Herzogenaurach

Rockkeller: Die MIH gibt ein Zeichen

Die Stadt sucht weiter einen Pächter für den Polsterkeller. Denn die Musikinitiative wird den Keller nicht übernehmen, will aber bei der Musik gern unterstützen. Jetzt wird ausgeschrieben.
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Foto: Archiv
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Die Suche nach einem Betreiber für den Polsterkeller, besser bekannt als Rockkeller, geht weiter. Noch ist nicht klar, wie nach dem Rückzug der Brüder Hubmann die Nachfolge aussehen soll. Denn die Musikinitiative (MIH) hat sich inzwischen nicht bereit erklärt, den Kultkeller während der Sommerkirchweih zu pachten.

Am Dienstagabend traf sich der Vorstand der MIH zur Besprechung. Das Ergebnis der Unterredung, bei der die Zahl der Beteiligten das Vorstandszimmer offensichtlich "sprengte", war eindeutig. Die Musikinitiative werde sich nicht um die Pacht des Kellers bemühen. Es sei nicht der Sinn und Zweck des gemeinnützigen Vereins, als Kirchweihwirt aufzutreten, bilanzierte Erster Vorsitzender Thomas "Smiley" Schönfelder auf Anfrage des FT.

Und deshalb lehnte man es ab, den Keller eigenständig zu pachten. Dahinter stand auch die Gewissheit, dass so ein Unterfangen den Verein sowohl personell als auch finanziell überfordern könnte. Schönfelder: "Das ist einfach nicht unser Ding."

Ein "Ding" der MIH sei es aber gleichwohl, ihr Knowhow in punkto Musik einzubringen. Und deshalb ist das Thema Rockkeller freilich noch nicht ad acta gelegt. "Wenn sich ein Pächter findet", so fasst es der Vorsitzende zusammen, "und die Stadt Wert auf eine alternative Bühne legt, dann würden wir gerne unterstützen". Will heißen: Ein Wirt oder Verein pachtet den Keller, und die Musikinitiative bringt sich bei der Zusammenstellung der Bands und auch beim technischen Support ein, man stellt also auch gern die Anlage.

"So haben wir das auch schon in den letzten Jahren gemacht", sagt Smiley. Auch die Hubmann-Brüder wurden demnach schon technisch unterstützt. Ein Fortbestehen des Rockkellers ist freilich auch im Sinne der MIH. "Wir würden das schon gern unterstützen."

Das wiederum findet Bürgermeister German Hacker "sehr gut: Die Musikinitiative ist im Boot". Verständnis bringt das Stadtoberhaupt der Tatsache entgegen, dass die MIH in Herzogenaurach schon sehr viel macht, was von der Stadtspitze schon auch gesehen werde. Hacker erkennt daher die begrenzten Kapazitäten, will aber die Ankündigung der Mithilfe seitens der MIH durchaus ernst nehmen. "Für uns bedeutet das: Wir schreiben das Areal aus."

Das allerdings werde kein leichtes Unterfangen, "da ist Kreativität gefragt". Denn die verschiedensten Fragen seien jetzt im Detail zu klären. Schließlich entstehen durch die zweite Musikbühne auch extra Kosten. Wer zahlt die?

Ende Februar, so umriss es Hacker, möchte man Erkenntnisse haben. Denn die Zeit bis zur nächsten Kerwa ist schließlich auch nicht unendlich.

Die Ausschreibung wird sich an den folgenden Kernbausteinen orientieren: Es wird auf dem Polsterkeller Wert auf ein alternatives Musikzelt gelegt und die Musikinitiative soll als Vermittler für den musikalischen Teil berücksichtigt werden, wird aber kein Vertragspartner. Demnach nutzt es also nichts wenn beispielsweise eine Brauerei den Keller pachtet und dann ein paar Lautsprecherboxen aufhängt, auf denen dann vielleicht auch noch das Programm der Hauptbühne übertragen wird.

Interessenten sollen, so Hacker, die Ausschreibung jetzt noch abwarten.

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