Heßdorf
Kritik

Schulsanierung läuft auf Hochtouren

Die Heßdorfer Gemeinderäte fühlen sich über die Sanierung der Hannberger Schule schlecht informiert.
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In den sanierten Klassenzimmern soll das Lernen noch mehr Spaß machen als vorher.    Foto: Richard Sänger
In den sanierten Klassenzimmern soll das Lernen noch mehr Spaß machen als vorher. Foto: Richard Sänger
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Pünktlich zum Schulanfang waren die Sanierungsarbeiten an der Grundschule Hannberg im ersten Bauabschnitt so gut wie beendet. Die Einschulung der Erstklässler fand bereits in der neuen Schulaula statt.

Wie Heßdorfs Bürgermeister Horst Rehder (BB) in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend berichtete, wurden parallel zur Umzugsphase die Bauarbeiten für den Bauabschnitt II aufgenommen. Derzeit laufen noch die Arbeiten an den Außenanlagen und im Innenbereich der Turnhalle. In der Schule selbst sind noch einige Restarbeiten und Installationen auszuführen. "Die Sicherheit der Kinder und ungestörter Unterricht sind in jedem Fall gewährleistet", versicherte der Bürgermeister.

Wie vom Gremium gefordert, legte Projektbegleiter Gerhart Schäfer eine Kostenaufstellung vor und erntete dafür heftige Kritik. Zum einen wurde die Aufstellung den Gemeinderäten erst eine Stunde vor Sitzungsbeginn zur Verfügung gestellt, zum anderen wurde ein Teil der Kostenaufstellung kritisiert, da er mit den Zahlen der Prognose, den Auftragsvergaben und den aufgelaufenen Kosten nicht übereinstimmte.

Wie Schäfer erläuterte, liegen die bisherigen Kosten bei rund 12,2 Millionen Euro, dazu kämen allerdings noch 800 000 Euro für die Außenanlagen. Nach einer ziemlich heftigen Diskussion sagte Schäfer zu, die Aufstellung noch einmal zu überarbeiten sowie mit dem Planungsbüro abzustimmen und bei der nächsten Sitzung am 1. Oktober wieder vorzulegen.

Unabhängig davon musste der Gemeinderat noch über einige Nachträge beschließen, die aber bereits in der Kostenaufstellung berücksichtigt seien. Zu den Nachträgen erklärte der Bürgermeister, dass manche Zusatzarbeiten erst nach Beginn der Sanierung notwendig wurden, außerdem seien im Altbau Baumängel festgestellt worden. Außerdem seien nicht alle beschlossenen Nachträge ausgeführt und damit auch nicht bezahlt worden, weil sich während der Bauphase andere Möglichkeiten ergaben.

Bei der laufenden Sanierung wurde vom Bauunternehmen Lukas festgestellt, dass die Bestandsschmutzwasser- und Mischwasserleitungen bei früheren Maßnahmen und beim Altbau nicht fachgerecht angeschlossen worden waren. Wegen des Baufortschritts und des Schulbeginns musste dies aber zeitnah erledigt werden. Die beiden Nachträge in Höhe von rund 7500 Euro wurden ohne Diskussion genehmigt.

Bushaltestelle ist in Sicht

Den jahrelangen Diskussionen um die Bushaltestelle am Gewerbepark möchte der Gemeinderat baldmöglichst ein Ende bereiten und fasste einen entsprechenden Beschluss. Wie Bürgermeister Horst Rehder (BB) in der Sitzung erklärte, haben die staatlichen Verkehrsbehörden zur Errichtung der Bushaltestelle ihr grundsätzliches Einverständnis erklärt. Sollte die Haltestelle gebaut werden, dann an der Staatsstraße 2240, denn das dem Gemeinderat vorliegende Schreiben des Landratsamtes sagt eindeutig aus, dass die Buslinie nicht in den Gewerbepark fahren wird. Eine Haltestelle im Gewerbepark würde für die Linien des ÖPNV zu einem nicht vertretbaren Zeitverlust führen, zumal im Gewerbepark auch keine entsprechende Wendemöglichkeit vorhanden ist.

Seitens der Verwaltung wurden bereits Gespräche zu möglichen Förderungen geführt und es wäre eine Förderung nach den Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen des Freistaates Bayern für den öffentlichen Personennahverkehr möglich. Auch mit der Regierung von Mittelfranken müssen noch Gespräche geführt werden, erklärte Verwaltungsleiter Martin Hofmann. Die Frage nach den Kosten konnte nicht abschließend geklärt werden, dazu müsse eine Vorplanung erstellt werden.

"Das Vorhaben muss endlich angegangen werden und es muss eben auch investiert werden", forderte Oliver Schüßler (CSU), sonst würden die Diskussionen noch Jahre weitergehen. Schließlich sollen auch die Heßdorfer Bürger mit den neuen Linien den Gewerbepark besuchen können. "Die vielen noch offenen Fragen können nur im Zuge einer Vorplanung beantwortet werden", erklärte der Verwaltungsleiter, denn dann müssen sich das Staatliche Bauamt und die Autobahndirektion erklären, erst danach könne ein Planer Aussagen zu den Kosten machen. CSU-Gemeinderat Stefan Martin forderte, dem Planer einen Kostenrahmen vorzugeben, damit es nicht ein Fass ohne Boden wird. Diesen setzte das Gremium dann auf eine halbe Million Euro fest und beauftragte Bürgermeister und Verwaltung, die weiteren Schritte zu unternehmen.

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