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Höchstadt
Wettbewerb

Schüler argumentieren unter Zeitdruck bei "Jugend debattiert" in Höchstadt

Zum zweiten Mal nahmen Neuntklässer des Gymnasiums Höchstadt am Schülerwettbewerb "Jugend debattiert" teil. Schulsiegerin wurde Luisa Forkel. In der Finalrunde ging es um das Für und Wider der verpflichtenden Ganztagsschule.
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Die Glocke des Zeitmessers begrenzt die Redebeiträge der debattierenden Gymnasiasten.  Foto: Pauline Lindner
Die Glocke des Zeitmessers begrenzt die Redebeiträge der debattierenden Gymnasiasten. Foto: Pauline Lindner
Halbtagsunterricht oder Ganztagsschule - das ist ein Thema, das Schüler unmittelbar betrifft. Die Koordinatorinnen des Wettbewerbs "Jugend debattiert", Claudia Leupold-Neubauer und Julia Brehm, wählten es für die Finalrunde aus. "Peter ist ein ganz durchschnittlicher Schüler", der für eine Englischschulaufgabe lernen sollte, aber lieber seine Zeit verplempert. Cédrik Steffanides stellte mit ihm seinen Jahrgangskollegen die allen bekannten Motivationsmängel zum Einstieg in die Debatte vor. Mit der Folgerung, "Peter" täte eine Ganztagsschule gut.
Unter dem strengen Diktat des Zeitmessers Mark Schober mit seiner Glocke tauschten Steffanides, Leon Schockel, Julius Hutzler und Luisa Forkel Argumente für und gegen eine verpflichtende Ganztagsschule aus. Die Regeln und Methoden hatten sie schon mit der ganzen Klasse geübt.
Es war sogar eine Schulaufgabe darüber geschrieben worden.

Positionen zugelost

Contra hatte - so war es ausgelost worden - Hutzler zu vertreten. An den Anfang stellte er eine originelle These: Die Schüler blieben unselbstständig, wenn sie täglich bis 17 Uhr betreut, angeleitet und mit Angeboten gelockt würden. "Betüttelt und bespaßt", könnte man das auch nennen, was der junge Mann vorstellte, aber die vier jungen Diskutanten bemühten sich um eine sehr gepflegte Wortwahl. Eben sehr erwachsen und abgehoben vom Umgangston unter Teenagern.
"Das Projekt fördert Fähigkeiten, die sonst in der Schule zu wenig Raum haben können ", stellte denn auch Leupold-Neubauer als Motiv heraus, weshalb das Gymnasium zum zweiten Mal mitmacht. Argumentieren zu können ist eine Fähigkeit, die ohne Zweifel weit über den schulischen Raum von Nöten ist. Die richtige Sprachebene finden, das gilt ein Leben lang. Unter dem Begriff Teamfähigkeit wird die Argumentationskunst bei vielen Berufen gefordert.

Realistisch argumentiert

Als zweiter Verfechter von Pro brachte Schockel eigene Beobachtungen ein. Er erinnerte an seine Grundschulklasse, in der sich viele Klassenkameraden für die gebundenen Ganztags klassen der Mittelschule entschieden hatten. Genauso ihrem Lebensalltag verhaftet, reagierte seine Kontrahentin Forkel. Sie stellte die Frage, ob Unterricht bis in den Nachmittag nicht die Lehrer einschränke bei den Vorbereitungen für die Schulstunden des nächsten Tages.
Kosten eines geänderten Schulsystems, eingeschränkte Freizeitaktivitäten, vor allem Sporttraining, soziale Benachteiligung und das Recht der Eltern auf Erziehung nach ihren Vorstellungen - die vier an den Stehpulten streiften viele Aspekte, die auch andernorts in Debatten vorgebracht werden. Mit Bravour meisterten sie ein Metier, das tatsächlich im normalen Unterricht mit seinem Schwerpunkt auf Faktenvermittlung vom Lehrer zum Schüler zu kurz kommt.
Luisa Forkel wird das Gymnasium Höchstadt beim Regionalwettbewerb in Neustadt an der Aisch vertreten. Damit hat sie die Chance, am Bayernfinale im Maximilianeum teilzunehmen oder gar ins Bundesfinale in Berlin zu gelangen.





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