Höchstadt a. d. Aisch
Tierleben

Reineke Fuchs hat sich in Höchstadter Garten eingenistet

Im Garten von Gabor Ronay in Höchstadt-Süd hat sich der rote Pelzträger einen Bau gegraben.
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Gabor Ronay und sein Hund Csibesz haben ungebetenen Besuch im Garten: Ein Fuchs hat sich dort einen Bau gegraben.
Gabor Ronay und sein Hund Csibesz haben ungebetenen Besuch im Garten: Ein Fuchs hat sich dort einen Bau gegraben.
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Die Anwesenheit eines Untermieters der besonderen Art bemerkte der Höchstadter Gabor Ronay. Ein Fuchs hat sich unter seinem Reneclauden-Baum einen Bau gegraben und so ein neues Zuhause geschaffen. Aufgefallen ist Ronay der rote Geselle vor ungefähr sechs Wochen, als der Hausherr aus seinem Wohnzimmerfenster schaute.

Als wäre es sein angestammtes Recht, spazierte der Fuchs munter an dem Koikarpfenteich vorbei. Die Spur des Tiers führte dann direkt zu dem Baum und dem darunter liegenden Bau. Ein Bau, der dem Reneclauden-Baum nicht wirklich zuträglich war, denn der sackte bereits ein und hat nun deutlich Schlagseite.

Und noch jemand ist keinesfalls begeistert über den ungewöhnlichen Gast: Ronays Hund Csibesz, ein ungarischer Viszla und somit ein Jagdhund, empfindet den Fuchs durchaus als Feind im angestammten Revier. Erst am Sonntag hat Csibesz, was auf Deutsch "Gauner" bedeutet, den Störenfried ausgemacht und setzte ihm nach.

Ein Pfiff seines Herrchens reichte allerdings aus, ihn in der Bewegung zu stoppen und zur Rückkehr zu bewegen. Ronay selbst findet den Fuchs toll.

Seit Jahren sieht er immer wieder Füchse beim Spazierengehen. Doch kann das gutgehen? Ein Fuchs im eigenen Garten. Ist das mit Gefahren verbunden? Wer könnte diese Fragen besser beantworten als ein Jäger?

Auf telefonische Nachfrage gibt Josef Beßler, Jagdpächter aus Schwarzenbach, Auskunft und erklärt: "Füchse sind ein Problemfall." Beßler erzählt, dass von April 2018 bis März dieses Jahres 50 Füchse allein in Schwarzenbach erlegt wurden und seit April dieses Jahres 30 weitere.

"80 Prozent der Füchse sind mit dem Fuchsbandwurm infiziert", sagt der Jäger und führt aus, dass das für den Menschen durchaus gefährlich werden könne, aber auch für Haustiere. Der Fuchs streift im Garten umher und hinterlässt den Bandwurm am Gemüse.

"Ich esse schon länger keine Schwarzbeeren mehr", erklärt Beßler, "zudem haben Füchse oft die Räude, was sich ebenfalls auf Tiere überträgt."

Beim Thema Tollwut kann Beßler aber Entwarnung geben: "Tollwut haben wir hier schon seit Jahren nicht mehr." Jedoch wundert es ihn schon, dass sich ein Fuchs so nah beim Menschen niederlässt. Doch dieser Fuchs hat es getan und es sich in Ronays Garten gemütlich gemacht.

Da der Baum schon gelitten hat, geht Beßler davon aus, dass der Fuchs schon länger als sechs Wochen Gast ist auf dem Anwesen des Frauenarztes. Was nun tun?

Für Beßler gibt es zwei Optionen. Zum einen könnte Ronay der ortsansässigen Jagdpacht Bescheid geben, um dem Fuchs den Garaus machen zu lassen, oder Ronay wartet ab, bis der Fuchs von allein wieder abwandert.

Der Fuchsmord kommt für Ronay definitiv nicht infrage, dafür steht er viel zu sehr hinter dem Leben in der Natur. Selbst wenn er dadurch zu Schaden kommt.

Ronay hat auch ein Wespennest in seinem Garten. Nach dem Motto "Leben und leben lassen" beließ er es an Ort und Stelle. Die Wespen hingegen scheinen dieses Motto nicht zu kennen. Sie rotteten sich zusammen und gingen auf den Arzt los, was ihm mindestens fünf Stiche eintrug. Rachegedanken hegt er jedoch nicht, soll heißen: Sowohl die Wespen als auch der Fuchs dürfen bleiben.

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