Röttenbach
Wiederbelebung

Rathausplatz Röttenbach: Lebensader unter Starkstrom

Röttenbachs Ortsmitte ist im Wandel. Doch es geht um mehr als um die Optik des Rathausplatzes.
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Noch bis September 2019 wird rund um das Rathaus in Röttenbach alles neu gestaltet. Foto: Christian Bauriedel
Noch bis September 2019 wird rund um das Rathaus in Röttenbach alles neu gestaltet. Foto: Christian Bauriedel
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Noch ein Jahr, dann soll sie fertig sein, Röttenbachs "Neue Mitte". Einen ersten Eindruck bekommt man bereits jetzt am Weiher gegenüber dem Rathaus, wo terrassenartig Stufen zum Ufer führen und zum Verweilen einladen.

Doch es gehe um mehr als um einen neuen Look für den Rathausplatz, erklärt Röttenbachs Bürgermeister Ludwig Wahl (FW) bei einem Rundgang.

"Der Hochwasserschutz nimmt eine zentrale Rolle ein", so Wahl. Die kommunalen Liegenschaften am Platz werden von Misch- auf Trennsystem umgestellt. Das Oberflächenwasser wird künftig in den Teich geleitet, der damit als Regenrückhaltebecken fungiert.

Auf dem Platz entstehen dauerhaft Anschlüsse für Strom und Wasser. So entfalle das Legen von Leitungen bei Kerwa, Dorffest oder Weihnachtsmarkt.

Die Bücherei hat einen Wintergarten bekommen. Er wird ein Café beherbergen, das zu den Büchereizeiten geöffnet haben soll. Der Raum soll von Vereinen genutzt werden können. Darin integriert: der faire Kaffeehandel. Denn Röttenbach ist sogenannte "Fairtrade-Gemeinde".

E-Autofahrer in den Ort locken

"Wir haben zudem die E-Mobilität auf eine hohe Priorität gesetzt", sagt Wahl. Sechs Schnellladesäulen für E-Autos wird es auf dem neuen Platz geben. Es musste extra eine 20-Kilovolt-Leitung unter die Erde gelegt werden. Hinter dem Rathaus wurde eine Trafostation gebaut.

Strom aus Eigenproduktion

Ladesäulen gibt es in immer mehr Orten. Doch in Röttenbach stellt sie nicht das Bayernwerk oder eine andere Firma auf, sondern die Gemeinde betreibt sie selbst. Denn Röttenbach ist schon länger sein eigener Stromproduzent.

Derzeit speist Röttenbach Strom aus 138 Photovoltaikanlagen ins Netz ein; nach eigenen Angaben jährlich so viel wie der Jahresverbrauch von rund 300 Durchschnittshaushalten zu je vier Personen. Zielgruppe für die öffentlichen Ladestationen sollen weniger die Röttenbacher sein, erklärt Wahl. Denn wer ein E-Auto hat, hat meistens auch seinen Anschluss daheim in der Garage. Der Bürgermeister spricht hier aus eigener Erfahrung. Das Angebot richte sich an Berufspendler und Durchreisende mit E-Auto, die auf einer Karte angezeigt bekommen, wo sie ihr Fahrzeug schnell laden können.

Bei der "Neuen Mitte" handle es sich nicht um einen zentralen Punkt, sondern um eine lang gezogene Linie. "Lebensader" nennt es der Bürgermeister.

Ziel sei, Fußgänger und Radfahrer von der Hauptstraße wegzubringen und über den Radweg Hemhofen-Dechsendorf entlang des Bachlaufs und der Weiherlandschaft durch Röttenbachs Grünachse zu lenken. Neben dem Rathaus ist schon ein lauschiges Plätzchen entstanden. Eine Brücke führt über einen Graben zu einem bisher unzugänglichen alten Bierkeller. Wie früher gibt es hier nun wieder eine Frei-Kegelbahn. Bis es rings um das Rathaus auch so lauschig ist, werden die Bagger aber noch einiges an Staub aufwirbeln.



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