Pretzdorf
Kirchweih

Pretzdorf und Hombeer feiern wie früher Kerwa

Vor zwei Jahren ließen die Menschen in Pretzdorf und Hombeer ihre Kerwa nach fast 50 Jahren wieder aufleben. Ein voller Erfolg - auch in diesem Jahr.
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Die "Hochrainer Musik" spielte zur Kerwa auf.  Foto: Mark Oliva
Die "Hochrainer Musik" spielte zur Kerwa auf. Foto: Mark Oliva
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"Genau wie vor 50 Jahren", rief ein Mitglied einer Pretzdorfer Gruppe aus, die nach dem Festgottesdienst am Sonntag nach Hombeer lief. Und so war es einst: Die Pretzdorfer überquerten die Landkreis- und Gemeindegrenze, um ihre Kerwa in Hombeer zu feiern. Und die Gläubigen in Hombeer gingen am Kerwasonntag in der Früh zum Fuß nach Pretzdorf, um an den Festgottesdienst in der Katharinenkirche teilzunehmen.

2017 glückte das Experiment

Doch 1969 war Schluss mit dieser Tradition, als Hombeers "Zur Linde"- Kerwaveranstalter und einzige Gastwirtschaft in den zwei benachbarten Dörfern - ihre Türen für immer schloss.

Erst 2017 kamen Einwohner der zwei Dörfer mit ihrem neuen Gastwirt, Uwe Brendel aus Markt Taschendorf, zusammen, um die Wiederbelebung dieser alten Kirchweihtradition in Gang zu setzen. Das war am Anfang eine Zitterpartie. Man fragte sich, ob genug Besucher nach diesen zwei Dörfern mit insgesamt weniger als 80 Einwohnern kommen würden. Solche Sorgen hat man heute nicht mehr. Nach einem leisen, aber erfolgreichen Anfang 2017, kamen zahlreiche Gäste 2018 und noch mehr zum diesjährigen Fest.Trotzdem war es wieder eine Zitterpartie - diesmal wegen einer amtlichen Wetterwarnung. Am Samstagnachmittag als die Kerwafichte aufgestellt wurde, fing der Nieselregen an und hörte nicht auf. Aber das beeindruckte die zahlreichen Besucher am Abend nicht. Die Bierfässer wurden immer leerer. Die Kerwagäste blieben lange auf den Sitzbänken sitzen.

Festplatz blieb verschont

Zum Höhepunkt der Kerwa, dem Mittagstisch am Sonntag, herrschte Königswetter. Zum Hauptbetrieb am Samstagabend und Sonntagnachmittag spielte die "Hochrainer Musik" auf. Kleinweisachs Pfarrer Georg Salzbrenner veranstaltete zusammen mit dem Kleinweisacher Posaunenchor den Gottesdienst am Sonntag in der Katharinenkirche in Pretzdorf. Die "Seitz-Bub'n" aus Burghaslach musizierten zum Ausklang an Sonntagabend.

Kirche wurde um das Jahr 1250 gegründet

Dass so eine Kerwa in zwei so kleinen Dörfern gelingen kann, ist nicht selbstverständlich. Die Kirchengemeinde hat aktuell 55 Mitglieder. Pfarrer Salzbrenner staunte 2017, als die Einwohner der zwei kleinen Dörfer sich entschieden, nach 48 Jahren wieder eine Kirchweih zu veranstalten. Deren Termin im August ist allerdings fiktiv. Historische Dokumente über die Einweihung der Kirche existieren nicht. Historiker schätzen die Gründung auf die Zeit um 1250.

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