Neuenbürg
Gartenausstellung

Schlosspark Neuenbürg erwacht zum Leben

Auf dem weitläufigen Gelände von Schloss Neuenbürg fand erstmals die Messe "Kunst, Genuss & Garten" statt. Anbieter und Besucher zeigten sich begeistert.
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Der Park von Schloss Neuenbürg bot den idyllischen Rahmen für die Gartenausstellung. Foto: Richard Sänger
Der Park von Schloss Neuenbürg bot den idyllischen Rahmen für die Gartenausstellung. Foto: Richard Sänger
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Idyllischer kann eine Gartenmesse kaum angesiedelt werden. Am Wochenende fand rund um das Schloss Neuenbürg die Veranstaltung "Kunst, Genuss & Garten" statt. Erstmals öffnete die Familie des Barons ihren Park für die "Schlossparkträume", und Irina Freifrau sowie Maximilian Freiherr von Gagern freuten sich mit den Anbietern über das bunte Treiben im Schlosspark.

Am Sonntag lockte zudem noch eine Modenschau mit extravaganter Braut- und Cocktailmode. Neben Speisen und Getränken gab es ein Kinderprogramm, bei dem die Kleinen mit Thomas Wieser basteln, sich schminken lassen oder mit dem Blasrohr schießen konnten. Ihre Eltern hatten derweil die Chance, Babyartikel mit Namen besticken zu lassen oder einem Holzschnitzer über die Schulter zu schauen.


Rostig ist angesagt

Rund 55 Aussteller zeigten im Schlosspark Gartenpflanzen, darunter auch Raritäten, Gartenschmuck aus Edelstahl, rostigem Eisen, moderne Wintergärten, Keramik, Windspiele, modische Accessoires, Schmuck in zahlreichen Variationen und vieles mehr. An der bunten Gartenschau beteiligten sich neben gewerblichen auch einige heimische soziale Anbieter.

Ein echter Hingucker waren unter anderem die Hüte der Nürnbergerin Eva-Maria Burner, mit denen sie schon bei der Fahrradmesse in Herzogenaurach für Aufsehen sorgte. Denn ihre "Evaria on top"-Helmhüte passen zu jedem handelsüblichen Fahrradhelm und machen ihn damit zu einem schicken Hut. "So ein wunderbares Ambiente und so einen schönen Park habe ich nicht erwartet", schwärmte die Nürnbergerin vor ihrem Stand. Vom Park mit seinen alten Bäumen schwärmten auch Besucher aus der näheren Umgebung, denn hinter dem dichten Grün hätten sie diese Idylle nicht erwartet.

Eine Reihe von Ausstellern, aber auch Besucher würden deshalb sich eine Fortsetzung der "Schlossparkträume" wünschen, darunter auch Walli Grönert, die ihr umfangreiches und teils ausgefallenes Sortiment präsentierte. Die Wachenrotherin betreibt einen Laden mit Geschenkideen für Haus und Garten. Sie wäre auch einem Advents- oder Weihnachtsmarkt nicht abgeneigt, denn das Schloss würde sich dafür geradezu anbieten. Allerdings würde sie sich im Vorfeld eine bessere Werbung wünschen, denn sie ist auf vielen Gartentagen unterwegs, und viele ihrer Kunden hätten nur durch Zufall oder Mundpropaganda von der Veranstaltung in Neuenbürg erfahren.

Einer Wiederholung der "Schlossparkträume" und damit einer Wiederbelebung des Schlossparks wäre auch das Ehepaar Irina und Maximilian von Gagern nicht abgeneigt. "Wenn die Resonanz des Wochenendes gut ist und wir ein positives Feedback der Aussteller und Besucher bekommen, werden wir uns was überlegen", meinte der Schlossherr mit Blick auf die Ausstellung.


Seit 1872 in Familienbesitz

Das jüngst sanierte Schloss Neuenbürg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der heutige Ortsteil von Weisendorf wurde 1165 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, weiter ist überliefert, dass Nürnberger Truppen 1388 die Burg nach langer Belagerung einnahmen und niederbrannten. 1449 wurde der Ort durch Reuß von Plauen zerstört. Im Jahr 1703 kaufte Johann Ehrenreich Stettner von Grabenhof das Gut, diese Familie wiederum verkauft Neuenbürg 1788 an die Künsperg. Ab 1818 gehörte das Dorf Neuenbürg zum Steuerbezirk Hannberg sowie zum Gerichtsbezirk und Rentamt in Erlangen. Die Besitzer wechselten in dieser Zeit sehr häufig, bis 1872 Friedrich von Gagern, ein Sohn des ersten deutschen Parlamentspräsidenten Heinrich von Gagern, das Gut kaufte, das sich bis heute im Besitz der Familie befindet.


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