Röttenbach
Bauleitplanung

Röttenbach wächst im Westen

Die Gemeinde Röttenbach will Bauparzellen ausweisen. Wo später Röttenbach West stehen soll, gibt es aber seltene Tiere und Pflanzen.
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Im Gemeinderat wurden die Planungen für das neue Röttenbacher Baugebiet vorgestellt.Elias Pfann
Im Gemeinderat wurden die Planungen für das neue Röttenbacher Baugebiet vorgestellt.Elias Pfann
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Ein großer Tagesordnungspunkt, der viele Röttenbacher in die Sitzung des Gemeinderats lockte, war die Aufstellung des Bebauungsplans "Röttenbach West". Dafür war zunächst ein Artenschutzrechtliches Gutachten durchgeführt worden, wobei bei fünf Begehungen im letzten Jahr seltene Vogelarten, die Zauneidechse, die Knoblauchskröte und seltene Ackerkräuter festgestellt wurden. Für einige Vogelarten wie das Rebhuhn oder den seltenen Wendehals müssen ausreichend Brachlandschaften ausgewiesen werden. Dazu kann die Gemeinde zwar schon auf bestehende Flächen zurückgreifen, diese reichen aber nicht. Das Naturschutzgesetz schreibt außerdem das Umsiedeln der Zauneidechsen und die Anlage von Schutzzäunen vor.

Des Weiteren müssen Schutzzonen eingerichtet werden, die zusätzliche Fläche benötigen. Im Norden des Baugebietes braucht es zudem einen zweijährigen Vorlauf für die Naturschutzmaßnahmen, bevor die Erschließungsmaßnahmen beginnen können, da dort mehr schützenswerte Arten vorkommen.

Bekommt man die am sieben Hektar großen Baugebiet angrenzenden Flächen nicht, will die Gemeinde versuchen, bei der Regierung von Mittelfranken eine Ausnahmegenehmigung bezüglich des Artenschutzes zu erreichen. Kosten entstehen hierbei für die Gemeinde nicht, da sie zu 100 Prozent auf die Käufer der Grundstücke umgelegt werden. Dennoch kann durch die Untersuchung nicht ausgeschlossen werden, dass es auf dem Baugebiet weitere schützenswerte Tiere und Pflanzen gibt.

Da auf das Baugebiet viel Oberflächenwasser der Acker und Wiesen abfließt, müssen einige Regenrückhaltungen errichtet werden, sagte Frank Schönfelder von Planungsgruppe Strunz. Die Wasserrückhaltung soll durch mehrere kleine Rückhaltebecken im Baugebiet sowie eine große Regenrückhaltung im Süden des Baugebiets - wo momentan schon ein Weiher ist - gewährleistet werden, um so drohende Überschwemmungen zu vermeiden.

Der Planer schlägt außerdem vor, das Baugebiet in zwei Bauabschnitte zu teilen, so dass sich die längere Planung im nördlichen Teil nicht auf das ganze Baugebiet auswirkt. Durch den Artenschutz und die Entwässerung wird die gesamte Baufläche um 0,3 auf 6,7 Hektar sinken. Außerdem müssen noch circa drei Hektar Ausgleichsfläche für das Bauland gefunden werden, so Frank Schönfelder. "Als nächstes werden wir die innere Erschließung, also die Baugrundstücke, planen. Das wird bis Mitte/Ende April dauern", berichtet Bürgermeister Ludwig Wahl. Bis Ende Juli werde man die Kriterien für den Erhalt eines Bauplatzes festlegen, so der Bürgermeister. Baubeginn sei voraussichtlich 2020.
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