Herzogenaurach
Umweltschutz

Realschüler sollen den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen lernen

520 Realschüler verfolgten in Herzogenaurach eine Multivisionsschau rund um die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenverbrauch.
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Anton Frisch versuchte, die Realschüler für die Bedeutung eines reduzierten Rohstoffverbrauchs zu sensibilisieren. Foto: Richard Sänger
Anton Frisch versuchte, die Realschüler für die Bedeutung eines reduzierten Rohstoffverbrauchs zu sensibilisieren. Foto: Richard Sänger
Eine Erde reicht der Menschheit nicht mehr zum Leben: So wurde errechnet, dass wir bereits am 2. August alle natürlichen Ressourcen für das Jahr 2018 aufgebraucht haben, verdeutlichte Anton Frisch bei einer Unesco-Multivisionsschau mehr als 520 Schülern der Herzogenauracher Realschule. "Eigentlich brauchen wir, um unseren Lebensstandard zu halten, drei Erden, aber wir haben nur die eine", erklärte der Referent den aufmerksam zuhörenden Schülern.

Auf der Erde leben rund 7,2 Milliarden Menschen auf einer Gesamtfläche von 52 Milliarden Hektar, davon seien aber nur zwölf Milliarden Hektar produktiv nutzbar. damit habe jeder Mensch 1,7 Hektar zur Verfügung. Der Mensch brauche aber 5,3 Hektar und damit mehr als ihm zusteht. Der Referent ließ nicht nutzbare Flächen abziehen. "Haben wir damit ein Platzproblem?", fragte Frisch.

Der Rohstoffverbrauch in Deutschland und weltweit nehme immer weiter zu. Fast sämtliche natürliche Ressourcen werden verstärkt ausgebeutet, ihre Vorkommen drohen zu erschöpfen. Um den künftigen Generationen die materiellen und ökologischen Grundlagen zu erhalten, sei ein nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen unausweichlich.


Erdöl reicht noch 50 Jahre

"Wir reden hier über etwas, was für euer Leben Bedeutung haben wird", mahnte der Moderator, es gehe um nicht nachwachsende Ressourcen. Erdöl zum Beispiel werde in 50 Jahren vollständig aufgebraucht sein, Kupfer bereits in 31 Jahren. "Also nicht irgendwann in tausend Jahren, sondern in eurer Lebenszeit!"

Die Multivision wendet sich deswegen direkt an die junge Generation, um deren Zukunft es geht. "Wir wollen Jugendliche direkt und unterhaltsam informieren, wie Nachhaltigkeit geht und welche Wichtigkeit sie für ihr Leben hat. Im täglichen Leben der Heranwachsenden haben Nachhaltigkeit, Ressourcen- und Umweltschutz keinen ausreichenden Stellenwert oder sie haben ein geringes Wissen dazu", erklärte Anton Frisch. Mit der Kampagne gelinge es, den schulischen Unterricht dazu inhaltlich fundiert und intensiv anzureichern und die Schüler für eine persönliche Beteiligung zu motivieren.

Frisch weiter: "Die Armut des Südens hat viel damit zu tun, dass wir in den reichen Ländern im Überfluss leben können. Unsere Kampagne zeigt den Jugendlichen, warum die Bevölkerung rohstoffreicher Länder häufig sehr arm ist, ihr natürlicher Reichtum zum Fluch wird und warum gerechte Handelsbeziehungen nötig sind, um Armut in diesen Ländern zu überwinden."

Während einer halbstündigen Dokumentation wurden die Schüler über nicht nachwachsende Rohstoffe wie Erze, Mineralien und seltene Erden aufgeklärt. Darüber hinaus wurden ihnen Ratschläge an die Hand gegeben, wie sie selbst beim Einkaufen von Lebensmitteln oder von Kleidung und Geräten zur Verbesserung der Situation beitragen können. Auch Gold gehöre zu den Rohstoffen. Laut Frisch reiche der Rohstoff bei dem heutigen Verbrauch nur noch rund 20 Jahre. Denn die Menschheit nehme mehr, als nachwachsen kann.
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