Herzogenaurach
Klebebildchen

Pumas werden zu Stickerstars

Sich einmal fühlen wie Ronaldo oder Messi? Die Fußballer von FC Herzogenaurach können das
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Auf em Parkplatz wurden bereits die ersten Trophäen ins neue Heft eingeklebt.  Fotos: Richard Sänger
Auf em Parkplatz wurden bereits die ersten Trophäen ins neue Heft eingeklebt. Fotos: Richard Sänger
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Was ist denn da los? Diese Frage stellten sich Kunden am Samstagvormittag beim E-Center Bächmann, denn solch einen Andrang zum Verkaufsstart gibt es sonst nur, wenn ein neues Handy auf den Markt kommt: Vor dem Eingang standen dicht an dicht Kinder und Jugendliche sowie Papas und Mamas - und viele in den Vereinsfarben des 1. FC Herzogenaurach. Die Menschen standen aber nicht an, um ein Sonderangebot zu ergattern. Sie alle wollten kleine, bunte Bildchen, sogenannte Sticker, erwerben.

Das Besondere: Auf diesen Fußballer-Stickern sind nicht die großen Stars aus den Bundesliga- oder Nationalteams abgebildet, sondern die heimischen Kicker des 1. FCH. In den letzten Wochen wurden alle Aktiven des Vereins fotografiert: Alle Teams, Verantwortliche sowie wichtige Persönlichkeiten wie Lothar Matthäus - und es entstanden 369 Stickerbildchen. Damit gingen beim Verein einige Kindheitsträume in Erfüllung. Nun haben die kleinen Stars ein eigenes Stickeralbum.

Wer fehlt noch? Wer hat wen doppelt? Wer kann tauschen? Das Gedränge und das Spektakel rund um das neue Heft beobachteten auch Bürgermeister German Hacker sowie der FCH-Vorsitzende und Landtagsabgeordneter Walter Nussel amüsiert. Hacker sprach von einer "Wahnsinnsaktion" und einem beeindruckenden Auftakt der Aktion, von der der Verein ohne Zweifel alleine schon für das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation profitieren wird.

Schnell hatten sich zwei Buben ihr Exemplar gesichert: Ben und Lukas. Mit ihrem Papa machten sie sich aus dem Trubel im E-Center ins Freie, um ihren Kauf zu begutachten. Ein ruhiges Plätzchen am Rande des Parkplatzes hatte Selina gefunden. Sie war eifrig am Sortieren der Sticker. "Ich suche den Papa und meinen Bruder", erklärte das Mädchen. "Ich helfe ihr dabei", meinte ihre Freundin Hannah.

"Ich hab den Papa doppelt", ruft ein Blondschopf an den Tischen vor dem Einkaufsmarkt. "Und ich hab mich jetzt", ruft sein Freund im FC-Trikot. Mit glühenden Wangen durchstöbern Jungs und Mädchen ihre Stickerpäckchen, tauschen bereits Bildchen hin und her und kleben die ersten Trophäen ins nagelneue Sammelalbum. "Guck mal, jetzt hab ich Dich gezogen", freut sich am Stehtisch nebenan eine junge Frau über das Mini-Konterfei ihres Mannes. Wieder einen Tisch weiter und auf dem Pflaster breitet ein Nachwuchskicker mit der Mama seine gesammelten Werke aus.

Das Sammelfieber grassierte bereits am ersten Tag und wird sich vermutlich noch weiter ausbreiten. Das Gute daran: Es ist zwar (vermutlich) ansteckend, aber nicht gesundheitsschädlich. Und: Hier werden Träume wahr, hat doch jeder Kicker seinen eigenen Sticker, auch ohne Bundesliga-Profi oder Nationalspieler zu sein.

"Das Stickerprojekt ist ein großer Erfolg für unseren Verein und stärkt nachhaltig die Kommunikation, den Teamgeist und die Identifikation innerhalb des Vereins", heißt es bei der Vereinsleitung. Das Projekt wurde gemeinsam mit der Firma Stickerstars und dem E-Center Bächmann sowie weiteren Sponsoren realisiert. Nach dem Verkaufsstart werden die Alben und Sticker über einen Zeitraum von zehn Wochen verkauft, währenddessen sind mehrere Tauschbörsen im FC-Heim geplant.

Das Konzept funktioniert ähnlich wie bei den bekannten Panini-Alben, nur dass die Sammelsticker komplett dem 1. FCH gewidmet sind. Zusammen mit dem Start-up-Unternehmen "Stickerstars", das sich auf solche Sammelalben für Vereine spezialisiert hat, hat der FCH das Projekt aus der Taufe gehoben. Als passionierte Sammler von Panini-Bildern konnten Michael Thomann und seine Kumpels auch gar nicht Nein sagen, als das Unternehmen sich übers Internet an den 1. FC Herzogenaurach gewandt hatte und damit eine einzigartige Aktion in der Vereinsgeschichte starteten.



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