Höchstadt a. d. Aisch

Reisende Handwerker richten ehemaligen Schweinestall in Höchstadt als Schlafstätte her

Acht Handwerker wollen den ehemaligen Schweinestall der Höchstadter Schankwirtschaft "Töpfla" umbauen. Am Ende soll eine "richtig tolle Logis" entstehen.
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Grüßen schon mal aus dem zukünftigen Wohnzimmer: hinten von links Oltmann Sönke, Shiem und Moritz sowie (vorne, von links) Karl, Anka und Felix. Foto: Yannick Hupfer
Grüßen schon mal aus dem zukünftigen Wohnzimmer: hinten von links Oltmann Sönke, Shiem und Moritz sowie (vorne, von links) Karl, Anka und Felix. Foto: Yannick Hupfer

Als Spengler Karl gerade in den Hof hinter der Höchstadter Schankwirtschaft "Töpfla" eintrifft, ist die Freude groß. Sechs Handwerker warteten schon auf ihn, immerhin haben sie zusammen Großes vor.

Karl ist ein "rechtschaffener fremder" (kurz: r.frd.) Spengler, einer, der auf Wanderschaft ist. Mal ist er in Braunschweig, mal in Höchstadt. Denn das "Töpfla" in der Innenstadt ist seit letztem Jahr ein Krug - also eine Anlaufstelle für alle auf Wanderschaft. Hier, wissen die Handwerksleute, werden sie von "Muttern", also von der Wirtin, offen empfangen, kriegen etwas zu essen und zu trinken.

Dreh- und Angelpunkt

"Die Herbergen sind für uns Dreh- und Angelpunkt", sagt r.frd. Maurer Felix. Oftmals empfängt sie auch eine Schlafstelle. Die allerdings ist bisher im "Töpfla" noch provisorisch: Hinter der Wirtschaft befindet sich ein alter Stall, der bisher noch nicht ausgebaut wurde. Doch das ändern die insgesamt acht Handwerker nun. Sie möchten aus dem ehemaligen Schweinestall eine Schlafstätte für die Reisenden bauen - mit allem, was man braucht: Schlafraum, zwei Wohnzimmer, Badezimmer, Küche. "So entsteht am Schluss eine richtig tolle Logis", meint Felix.

Aktuell befindet sich das Gebäude noch im alten Zustand. Zunächst müssen Rohre verlegt, Dämmung angebracht und Steckdosen installiert werden. Jeder der Handwerker bringt dabei seine eigene Expertise ein und kriegt von allen anderen Unterstützung. "Man kann auch Sachen ausprobieren", sagt Felix - "der Kreativität freien Lauf lassen."

"Es ist schön, mit den anderen Wandergesellen zu arbeiten", erklärt Shiem, r.frd. Schmied. Wer in Zukunft mithelfen wird, ist aber noch nicht klar. So könnte es sein, dass ein Reisender auf seiner Wanderschaft Station in Höchstadt macht, Gefallen an dem Projekt findet und kurzerhand mithilft. "Das ist lustig: Du weißt nicht, wer hierherkommt und mitbaut", sagt Shiem. Bereits seit zwei Wochen suchen die Handwerker Materialien für den Umbau zusammen. Holz, Fließen, Dämmmaterial - all das und noch mehr benötigen sie. Aber auch über Matratzen-Spenden würden sich die Reisenden und Wirtin Mirjam Wellein freuen.

Doch die Handwerker sind zuversichtlich, denn sie fühlen sich wohl in Höchstadt. "Hier gibt es sehr freundliche Menschen rundherum", sagt r.frd. Spenglerin Anka, die ursprünglich aus Singen stammt.

Unter den Handwerkern sind auch welche, die bereits beim Umbau des "Töpflas" mitgewirkt haben. Während die Schankwirtschaft unter Denkmalschutz steht, ist der ehemalige Schweinestall von diesen Vorschriften befreit.

Wie lange es dauert, bis das hintere Gebäude umgebaut ist, ist allerdings noch nicht klar: "Gesellen arbeiten, bis ihnen der Wind nach etwas anderem steht."

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