Herzogenaurach
Umwelt

Salate aus dem Einmachglas

Salat im Glas, eine von vielen Ideen, die Christian Polster in seiner Bäckerei umsetzt, um zu zeigen, dass Umweltschutz ein Thema ist, das bei ihm eine wichtige Rolle spielt. Denn bereits im Kleinen fängt die Umsetzung an.
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Jasmin Stephan präsentiert die neue umweltfreundliche Idee: Salat im Glas.  Foto: Michael Busch
Jasmin Stephan präsentiert die neue umweltfreundliche Idee: Salat im Glas. Foto: Michael Busch

Jasmin Stephan ist recht pragmatisch. Die Bäckereifachverkäuferin ist sich sicher: "Ja, wir retten die Welt sicher nicht alleine, aber irgendwo muss man ja mal anfangen."

Strohhalme aus Papier

Der Anfang bei ihrem Arbeitgeber, der Bäckerei Polster, ist längst gemacht. Man achtet auf die Umwelt und hat Ideen, diese auch in den Geschäftsbetrieb einzubringen. Da sind die Strohhalme aus Papier, das Besteck aus Holz, die Tüten aus Altpapier und die Plastiktüten (die wenigen, die man noch braucht) aus einem abbaubaren Material). Aber es gibt eben eine weitere Idee.

Seit dem Freitag werden die Salate nicht mehr in Plastikschüsseln serviert und zur Mitnahme angeboten, sondern in Einmachgläsern. "Die werden mit drei Euro Pfand berechnet", erklärt Stephan, aber es ist eben die Möglichkeit Plastik zu vermeiden. Um dem Kunden nicht zu sehr zu belasten, gibt es sogar das Sonderangebot, dass die Behälter nicht gesondert gewaschen werden müssen. "Einfach zurückbringen, wir machen das!" Stephan weiß um diese kleinen Hürden, aber auch um die Möglichkeiten diesen entgegenzutreten. Bei den "Coffee to go" habe man zum Beispiel erkannt, dass der eigenen Mitnahmebecher eben oft vergessen werde, so dass der Chef Christian Polster auf eine andere Idee gekommen sei. "Wir geben dem Kunden 30 Cent Rabatt, wenn er seinen eigenen Becher mitbringt, egal ob der von uns ist oder es ein anderer Becher ist", erklärt Stephan.

Der Bäckerei Polster kommt es auf die Nachhaltigkeit an. "Die Mitarbeiter treffen sich mit dem Chef einmal im Monat, um über solche Dinge zu sprechen", plaudert die Verkäuferin aus dem Nähkästchen. Dabei werde gemeinsam besprochen, was umsetzbar sei. "Es ist natürlich auch eine besondere Motivation, solche Dinge gemeinsam zu entscheiden", gibt sie zu. Vor allem, weil es sich eben um nachhaltige Lösungen und keine kurzfristigen Entscheidungen handle.

Kunden werden berücksichtigt

Klar, auf den Kunden werden ebenso intensiv geschaut. Aber bisher habe man den Eindruck, dass dieser solche Änderungen nicht nur akzeptiere, sondern auch begrüße. Wobei Stephan sich sicher ist: "Bei den Salaten in Einmachgläsern würden wir das Angebot auch nicht mehr verändern." Der Umweltschutz spielt eine wichtige Rolle.

Stephan gab zu, dass wenn sie in anderen Läden, auch Bäckereien als Kundin ist, auch auf solche Angebote achte. "Ich schaue schon darauf, wie Produkte verkauft werden, ob Plastiktüten eine Rolle spielen." Sie ist in diesem Falle Kundin und denkt, dass ein Angebot dieser Art positiv aufgenommen werde."Natürlich gibt es Kunden, die auch mal sagen: Muss das jetzt sein", aber Stephans Auffassung nach, seien das die Wenigsten.

Die Geschichte der Bäckerei geht zurück auf Georg Taufer aus Kosbach. Im Jahr 1906 eröffnete er sein Geschäft an heutiger Stelle in Haufendorf. Seit dem sind über 100 Jahre vergangen und vier weitere Generationen folgten. Der kleine Betrieb ist zu einer regional bekannten Bäckerei und Konditorei gewachsen. Die Firma wird heute in der vierten und fünften Generation von Josef und Christian Polster geführt.

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