Adelsdorf
Energie

Schlaue Lampen für Adelsdorf?

Die Gemeinde Adelsdorf möchte intelligente, bedarfsgerechte Beleuchtung für ihren öffentlichen Bereich.
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Noch sind die Lampen in Adelsdorf nicht "intelligent", sondern leuchten einfach, wenn man sie anschaltet. Das zu ändern, wäre ökologisch begrüßenswert, aber teuer. Deshalb zögert die Gemeinde.Johanna Blum
Noch sind die Lampen in Adelsdorf nicht "intelligent", sondern leuchten einfach, wenn man sie anschaltet. Das zu ändern, wäre ökologisch begrüßenswert, aber teuer. Deshalb zögert die Gemeinde.Johanna Blum

Gute Denkanstöße, ein gelungener Vortrag und eine offene, gute Diskussion gab es am Montagabend im Adelsdorfer Rathaus. Das war das Ergebnis des Arbeitskreistreffens zum Thema "Ist intelligente Straßenbeleuchtung für Adelsdorf sinnvoll?"

Die Gemeinde Adelsdorf hat in den Jahren 2017/2018 das gesamte Straßennetz mit etwa 1100 Leuchten sowie sämtliche Liegenschaften auf LED-Technologie umgerüstet, ausgetauscht und zum Teil auch neu errichtet. Mit diesen Maßnahmen können knapp 250 000 kWh jedes Jahr eingespart werden.

Es kamen mehr Interessenten als erwartet und nach einem einführenden Vortrag von Detlef Knickenberg, pensionierter Elektroingenieur aus Aisch, ging man gemeinsam der Frage nach, ob "intelligente Straßenbeleuchtung" für die Gemeinde Adelsdorf sinnvoll sein könne. Knickenberg erläuterte den Stand der Technik, verglich LEDs mit Natrium-Dampflampen, ging auf den -Effekt ein und erklärte bedarfsgesteuerte LED-Lampen. "Die Gemeinde hat ihre Hausaufgaben gemacht", so Knickenberg.

Bedarfsgesteuert

Intelligente Steuerung beginne mit der Beleuchtungssteuerung durch Bewegungs- bzw. Verkehrsfluss-Sensoren. "Die Gemeinde hat schon bei der Umstellung auf LED die Hälfte Energie eingespart. Stellt sie nun auf bedarfsgerechte Straßenbeleuchtung um, würde sie noch einmal einsparen - wobei die Investition höher wäre. Reduzierte Lichtemission bedeute auch weniger Lichtverschmutzung, die vielfältige Auswirkung auf Mensch und Tier hat."

In Adelsdorf sind 50 Prozent der Lampen in Retro-Optik, der Rest sind komplett neue Lampen. Diese Investition wird sich in fünf Jahren amortisiert haben. Einig war man sich, dass die LED-Beleuchtung alles andere schlägt.

Die Umrüstung auf "intelligent" könnte, abgesehen von den Kosten, aber auch in einigen Wohngebieten Ärger bereiten, falls es eventuell zu dunkel werde oder falls das Licht vor einem Fenster an- und ausgehe. Gärten würden mit den neuen LED-Lampen nicht mehr beleuchtet.

Die Menschen hätten vielleicht Angst bei zu geringer Beleuchtung. "Es gibt Ecken, die nicht so gut ausgeleuchtet sind, hier besteht Nachrüstungsbedarf", betont Elektroingenieur Thomas Staniewsky aus dem Wohngebiet Oesdorfer Weg; wohingegen Rudolf Worofka sich dafür einsetzt, auch mal einen beleuchteten Umweg zu gehen. Er stellt die Frage: "Muss wirklich alles und immer beleuchtet sein?"

Die Frage wurde in die Runde geworfen: Was ist unser Ziel? Ist eigentlich der Bedarf da? Einesteils sei bedarfsgerechte Beleuchtung cool, andererseits habe man inzwischen erkannt: je mehr Technik, desto größer die Anfälligkeit. Sollten die Lampen untereinander kommunizieren oder jede Lampe separat eingestellt werden? Das waren aber nicht die einzigen Fragen.

Fischkal gab der Runde mit auf den Weg, genauer über die Beleuchtung in Adelsdorf nachzudenken. "Brauchen wir eine solche Beleuchtung und falls ja, wo?"

Fortsetzung im März

Im kommenden März wird sich der Arbeitskreis wieder treffen. Vorher will die Gemeinde die Adelsdorfer befragen und wird Ralf Schwarz vom Bayernwerk dazu einladen. "Er kennt sich bestens aus und weiß auch die Kosten abzuschätzen."

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