Pommersfelden
Bauen

Pläne der Bäckerei Burkard sorgen für Unruhe in Pommersfelden

Nachdem die Bäckerei Burkard nun doch nicht ihren Betrieb nach Adelsdorf verlagert, will Bäckermeister Robert Burkard den alten Standort in Pommersfelden erweitern. Die Planungen sollen nun konkreter werden.
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Bäckermeister Robert Burkard will auf seinem Grundstück seinen Betrieb erweitern. Foto: Franziska Rieger
Bäckermeister Robert Burkard will auf seinem Grundstück seinen Betrieb erweitern. Foto: Franziska Rieger

Bäckermeister Robert Burkard will in Pommersfelden einen zweiten Anlauf starten und seinen Stammsitz in Pommersfelden erweitern. Der Anbau soll auf den Flächen hinter seinem bestehenden Betrieb errichtet werden - so wie er es 2013 schon einmal geplant hatte. Eine "Backfabrik" solle der Anbau aber keinesfalls werden, sagt Burkard auf Nachfrage des FT.

Seit Jahren sucht die Bäckerei nach Erweiterungsmöglichkeiten, der bestehende Betrieb in Pommersfelden ist zu klein geworden. 14 Mal habe er inzwischen angebaut. "Das ist alles verwinkelt und nicht mehr zeitgemäß", sagt der Firmenchef. Die Erweiterungspläne stehen auf der Tagesordnung der heutigen Gemeinderatssitzung. Die Stellungnahmen von Behörden und Bürgern sollen behandelt werden.

Nachfolge ist gesichert

Nachdem 2013 die Erweiterungspläne schon einmal auf heftige Gegenwehr bei Anwohnern gestoßen waren, kündigte Burkard an, seinen Betrieb von Pommersfelden nach Adelsdorf zu verlagern.

Geschehen ist dort jedoch nichts. Das Grundstück ging 2018 zurück an die Gemeinde. "Die Zeit war noch nicht da", sagt der Bäckermeister. Der Bau in Adelsdorf sei auch eine finanzielle Frage gewesen. Außerdem habe mittlerweile sein Sohn ausgelernt und stehe als Nachfolger bereit, der Fortbestand des Familienunternehmens scheint gesichert.

Das Pommersfeldener Gewerbegebiet bei Limbach sei keine Option. Dort müsse er sich erst Bauland kaufen, das er in Pommersfelden schon besitzt. Außerdem seien am alten Standort bereits Sozialräume vorhanden, die die Mitarbeiter weiter nutzen können. Rund 1800 Quadratmeter groß soll der Anbau werden, sagt Burkard. Dort will er alle Arbeitsschritte in einer Halle abwickeln, auch die Anlieferung und das Verladen von Ware. Die alte Backstube wird in ein Lager umfunktioniert. Ein Lärm- und Geruchsgutachten habe er bereits anfertigen lassen. "Ich habe keine Angst. Ich mache nichts verkehrtes", sagt Burkard.

Doch das sieht nicht jeder so. Wie schon 2013 protestieren einige Anwohner und die Schlossbesitzer gegen die Erweiterung. Lärm, Geruch und Lieferverkehr: "Das sind Tatsachen, die jetzt schon bestehen", sagt Anwohnerin Melanie Löhr. Wenn der Betrieb erweitert wird, werde sich das noch verstärken. "Wir sind am meisten betroffen", sagt sie.

Für die Anwohner besonders unverständlich: Unweit der geplanten Erweiterung soll ein Neubaugebiet entstehen. An dieser Straße, die zur Schule in Pommersfelden führt, sei die Einfahrt für die Fabrik geplant, meint Löhr. "Wäre es denn auch hier nicht sinnvoller, die Straße kindersicher zu machen und einen entsprechenden Gehweg für die Kleinen zu planen?", fragt sie.

Kommt ein Bürgerbegehren?

Da Hans Beck (CSU) nur noch in dieser Amtsperiode Bürgermeister ist, "möchte er diesen Bau auf Biegen und Brechen durchsetzen, trotz jeglichen Widerstandes", sagt Löhr. Vergangene Woche hätten sich Anwohner versammelt und beschlossen, notfalls ein Bürgerbegehren zu starten.

Auch für Angela Nusser (Bürgerblock Pommersfelden), Gemeinderätin und Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl im nächsten Jahr, steht fest: In die künftige Entwicklung des Ortes passe ein solches Projekt nicht hinein. "Wollen wir in unserem schönen Pommersfelden ein solches Gebäude?" Außerdem, erklärt sie: Der Bebauungsplan sei inzwischen angepasst worden, die Stellungnahmen seien aber noch die von 2013.

Die Stellungnahmen von Behörden ("Träger öffentlicher Belange" ) und der Öffentlichkeit sollen in der heutigen Sitzung behandelt werden, sagt Zweiter Bürgermeister Helmut Schleicher (Freie Wählergemeinschaft Steppach). Dabei soll es sich um Stellungnahmen aus dem Jahr 2013 und um neue handeln.

Damals hatte die Gemeinde das Landratsamt Bamberg bei ihrer Bauleitplanung für die Erweiterungsplanungen der Bäckerei beteiligt. Das Landratsamt hatte Forderungen in die Bauleitplanung eingebracht. "Nach unseren Informationen ruht die Bauleitplanung seit 2013", sagt Frank Förtsch, Pressesprecher des Landratsamtes. Wenn die Forderungen, die das Landratsamt 2013 gestellt hatte, in den neuen Bebauungsplan eingearbeitet wurden, könne die Planung aber wieder aufgenommen werden. Dann kommt es noch zu einer zweiten Beteiligungsrunde.

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