Höchstadt a. d. Aisch
Wechsel

Polizei Höchstadt: neuer Chef, vielleicht mehr Personal

Auch der neue Höchstadter Polizeichef bleibt nur auf Zeit. Der Polizeipräsident kündigt aber eine dauerhafte Lösung an sowie mehr Personal.
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Symbolische Übergabe: Christiane Lederer verlässt Höchstadt als Polizeichefin. Ihr Nachfolger ist Stefan Hehn.  Foto: Christian Bauriedel
Symbolische Übergabe: Christiane Lederer verlässt Höchstadt als Polizeichefin. Ihr Nachfolger ist Stefan Hehn. Foto: Christian Bauriedel
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Bei der Polizei kommt man viel rum. Zumindest, wenn man in der Karriereleiter ein paar Sprossen nach oben möchte. Und eine dieser Sprossen ist die Dienststellenleitung in Höchstadt.

Gestern wurde der neue im Chefsessel auf der Wache am Polizeikreisel vorgestellt. Stefan Hehn ist Oberkommissar und stammt aus Rothenburg ob der Tauber. Der 37-Jährige war zuletzt stellvertretender Polizeichef in Dinkelsbühl. Zuvor war er in München und Ingolstadt im Dienst. Von seiner Zeit bei der Rauschgiftbekämpfung im LKA kennt er Christiane Lederer, die er nun auf dem Höchstadter Posten ablöst.

"Die Dienststelle in Höchstadt hat unter Christiane Lederer eine sehr sehr positive Entwicklung genommen", sagte Roman Fertinger, Mittelfrankens Polizeipräsident, gestern bei der Vorstellung.

Als Lederer, die aus der Nähe von Regensburg stammt, im Juli 2017 nach Höchstadt kam, war von Anfang an klar, dass sie nur begrenzte Zeit bleiben würde. Denn eine Dienststellenleitung gehört zum Qualifizierungsgrad, wenn man an der Polizeihochschule in Münster den Master in Polizeimanagement machen möchte.

Auch Hehn strebt eine höhere Laufbahn an, weshalb auch er in einem halben Jahr Höchstadt schon wieder verlassen wird.

Personal derzeit nicht auf Soll

"Dass es recht häufige Wechsel gab, hat beamtenrechtliche Gründe", erklärte Fertinger. Doch er kündigte eine dauerhafte Besetzung ab März an. Der nächste solle dann möglichst sechs Jahre bleiben. Es gebe schon zwei bis drei Bewerber, die aus der Region stammen.

Die Dienststelle Höchstadt hat derzeit rund 31 Stellen. Das planerische Soll liegt allerdings bei 42. Der Grund, so der Polizeipräsident: Kollegen seien in Teilzeit, in Krankenstand, wegen Kinderbetreuung nicht im Dienst oder in eine andere Abteilung der Polizei abgeordnet.

Der Personalmangel wird natürlich bei der aktuellen Belegung spürbar. "Noch im September versuchen wir, Ausgleich zu schaffen", so Fertinger. "Ideal" wären zunächst vier Kräfte für Höchstadt. Allgemein werde man bis 2020 bayernweit die Polizei verstärken, was sich dann auch in der Dienststelle an der Aisch bemerkbar mache.

Dienststellen schließen?

In Bayern wurden mit dem Argument der Personal- und Verwaltungseffizienz auch schon Dienststellen zusammengelegt aber auch Inspektionen zu Wachen herabgestuft. Letzteres zum Beispiel in Scheinfeld und Uffenheim.

Gibt es solche Pläne auch für Erlangen-Höchstadt, etwa zusammen mit Herzogenaurach eine "Groß-Dienststelle" ERH-West zu bilden? In Uffenheim oder Scheinfeld sowie auch bei der Zusammenlegung der Dienststellen Altdorf und Feucht habe man kein Personal abgebaut, sondern durch effektivere Strukturen mehr Leute in den Streifendienst bekommen, betont Fertinger.

Doch mögliche Bedenken bezüglich der Dienststelle in Höchstadt zerstreute er: "Hierzu bestehen keinerlei Planungen. Auch weil die Wege einfach zu weit wären." Denn das mache ja den Nutzen einer Dienststelle aus: dass Streifen schnell am Ort des Geschehens sind. Der Standort Höchstadt sei unabdingbar.

Man habe den Mietvertrag mit dem Gebäude am Polizeikreisel erst kürzlich um zehn Jahre verlängert. Und man werde auch in Räume und Ausstattung investieren.

Hehn freut sich auf seine Tätigkeit und auf eine kollegiale Zusammenarbeit mit dem Team und den Bürgern. Und auch mit der Stadtverwaltung. Diese vertrat gestern Günter Schulz, Zweiter Bürgermeister (SPD), der selbst 42 Jahre im Polizeidienst war. Eine "ganz offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit" bot er dem neuen Polizeichef an.

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