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Bundestagswahl

Pirat Andreas Waas will mehr Transparenz in die Politik bringen

Die Piratenpartei will im Bundestagswahlkampf vor allem mit Themen wie Transparenz und Privatsphäre im Internet punkten. Dafür steht auch Andreas Waas, der für den Wahlkreis Erlangen für die Piraten antritt.
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Andreas Waas, Direktkandidat der Piratenpartei. Foto: p
Andreas Waas, Direktkandidat der Piratenpartei. Foto: p
Weil er unter den etablierten Parteien keine mehr fand, die ihm als Wähler zusagte, ging Andreas Waas vor vier Jahren selbst in die Politik. Jetzt will er für die Piraten in den Bundestag.

Warum soll der Wähler gerade bei Ihrem Namen sein Kreuzchen machen?
Andreas Waas: Weil ich hoffe, mit den Piraten zusammen eine Antwort auf die Fragen des "digitalen Zeitalters" bieten zu können. Im Detail bedeutet das, dass wir die Themen Urheberrecht, Privatsphäre in Zeiten des World Wide Web und Schutz der Bürgerrechte gegenüber Konzernen und Organisationen im Internet nicht ganz so sehr als "Neuland" verstehen wie andere Parteien.

Was hat Sie dazu bewogen, eine politische Karriere einzuschlagen?
Der Entschluss kam vor der Wahl 2009, als ich versucht habe zu rekapitulieren, was von den ursprünglichen Versprechen meiner zuletzt gewählten Partei tatsächlich umgesetzt wurde.
Ich war abermals enttäuscht von der von mir wahrgenommen "Wahllosigkeit". Das heißt, zwar wählen zu dürfen, aber nicht den Eindruck zu haben, dass dies beim konkreten Angebot an Parteien von Bedeutung wäre. Da nicht wählen für mich nicht in Frage kam, gelangte ich schließlich zur Entscheidung, selbst bei der Piratenpartei politisch aktiv zu werden.

Wofür würden Sie sich als Bundestagsabgeordneter besonders einsetzen - was dürfen speziell die Bürger aus dem Wahlkreis Erlangen von Ihnen erwarten?
Ein wichtiges Anliegen ist mir, mehr Transparenz in die Politik zu bringen. Während ich mich nicht in der kommenden Legislaturperiode in der Regierung sehe, wäre der vereinfachte Zugang zu Informationen, den man als MdB auch in der Opposition genießt, von Bedeutung. Damit gäbe es die Möglichkeit, die Bürger aus Erlangen und Erlangen-Höchstadt frühzeitig zu "warnen", wenn sich nachteilige Initiativen abzeichnen. So könnte man gegebenenfalls frühzeitig gegensteuern.

Mit der A3 führt eine der europäischen Hauptverkehrsadern quer durch den Wahlkreis. Wie stehen Sie zu einer Autobahn-Maut für alle Fahrzeuge?
Ich halte die Maut für alle für nicht hilfreich. Ich bezweifle, dass sich die Umsetzung für die deutschen Bürger mittelfristig kostenneutral realisiert würde. Die Mehreinkünfte, die uns durch ausländische Bürger in Aussicht gestellt werden, sind nach Studien, die ich zu dem Thema gelesen habe, praktisch vernachlässigbar. Sie werden zu großen Teilen von der benötigten Erhebungsinfrastruktur wieder aufgefressen.

Würden Sie sich für die Realisierung der seit Jahren diskutierten Stadt-Umland-Bahn von Nürnberg über Erlangen nach Herzogenaurach einsetzen? Macht ein solch schienengebundenes Verkehrsmittel überhaupt noch Sinn?
Unsere Beschlusslage bei der Piratenpartei lautet pro "Stub". Erlangen und Herzogenaurach haben seit Jahren ein massives Pendleraufkommen, dem begegnet werden muss. Hier halte ich ein schienengebundenes System für eine umweltbewusste und langfristige Alternative zum Pkw und eine sinnvolle Ergänzung der Regionalbusse. Natürlich muss eine Trassenführung so gewählt werden, dass keine Konkurrenz zum Straßennetz entsteht. Auch eine mittelfristige Erweiterung über Uttenreuth hinaus muss einkalkuliert werden.

Die Bewohner an der B 470 in Gremsdorf fordern seit Jahren eine Ortsumgehung. Dürften sie auf Ihre volle Unterstützung hoffen?
Ich bin dafür, dass auch die Bürger aus Gremsdorf in Frieden und vor allem Ruhe leben können. Eine umweltverträgliche Umgehung, die den Ort entlastet, hätte meine volle Unterstützung.

Die Fragen stellte Andreas Dorsch.


Persönliches
Andreas Waas wurde am 28. Januar 1974 in Berlin geboren. Die Schule besuchte er in Röttenbach und Erlangen. Heute ist er verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Erlangen.

Berufliches Begonnenes Informatikstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Wechsel zu Wirtschaftsinformatik; Abschluss Diplom-Wirtschaftsinformatiker Univ.; 2003 bis 2008 freier Mitarbeiter bei Siemens Healthcare als Projektleiter im Bereich der innerbetrieblichen Softwareentwicklung; 2008 bis 2011 Gründung und Leitung der Waas IT-Consulting GmbH als Geschäftsführer; Consulting und Projektleitung in der Softwareentwicklung und der Prozessmodellierung; seit 2011 Prozess- und Applikationsmanager bei Siemens Healthcare

Politisches Seit 2009 in der Piratenpartei aktiv.
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