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Reparaturarbeiten am Windrad "ERH 5" bei Höchstadt: Arbeiten in 140 Metern Höhe

Das Windrad "ERH 5" zwischen Höchstadt und Lonnerstadt steht seit einigen Tagen - mit Unterbrechungen - still. Drei Experten der Lübecker Firma Buss reparieren in 140 Metern Höhe die Rotorblätter des Windrades.
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140 Meter ist das Windrad "ERH 5" zwischen Höchstadt und Lonnerstadt hoch. Cem Baydar und seine Kollegen fahren mit dem Aufzug nach oben.  Funktioniert der nicht, gibt es eine Leiter. Fotos: Franziska Rieger
140 Meter ist das Windrad "ERH 5" zwischen Höchstadt und Lonnerstadt hoch. Cem Baydar und seine Kollegen fahren mit dem Aufzug nach oben. Funktioniert der nicht, gibt es eine Leiter. Fotos: Franziska Rieger

Sieben Minuten dauert es, bis Cem Baydar im Aufzug des Windrades "ERH 5" bei Lonnerstadt bis ganz nach oben fährt. 140 Meter in die Höhe. Von dort gelangen Baydar und seine Kollegen in das Innere der Rotorblätter. Das jeweilige Rotorblatt muss in der Luft waagrecht stehen, damit die Arbeiter hineinlaufen können. An der breitesten Stelle - die Blätter verlaufen leicht konisch - hat das Blatt einen Durchmesser von 2,40 Metern. Zwei Arbeiter passen in den Aufzug, einer behält am Boden die Übersicht. Über Funkgeräte sind sie miteinander verbunden.

Wenn der Aufzug einmal ausfällt, dann klettern die Arbeiter im Inneren des Windrades an einer Leiter nach oben. Dafür sichern sie sich an den Leitersprossen ab, Schutzanzug, Helm und Sicherheitsschuhe sind ohnehin Vorschrift. Das Klettern kostet viel Kraft und Konzentration. Ungefähr 20 Minuten dauert es, bis ein Arbeiter oben ankommt, je nachdem wie fit er ist. Dazwischen gibt es immer wieder Plattformen, auf denen er sich kurz ausruhen kann.

Für Cem Baydar und seine Kollegen Serhiy Kunst und Dirk Sperling ist das Alltag. Sie arbeiten seit vielen Jahren Onshore (Windparks auf dem Boden) und Offshore (Windparks im Meer). "Wenn du Angst hast, dann kannst du nicht arbeiten", sagt Dirk Sperling, seine Kollegen nicken. Jedes Jahr müssen sie für die Arbeit neue Schulungen und Gesundheitstests bestehen.

Wenn die Rotorblätter von außen repariert werden, dann fahren die Arbeiter mit einer Bühne am Windrad hoch. Auf einem Computer im Inneren des Windrades werden alle Daten genau aufgezeichnet, auch die Windstärke. Bläst der Wind stärker als zehn Meter pro Sekunde, dann darf niemand hochfahren, ebenso bei Regen.

Kleine Schäden beseitigen

Nach Lonnerstadt sind Cem Baydar und seine Kollegen gekommen, weil dort Reparaturarbeiten anstanden. Reinhard Kirchner von der Betreibergesellschaft Wust - Wind & Sonne erklärt, dass die Windräder alle paar Jahre extern geprüft werden. Der Windrad-Hersteller, in Lonnerstadt ist das Nordex, beauftragt dafür einen Dienstleister für Rotorblatt-Arbeiten.

"Das sind kleine Schäden, die turnusmäßig beseitigt werden müssen", sagt Kirchner. Bei einem Rotorblatt hat ein Blitz eingeschlagen, die oberste Schicht muss deshalb neu versiegelt werden. Seit knapp zwei Wochen sind die Arbeiter in Lonnerstadt. Sie arbeiten mit Unterbrechungen, abhängig von der Wetterlage. Weil die nächsten Tage windig werden sollen, machen sie ab heute eine Pause und arbeiten bei gutem Wetter weiter. In der Zeit kann sich das Windrad dann auch wieder drehen.

Denn während die Arbeiter vor Ort sind, steht das Rad still, auch nachts - ein Verlust für die Betreibergesellschaft. "Es entstehen schon einige Ertragsausfälle", sagt Kirchner. Wie viel Leistung - und dadurch Geld - verloren geht, könne er noch nicht sagen. Die Reparaturkosten und ein Teil der Ausfälle seien über einen Vollwartungs-Vertrag abgedeckt. Bei einem Blitzschaden springe die Versicherung ein.

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