wieder aufgetaucht seien. Wurden sie gefangen und woanders ausgesetzt? Eingesperrt? Rätselraten und Anspannung für die Katzenbesitzer.

Begrenzt auf einen Teil des Orts

Betroffene haben Zettel an Laternenmasten gehängt, einer bietet 1000 Euro Belohnung - vergeblich. "Sechs Katzen, spurlos", sagt der Mann am Telefon resigniert. Wenn sie überfahren worden wären, das hätte man doch mitgekriegt. Und auch an eine umherziehende Katzenfängerbande, die es auf Neuhaus abgesehen hat, wolle er nicht glauben. Denn warum sollen ausgerechnet nur in einem Teil des Dorfs und nicht auch im restlichen Ort Tiere fehlen? Er habe da eine andere Ahnung.

Der Kontakt zu dem Neuhauser, der seinen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, wurde über die Polizei hergestellt. Denn der Katzenbesitzer hat Anzeige erstattet. Der Anzeige wegen Diebstahls (Katzen gelten juristisch als Sache) haben sich drei weitere Betroffene angeschlossen. Anzeige gegen Unbekannt, denn beweisen könne man nichts. Doch der Betroffene hat einen Verdacht.

Er vermutet einen Katzenfeind im Ort, der die Tiere fängt - oder Schlimmeres mit ihnen anstellt. Die Katze einer Nachbarin sei völlig misshandelt nach Hause gekommen. "Da muss einer mit voller Wucht mit dem Stecken oder dem Fuß auf die Brust der Katze gehauen haben. Der Tierarzt musste sie einschläfern", sagt der Neuhauser bestürzt, der sich nicht ausmalen will, was mit seinen Lieblingen passiert ist. Er habe eine bestimmte Person im Auge, was er der Polizei auch erzählt habe. Hier seien mehrfach Bemerkungen gegen die Haustiere gefallen, Beschwerden, die Katzen würden ins Gemüsebeet machen.

Vorwiegend im Frühjahr

Auffällig sei, dass die Neuhauser Katzen vorwiegend im Frühjahr verschwunden seien. Besteht hier ein Zusammenhang mit der Gemüse-Aussaat?

Als er seine Katze suchte und nachgefragt habe, habe er lapidar und mitleidslos zur Antwort bekommen: "Da müssen Sie halt auf Ihre Katzen besser aufpassen", sagt der Neuhauser. "Wer so etwas zu jemandem sagt, der gerade sein liebes Kätzchen sucht, der verhält sich doch nicht normal."

Er habe demjenigen gegenüber auch seinen Verdacht geäußert, er glaube, dass er die Tiere um die Ecke bringe. Da sei ihm einfach die Tür vor der Nase zugeschlagen worden.

Polizei: Kein Hinweis auf Katzenfänger-Bande

Höchstadts Polizeichefin Sabine Röhrer bestätigt auf Nachfrage des Fränkischen Tags die Anzeige gegen Unbekannt der vier Anwohner in Neuhaus. Natürlich könne es auch eine Katzenfängerbande sein, von denen man immer mal wieder hört. Diese bringen die Tiere in illegale Testlabors ins Ausland. Doch Meldungen über dererlei kriminelle Aktivitäten gebe es für den Raum Höchstadt momentan nicht, so Röhrer.

"Momentan sind alle in höllischem Aufruhr", berichtet der Mann von den Katzenbesitzern in Neuhaus. Er habe wieder zwei kleine Kätzchen. Er wolle nicht, dass sie das selbe Schicksal erleiden. Er wolle an die Vernunft des oder der Katzenhasser appellieren und hofft, dass das Ganze ein Ende hat.

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