Pommersfelden
Bauprojekt

Pommersfelden: Geplante Bäckerei-Erweiterung sorgt für Diskussionen

Das Vorhaben von Robert Burkard, seine Bäckerei zu erweitern, nahm im Pommersfeldener Gemeinderat die erste Hürde.
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Weitere Stühle mussten in den Sitzungssaal geholt werden, damit alle Zuhörer Platz fanden. In der vorderen Reihe verfolgte Bäckermeister Robert Burkard (Zweiter von links) die Diskussion. Foto: Evi Seeger
Weitere Stühle mussten in den Sitzungssaal geholt werden, damit alle Zuhörer Platz fanden. In der vorderen Reihe verfolgte Bäckermeister Robert Burkard (Zweiter von links) die Diskussion. Foto: Evi Seeger
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Die Absetzung des Tagesordnungspunktes, in dem es um die Erweiterung der Bäckerei Burkard ging, beantragte Angela Nusser (BBP) gleich zu Beginn der Sitzung des Pommersfeldener Gemeinderats.

Vor mehr als 30 Zuhörern, die die Sitzung interessiert verfolgten, begründete die Gemeinderätin ihren Antrag: Das 45 Seiten umfassende Paket der Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung zum Bebauungsplan für die Bäckerei stamme aus dem Jahr 2013. Damals hatten die Inhaber den ersten Versuch zur Erweiterung ihres Betriebes unternommen. Auf die jetzt geplante Erweiterung treffe eine Vielzahl der Aussagen von damals nicht mehr zu.

Ein Bauplan müsse nach vier Jahren verlängert werden, betonte Nusser. Ihrer Meinung nach sei der Bauplan jedoch nicht verlängert worden. Die neue Planung enthalte gegenüber der alten wesentliche Veränderungen. Daher müsse jetzt auch eine neue öffentliche Auslegung stattfinden. Als Neuerung nannte Nusser unter anderem das Heizhaus, das sich an das Projekt anschließe. Dieses habe eine Länge von 24 Metern, so dass eine Front von 108 Metern entstehe. Hinzu komme noch die bestehende Bäckerei.

Der Planer Frank Schönfelder wies Angela Nusser auf einen Irrtum hin: Seines Wissens habe es vor sechs Jahren keinen Bauantrag gegeben. "Jetzt befinden wir uns im Bebauungsplanverfahren, und da folgt ohnehin eine zweite Auslegung", so Schönfelder. Zu dem 2013 zurückgestellten Bebauungsplan seien Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange eingegangen. Nachdem das Verfahren jetzt wieder aufgenommen werde, müssten zuerst "die Ergebnisse, die auf dem Tisch liegen", abgearbeitet werden. Die aufgrund der Stellungnahmen geänderte Planung sei mit dem Landratsamt besprochen und werde von Fachgutachten flankiert. Parallel dazu seien weitere Informationen eingebracht worden. "Planung ist ein dynamischer Prozess", betonte der Ingenieur. Es könne sich auch in der nächsten Stufe noch etwas ergeben.

Streitbar zeigte sich Angela Nusser vor der Abstimmung, die Zweiter Bürgermeister Helmut Schleicher (FWG) in die Hand nahm: Über ihren Antrag hätte ohne weitere Diskussion abgestimmt werden müssen, so die Gemeinderätin. Dass Planer Schönfelder vor der Abstimmung gesprochen habe, sei ein Fehler. Schleicher führte den Beschluss dennoch herbei. Mit Ausnahme von Angela Nusser waren alle Räte dafür, die Abwägung der Stellungnahmen durchzuführen.

Denkmalschutz ist einverstanden

Den geänderten Bauplan erläuterte Architekt Fritz Wiesneth. Die Planung samt Abstandsflächen entspreche der Bauordnung, so Wiesneth. Das geplante Heizhaus solle an der Stelle errichtet werden, an der sich die Unterstellhalle befand. Die Planung sei mit dem Denkmalschutz abgestimmt und positiv beurteilt worden. Es sei ein "Schallschutzgebäude" geplant. Die Anregung von "Grünwänden" nehme er gerne auf. Im Plan erscheine das Gebäude zwar sehr lang, aber es sei "kleingliedrig" angeordnet.

Aus den Beschlüssen zur Abwägung ging hervor, dass alle lärmintensiven Betriebsteile so angeordnet werden, dass keine Mehrbelastung für die Nachbarn auftritt. Der Produktionsablauf werde neu geordnet. Die Auslieferung komme an den südlichen Rand des Grundstücks. Zur Geruchsbelästigung heißt es im Beschluss, eine Holzofenbäckerei habe schon immer Gerüche erzeugt. Zu deren Berechnungen wurde dann ein Gutachter gehört.

Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) - er ist der Schwager des Bäckers - bezog Stellung zu den Vorwürfen einer Bürgerin, die im Bericht "Bäckerei-Pläne sorgen für Unruhe" im FT vom 27. Juni nachzulesen waren. "Das ist ein Schmarrn", sagte Beck zu der Aussage, er wolle "den Bau auf Biegen und Brechen" durchsetzen. "Wenn Verwandtschaft mit reinspielt, darf sich die betreffende Person nicht an der Sache beteiligen", so Beck. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass die Gemeinde bei ihren Entscheidungen auch an Infrastruktur, Steuereinnahmen und nicht zuletzt an die Arbeitsplätze denken müsse.

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