Kreiskrankenhaus St. Anna

Rundgang durch die neue Intensivstation in Höchstadt

Der erste Bauabschnitt am Krankenhaus ist bald fertig. Mit der modernen Ausstattung werden Ärzte und Pfleger bald teils schwer kranke Menschen versorgen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Den neuen Endoskopieraum im Anbau an das Kreiskrankenhaus in  Höchstadt zeigten (von links) Chefarzt Martin Grauer, Verwaltungsleiter Albert Prickarz, Architekt Ralf-Dieter Böhme und Pflegedienstleiterin  Bianca Dotterweich. Foto: Christian Bauriedel
Den neuen Endoskopieraum im Anbau an das Kreiskrankenhaus in Höchstadt zeigten (von links) Chefarzt Martin Grauer, Verwaltungsleiter Albert Prickarz, Architekt Ralf-Dieter Böhme und Pflegedienstleiterin Bianca Dotterweich. Foto: Christian Bauriedel
+24 Bilder

Es sind Räume, in die das Schicksal einziehen wird. Hier werden bald Diagnosen gestellt, Kranke geheilt. Es werden aber auch Schwerkranke und Verletzte sterben.

Doch zur Zeit zieht in die nigelnagelneuen Räume im Kreiskrankenhaus in Höchstadt vorerst die Technik ein. Und die ist hochmodern, wie Chefarzt Martin Grauer und Verwaltungsleiter Albert Prickarz erklären. Sie gaben am Freitag einen Rundgang durch die völlig neue Endoskopie- und Intensivstation.

Bei der Endoskopie, eines der Fachgebiete des Chefarztes, spricht Grauer vom "Mercedes der Endoskopie". Man habe die beste Technik gekauft, die es momentan auf dem Weltmarkt gibt. Locker den Wert eines teuren Autos könne die Technik mit hochauflösender Kamera haben.

Auf das Röntgen verzichten

Ein Vorteil neben der optimalen Bildgebung: Es könne häufiger auf Röntgen verzichtet werden, so Grauer. Insgesamt habe man 2,7 Millionen Euro in Medizintechnik der neusten Generation investiert.

Seit 2016 wird am Krankenhaus nun schon umgebaut. Jetzt ist der erste Bauabschnitt fristgerecht fertig geworden. In ein paar Wochen will man im neuen Anbau die Arbeit aufnehmen. Momentan werden schon die Geräte in die Räume eingebaut. Dann folgt die offizielle Hygieneabnahme.

Knapp 1000 Patienten jährlich versorgte man schon bisher in der alten Intensivstation. Längst sei es hier zu Engpässen gekommen. "Wir mussten letztes Jahr über 100 Tage auf andere Kliniken verweisen", sagt Prickarz.

Deshalb hat man die Bettenanzahl im Intensivbereich von bisher vier auf nun sechs erhöht. Dass ein aktuelles Gesetz diesen Standard fordert, wusste man noch nicht, als man vor Jahren plante. Man sei froh, dass man dies nun ebenfalls erfülle.

Jetzt gibt es vier Zimmer, davon zwei mit Hygieneschleuse sowie ein Doppelzimmer. "Eine massive Verbesserung zum derzeitigen Zustand", so Grauer. Der Aufwachraum, die Endoskopie sowie die Anlieferung der Patienten durch den Notarzt liegen nun räumlich beieinander, was Arbeitsabläufe verbessere. Das Pflegepersonal wolle man um mehrere Stellen aufstocken. Den Intensivnachtdienst sollen jetzt zwei statt früher eine Pflegekraft übernehmen.

Am zweiten Bauabschnitt wird noch gearbeitet: Renovierung und Umorganisierung der Stationen, der Zentralsterilisation, neue Aufzüge, Erweiterung der Treppenhäuser. "Da ist noch etwas zu tun", sagt Architekt Ralf-Dieter Böhme. Bei der Sanierung des Altbaus liege man in etwa bei 30 Prozent. Bis Ende nächsten Jahres will man fertig sein, sagt Prickarz.

Den Löwenanteil zahlt das Land

Das kostet alles Geld. 18 Millionen Euro um genau zu sein. Fast 14 Millionen Euro kommen vom Freistaat. Der Landkreis legt fast 3,5 Millionen Euro drauf. Der Rest kommt aus normalen Krankenhausfördermitteln.

"2019 wird finanziell noch einmal hart. Aber 2020 soll es Früchte tragen", sagt Grauer mit Blick auf das vielgescholtene Defizit des Kreiskrankenhauses.

Doch die Investition sei gut angelegt. Es könnte auch anders sein. Grauer verweist auf die mögliche Schließung des Kreiskrankenhauses in Hersbruck. "Wir in Höchstadt kämpfen intensiv, dass wir überleben. Wir sind das gallische Dorf", sagt Grauer. Ein Beitrag zur Zukunft von St. Anna sei die Kooperation mit der Uniklinik Erlangen, etwa bei der Unfallchirurgie.

Lobende Worte finden Grauer und Prickarz für die Geduld der Patienten und Mitarbeiter. Eine Baustelle bei laufendem Krankenhausbetrieb sei eine extrem komplizierte Angelegenheit.

Haupteingang am Dienstag offen

Dass es sich lohnt, kann man am Haupteingang sehen. Dieser soll bis Dienstag geöffnet sein. Er hat eine behindertengerechte Rampe erhalten, die in etwa einem Monat nutzbar sein soll.

Auch in der schon fertigen Cafeteria ("Spitaleria") glitzert seit kurzem alles neu. Man fühlt sich fast etwas zu wohl dafür, dass es ein Krankenhaus ist, in das auch das Schicksal mit einzieht.



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren