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Röttenbach
Diskussion

Röttenbacher Gewerbegebiet nimmt nächste Hürde

Das umstrittene Areal "Süd im Sand II" in Röttenbach geht in die zweite Beteiligungsphase.
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Das geplante Gewerbegebiet
Das geplante Gewerbegebiet
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Die Planungen für das Gewerbegebiet "Süd im Sand II" wurden jüngst im Röttenbacher Gemeinderat intensiv diskutiert. Unlängst hatte der Bund Naturschutz mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion die aus seiner Sicht unnötige Ausweitung des bestehenden Gewerbegebiets im Süden der Gemeinde kritisiert. Röttenbach brauche dies nicht und verliere dadurch wertvolle Flächen.

Gleich zu Beginn der Sitzung stellte die SPD-Fraktion in diesem Zusammenhang einen Antrag zum weiteren Verfahren. "Wir haben zwar prinzipiell nichts gegen die Planungen, sehen aber durchaus ein großes Konfliktpotenzial zwischen Natur und Gewerbe", so Lothar Saulich (SPD). Er plädierte dafür, die Einwendungen der ersten Beteiligungsphase zwar zu diskutieren, aber noch nicht abzustimmen. Stattdessen regte er einen Runden Tisch an, um die unterschiedlichen Interessengruppen zusammenzubringen.

Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) wollte diesen Vorschlägen nur teilweise folgen. Was eine größere Bürgerbeteiligung und Transparenz betrifft, zeigte er sich sehr aufgeschlossen. "Da rennt man bei mir offene Türen ein", antwortete Wahl und schlug eine moderierte Bürgerversammlung mit Diskussion als Forum vor. Einem Aufschub der Planungen erteilte er hingegen eine Absage, denn diese Beteiligung sei ja auch jetzt in der zweiten Phase möglich. Letztendlich wurde der SPD-Antrag mit 13 zu drei Stimmen abgelehnt.

Im Anschluss trug der zuständige Planer Matthias Rühl von der Arbeitsgemeinschaft Stadt & Land aus Neustadt/Aisch die eingegangenen Einwendungen und die entsprechenden Stellungnahmen vor. Ausführlich widmete er sich dabei der Kritik des Bund Naturschutz. Grundsätzlich betonte Rühl, dass es gar nicht so viel Konfliktpotenzial bei der Planung gebe und man in vielen Dingen auch nicht so weit weg von den Forderungen der Naturschützer sei. Es könnte bestehende Infrastruktur genutzt werden, es gebe eine gute Anbindung an den ÖPNV und die Planung mehrgeschossiger Gebäude würde eine effiziente Flächennutzung bieten. Das neue Gewerbegebiet sei allerdings notwendig, da es eben keine Nachverdichtungsflächen gibt und Bedarf besteht.

Naturflächen werden geschützt

Rühl sieht durch den vorliegenden Plan eine sehr gute Chance, die Ortsentwicklung auf diesem Gebiet nach Süden abzuschließen und die verbleibenden Naturflächen zu schützen. Er betonte in diesem Zusammenhang, dass das wegfallende Biotop nicht mehr die hohe Schutzwürdigkeit als Nasswiese besitzt, sondern sich seit der Kartierung zu einer extensiv genutzten Gras- und Krautflur entwickelt hätte. Bürgermeister Wahl lobte zudem die bereits bekannten Planungen für die Gebäude als äußerst nachhaltig und vorbildhaft. Saulich kritisierte, dass trotz dieser ganzen guten Absichten eben Naturflächen verbraucht würden.

Entscheidende Änderungen am Bebauungsplan sind das Verbot von Kellerräumen aufgrund möglicher Grundwasserprobleme und die Beschränkung der Gebäudelänge auf maximal 50 Meter. Die Begrünung von Dachflächen wird ausdrücklich gewünscht und die Gemeinde könnte sich hier auch eine entsprechende Förderung vorstellen. Der Gemeinderat billigte letztendlich sowohl den geänderten Flächennutzungs- als auch den Bebauungsplan mit 13 Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen aus der SPD-Fraktion. Die geänderten Unterlagen liegen jetzt im weiteren Beteiligungsverfahren für einen Monat aus.

Turnhallensanierung liegt im Plan

Zwei weitere Bauvorhaben sind in Röttenbach schon weiter fortgeschritten. Was die Sanierung der Schulturnhalle betrifft, informierte der zuständige Architekt Harald Fuchs über die notwendig gewordene Vergabe zweier weiterer Aufträge, was gebilligt wurde. Die Firma Obermeyer & Schmitz übernimmt für rund 19 000 Euro die Brandschutzverkleidung von Stahlträgern und die Firma Scholz aus Weismain notwendige Sägearbeiten an den Tribünenstufen für etwa 19 700 Euro. Ansonsten befinden sich die Arbeiten laut Fuchs im Plan.

Dies trifft auch auf die Umgestaltung des Rathausplatzes zu, so der zuständige Projektmanager Bernd Ernst. Der Gemeinderat vergab die Aufträge für die nieder- und mittelspannungstechnische Ausrüstung, für die elektro- und beleuchtungstechnische Ausrüstung, für Holzbänke und für Geländer bzw. Stahlbau im Gesamtwert von rund 467 000 Euro. Auch wenn es hier bei Einzelposten Kostensteigerungen von bis zu 30 Prozent gibt, ist man insgesamt weiter im Kostenrahmen.