Herzogenaurach
Kennenlernen

Schulprojekt in Herzogenaurach: Europa begegnet sich

Fünf Schulen aus europäischen Ländern sind eine Woche lang an der Mittelschule in Herzogenaurach zu Besuch.
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Auch das Töpfern von Engeln für den Weihnachtsschmuck war ein Bestandteil des Workshops am Dienstag.
Auch das Töpfern von Engeln für den Weihnachtsschmuck war ein Bestandteil des Workshops am Dienstag.
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Ingrid Kieninger ist überzeugt davon, dass Projekte wie "Erasmus +" das Zusammenwachsen von Europa fördern. Zwei Jahre lang dauert das Vorhaben, an dem Schulen aus sechs Ländern beteiligt sind. Die Schüler lernen sich kennen, besuchen sich gegenseitig, bewältigen gemeinsame Aufgaben. "Europa soll sich besser kennenlernen", sagt die Lehrerin der Mittelschule. "Und dazu tragen wir bei".

Das Schulprojekt "Erasmus+" läuft bereits seit einem Jahr. Daran beteiligt sind neben der Mittelschule Herzogenaurach auch Schulen aus Polen, Kroatien, Griechenland, Rumänien und Lettland. Sie alle haben Jugendliche jetzt nach Herzogenaurach geschickt. Denn nach Aufenthalten auf Kreta in Griechenland und in Zagreb (Kroatien) steht jetzt Herzogenaurach auf dem Plan. Im Mai geht's dann nach Lettland.

"Erasmus+" fasst mehrere Einzelprojekte zusammen, die von der Europäischen Union gefördert werden. Ihnen liegt der Gedanke zugrunde, "dass Europa nur dann mehr ist als ein wirtschaftlicher Zusammenschluss, wenn sich Menschen aus verschiedenen Ländern begegnen, sich kennenlernen und miteinander arbeiten." Was in der Pressemitteilung eher nüchtern formuliert ist, funktioniert mit viel Engagement und Elan, wie Kieninger berichtet. "Wir stehen ständig im Austausch miteinander", sagt die Herzogenauracherin. 33 Lehrer aus allen Schulen haben eine WhatsApp-Gruppe gebildet, täglich gibt's Bilder und Infos. So haben alle davon erfahren, als auf Kreta eine Flut die Straßen überschwemmt hatte, oder sie wurden über die Schulstreiks in Kroatien unterrichtet. Das soziale Netzwerk untereinander ist eng geknüpft. "Wir erfahren unglaublich viel über Einzelheiten in den Ländern". So lernt man gegenseitig, quasi ganz nebenbei, Tradition und Kultur hautnah kennen.

Creation and Motivation

"Das ist mehr als nur ein Schüleraustausch", sagt Ingrid Kieninger. Denn die Schulen verbindet zwei Jahre lang ein intensiver Kontakt. Sie betreut zusammen mit den Kollegen Ute Schott, Andrea Düthorn und Werner Först auch das aktuelle Projekt in Herzogenaurach. "Creation and Motivation" nennt sich das und im Vordergrund steht die Kommunikation in Englisch.

Für alle Schüler ist das ja nicht die Muttersprache, sagt Kieninger. Umso mehr können die Schüler untersuchen und erfahren, dass Englisch auch in ihrem Alltag und in ihrer beruflichen Zukunft eine Rolle spielt. "Ziel des Projekts ist es, den Schülern die Bedeutung einer gemeinsamen Kommunikationssprache (Englisch) auf vielen Ebenen zu verdeutlichen und ihre Motivation für das Erlernen der Sprache zu fördern", heißt es in der Projektbeschreibung.

Umgesetzt wird das seit Montag auf mehreren Feldern. Privat sind die rund 30 Schüler, von denen die Letten die größte Gruppe bilden, in Gastfamilien untergebracht. Das fördert schon mal den gegenseitigen Kontakt. An der Schule selbst gab's gestern fünf gemeinsame Workshops. Es wurde getöpfert, gebastelt und gesungen, und all die Produkte dürfen die Kinder mit nach Hause nehmen. Vorher werden sie aber als Dekoration für das große Abschluss-Essen am Freitag gebraucht.

Im Vordergrund der Aktivitäten stehen weihnachtliche Themen, aber auch die intensive Betrachtung Herzogenaurachs "als eine kleine, aber sehr internationale Stadt". Dabei werden die Organisatoren von den Firmen Puma und Schaeffler unterstützt, die den Schülern Einblicke ermöglichen und auch Interviewpartner zu diesen Themen zur Verfügung stellen. In englisch, versteht sich, was für die internationalen Firmen ja ohnehin meist Usus ist.

Auch Bürgermeister German Hacker hielt seine Rede am Montag zur Mittagsstunde in englischer Sprache. Da stand nämlich ein Empfang der jungen Leute im Rathaus an. Zusätzlich zu den Gästen nahmen auch rund 40 Schüler aus den fünften bis achten Klassen der Mittelschule teil.

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