Zentbechhofen
Baustelle

Schadstoffe gehen jetzt ins Geld

Am ehemaligen Schulhaus in Zentbechhofen läuft der Abriss. In zwei Jahren soll hier der neue Kindergarten stehen.
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Wand für Wand vom alten Schulhaus in Zentbechhofen fällt unter die Schaufel des Abrissbaggers.  Fotos: Andreas Dorsch
Wand für Wand vom alten Schulhaus in Zentbechhofen fällt unter die Schaufel des Abrissbaggers. Fotos: Andreas Dorsch
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Als in den 1960er Jahren das Schulhaus in dem damals noch selbstständigen Zentbechhofen gebaut wurde, war die Schädlichkeit von Baustoffen offensichtlich noch kein Thema. Dieser Tage wird das alte Schulhaus abgerissen und die Bausünden der Vergangenheit holen den Bauherrn ein.

Der ist nach der Eingemeindung von Zentbechhofen die Stadt Höchstadt. Die lässt jetzt das Schulhaus abreißen, um Platz zu machen für einen Kindergartenneubau.

125 000 Euro für die Schadstoffe

250 000 Euro kostet allein der Abriss, erklärte am Mittwoch bei einem Ortstermin Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Und er schob hinterher, dass man in dem Schulhaus auch auf Schadstoffe gestoßen sei, die die Kosten nach oben treiben.

Die Hälfte der 250 000 Euro Abrisskosten müsse für die Schadstoffbeseitigung ausgegeben werden, sagte Architekt Fritz Wiesneth, in dessen Büro unter Federführung seiner Tochter Sabrina Wiesneth der neue Kindergarten geplant wird.

Die problematischen Stoffe im alten Schulhaus sind Asbestplatten, künstliche Mineralfasern und damals verarbeitete Wandfarben, die Schwermetall enthalten. All das muss jetzt speziell entsorgt werden.

Rückbau wird überwacht

Festgestellt wurden diese Stoffe durch ein extra Schadstoffgutachten, das die Firma Protect Umweltschutz GmbH vor dem Abriss erstellt hat. Deren Schadstoffexperte Khalil Bardag begleitet jetzt mit einem Mitarbeiter den Rückbau in Zentbechhofen. Eine Aufgabe, die heute beim Abbruch älterer Gebäude üblich ist, so Bardag.

Das alte Schulhaus wird jetzt entkernt und dann der Rohbau eingerissen. Laut Architekt Wiesneth liegt man voll im Zeitplan. Wenn im Herbst das neue Kindergartenjahr beginnt, muss von der Schule alles weg sein. Zwei Jahre sind für den Neubau des Kindergartens geplant, kündigt Bürgermeister Brehm an. Die Kosten sind auf über zwei Millionen Euro veranschlagt. Brehm erwartet darauf rund 75 Prozent Zuschuss.

Notwendig wird der neue Kindergarten, weil der alte im ehemaligen Pfarrheim zu klein geworden ist. Derzeit gibt es in Zentbechhofen zwei Kindergartengruppen, eine Krippengruppe und den Hort. Eine Gruppe ist bereits provisorisch in einem Container untergebracht. Träger des Kindergartens ist noch die katholische Kirchengemeinde. Für den neuen Kindergarten übernimmt die Stadt die Trägerschaft.

50 Grundstücke

Bedenken, dass der neue Kindergarten nicht ausgelastet sein könnte, hat der Bürgermeister nicht. So seien gegenüber dem geplanten Gebäudekomplex rund 50 Grundstücke ausgewiesen worden und auch aus den Ortsteilen Greuth und Förtschwind kämen die Kinder.

Wenn Zentbechhofen demnächst die geplante Auffahrt auf die B 505 bekommt, werde der Ort auch für Leute interessant, die im Raum Bamberg arbeiten, meint Brehm. Er ist für ein gesundes Wachstum dieses Ortsteils, der auch wegen der Entfernung zu Höchstadt eine eigene Struktur hat.

Das alte Pfarrhaus in Zentbechhofen will Brehm ins Eigentum der Stadt überführen und für Senioren nutzen. Bei dem Ausbau des denkmalgeschützten Geburtshauses des Flugpioniers Friedrich Hardt plant der Bürgermeister EU-Zuschüsse ein.

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