Kairlindach
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Rindermast in Kairlindach - Fachleute informieren die Bürger

Bei Kairlindach informierte Jürgen Schenk als Betreiber der geplanten Rindermastanlage die Bürger. Die Ställe sollen neben der Biogasanlage stehen.
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Jürgen Schenk stellte in Kairlindach sein Vorhaben vor.Fotos: Richard Sänger
Jürgen Schenk stellte in Kairlindach sein Vorhaben vor.Fotos: Richard Sänger
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Just zum Termin am Donnerstagabend kam ein Tankzug und lieferte Gülle. "Bei einem eigenen Stall sind solche Transporte überflüssig", erklärte Schenk, als der Tankzug den Hof verließ. Er stellte das Bauvorhaben vor und entschuldigte sich, dass die Verteilung der Flyer nicht funktioniert habe und auf postalischem Wege einiges schiefgelaufen sei.

Zum Termin kam auch der BBV-Kreisobmann Jürgen Dierauff aus dem Nachbarlandkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, der die Initiative Heimische Landwirtschaft vertritt. Mit Pit Dichter war auch ein Vertreter der Firma Unifleisch nach Kairlindach gekommen. In Erlangen werden dann auch die Tiere von Jürgen Schenk geschlachtet werden.

Sowohl von Dierauff als auch Dichter wurden einige Aussagen zurecht gerückt, die in Leserbriefen und sozialen Medien seit Wochen die Runde machen. Beide bestätigten dem Betreiber Schenk, dass er mit seinen Ställen sogar die Kriterien für Biofleisch bei genfreier Fütterung erfüllen würde. So werden die Vorgaben für Stroh und Platz sowie Auslauf erfüllt und er erreiche die "Haltungsform 3", erklärte Dichter.

Auf Nachfrage erklärten Dichter und Dierauff, dass der kritisierte Boden mit seinem geplanten Gefälle für die Tiere kein Problem sei. Bei der Anlieferung im Erlanger Schlachthof werden die Tiere untersucht und bei Verletzungen oder sonstigen Problemen würde nicht nur das Veterinäramt informiert, sondern es gäbe beim Preis einen Abzug. "Ein Rind mit Schmerzen nimmt nicht zu und eine Kuh gibt weniger oder überhaupt keine Milch", erklärte Pit Dichter mit Nachdruck.

Auch die Mär, dass das Fleisch ins Ausland verkauft werden müsste, weil der Fleischkonsum stark rückläufig sei, wies Dichter zurück. Rund 28 Prozent würden ins europäische Ausland gehen, aber nicht, weil es übrig sei, sondern es liege an anderen Gründen. So wollen die Franzosen nur bestimmte Stücke eines Rindes, das in Deutschland wenig oder überhaupt nicht gefragt sei, erklärte der Fachmann.

Über die Proteste in Weisendorf konnte Jürgen Dierauff nur den Kopf schütteln. "Da baut ein Landwirt einen Stall nach den neuesten Erkenntnissen und auch das soll nicht recht sein, schließlich ernährt ein Landwirt rund 150 Menschen", erklärte er.

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