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Haushalt

Schlüsselfeld schultert große Investitionen ohne Neuverschuldung

Ein "absoluter Rekordhaushalt" - so Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) - wird den Schlüsselfelder Stadträten in ihrer nächsten Sitzung vorgelegt werden.
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Foto: Jens Wolf, dpa
Foto: Jens Wolf, dpa

Im Haupt- und Finanzausschuss wurde das 24,3 Millionen Euro umfassende Zahlenwerk vorberaten und dem Gesamtgremium zur Verabschiedung empfohlen. Damit liegt das Gesamtvolumen des städtischen Etats in diesem Jahr um 6,75 Prozent höher als 2018. Zurückzuführen ist dies auf große Investitionsmaßnahmen. Sie lassen den Vermögenshaushalt auf 9,8 Millionen Euro und damit gegenüber dem Vorjahr um mehr als 18 Prozent steigen. Hingegen blieb der Verwaltungshaushalt mit 14,5 Millionen Euro gegenüber 2018 nahezu unverändert.

Die Maßnahmen konnte Stadtkämmerer Franz-Ludwig Findeis ohne neue Kreditaufnahme finanzieren. Ein Griff in die Rücklagen war zum Haushaltsausgleich jedoch notwendig. Auch für die Folgejahre bis 2022 hofft Findeis, auf Fremdmittel verzichten zu können. Erfreulich sei zudem, dass die Verschuldung der Steigerwaldstadt in diesem Jahr gehörig reduziert werden soll. Lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum Jahresende 2018 mit 394 Euro bereits weit unter dem Landesdurchschnitt von 780 Euro, so hofft Findeis in diesem Jahr auf eine weitere Reduzierung auf 232 Euro pro Kopf der Einwohner. Zur planmäßigen Tilgung von 500 000 Euro soll nämlich eine zusätzliche in Höhe von 465 000 Euro hinzukommen. Ziel sei es, "durch außerordentlichen Schuldendienst die Verschuldung in den kommenden Jahren komplett abzubauen", schreibt Findeis im Vorbericht.

Rund 3,2 Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr in neue Baugebiete investieren. Der Grunderwerb für neues Bauland schlägt im Haushalt mit 1,15 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kommen 1,9 Millionen Euro für die Erschließung des Baugebiets "Brennender Stock" in Reichmannsdorf, der "größten und teuersten Baustelle in diesem Jahr". Auf der Einnahmenseite rechnet der Kämmerer aber auch mit 825 000 Euro durch den Verkauf von Bauplätzen.

Brunnen wird ausgebaut

Mit 1,3 Millionen Euro sind verschiedene Maßnahmen an der städtischen Abwasseranlage eingeplant. 671 000 Euro davon sind allein für die weitere Erschließung des Gewerbegebiets Schlüsselfeld Ost notwendig. 552 000 Euro sind im Haushalt für die Sicherung der städtischen Wasserversorgung eingestellt. Mehr als die Hälfte davon erfordern die Versuchsbohrungen und der Ausbau eines Brunnens in Reichmannsdorf. Glücklicherweise habe die Bohrung in Reichmannsdorf jetzt Wasser in ausreichender Menge gebracht, freute sich Bürgermeister Krapp.

Die Sanierung des Rathauses (Gesamtkosten rund 800 000 Euro) wird im vorliegenden Haushalt mit 550 000 Euro abgeschlossen. Mit dem Ausbau der Bamberger Straße durch den Landkreis erneuerte die Stadt Gehsteige und Wasserleitungen. Die Kosten dafür schlagen sich mit 400 000 Euro im Haushalt nieder. Abgeschlossen und abfinanziert werden der Gehweg von Aschbach nach Hohn am Berg sowie der seit langem gewünschte Fußweg zur Norma in Attelsdorf.

Mit dem Bau der Gemeindeverbindungsstraße von Wüstenbuch zur Staatsstraße 2260 soll schon bald begonnen werden. 560 000 Euro werden dafür notwendig, sagt der Haushalt aus. Durch den Verkauf des alten Bauhofs werde eine neue Halle notwendig, in der Streusalz und Hackschnitzel gelagert werden sollen. Einschließlich der Außenanlagen werde sie rund 750 000 Euro kosten. Des weiteren sei eine Lagerhalle für die Wasserversorgung notwendig.

Natürlich rechnet der Kämmerer auch mit diversen Fördermitteln. 400 000 Euro hat er an staatlichen Zuschüssen für bereits durchgeführte Kanalsanierungen eingeplant. Gefördert werde auch der Aufbau eines Kanalinformationssystems. Außerdem sollen 2019 die LAG-Zuschüsse für die Gestaltung der Dorfplätze von Thüngfeld und Eckersbach fließen.

Im Verwaltungshaushalt hat die Einkommensteuerbeteiligung die Drei-Millionen-Euro-Marke überschritten. Die Gewerbesteuer hat Findeis mit 4,9 Millionen Euro und damit um 500 000 Euro niedriger als im Vorjahr angesetzt. Er rechnet damit, dass Erstattungen aus früheren Jahren auf die Stadt zukommen. Wie bereits im Vorjahr muss Schlüsselfeld aufgrund des Steueraufkommens in diesem wie in den Folgejahren auf eine Schlüsselzuweisung verzichten.

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