Höchstadt a. d. Aisch
Pilzsammeln

Pilze aus der Natur: Genießbare Alternativen zu Kulturchampignons

Wer sich auf Wiesen in der Region auskennt, kann getrost auf den Griff zum Kulturchampignon verzichten. Hans Krautblatter zeigt Genießbares aus der Natur.
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Hans Krautblatter weiß, welcher Pilz genießbar ist und wo man ihn findet.  Fotos: Anna-Lena Deuerling
Hans Krautblatter weiß, welcher Pilz genießbar ist und wo man ihn findet. Fotos: Anna-Lena Deuerling
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"Eine kleine Sensation sind diese Exemplare!"- Hans Krautblatter ist von seinem jüngsten Fund begeistert. Dutzende Gedrungenen Egerlinge hat der Pilzfachmann auf einer Viehweide in Kleinwachenroth entdeckt. Der dickfleischige Pilz ist wenig verbreitet, mit seinen braune Sporen und Lamellen allerdings kaum zu unterscheiden vom besser bekannten Wiesenchampignon. Beide Pilzsorten sind genießbar - bei Krautblatters gerne im Rührei.

Die Champignons wachsen bevorzugt auf magerem, ungedüngtem Boden - wie man ihn leider nicht mehr an jeder Ecke findet. Ideal sind auch Viehweiden, wie der Fundort der Egerlinge. Die Kuhfladen bieten die ideale Nährstoffzusammensetzung in geringer Dosis.


Regenwetter ist ideal

Gerade bei Regenwetter sollte man auf Wiesen und Rasenflächen nach Feld- oder Nelkenschwindlingen Ausschau halten. Die bekommen von Hans Krautblatter das Prädikat "Vorzüglicher Speisepilz". Der bräunlich-gelbe Schwindling macht sich besonders gut in Suppe. "Eine der besten Pilzsuppen, die ich je gegessen habe", schwärmt er. Aber Vorsicht: Beim Schwindling die Stiele entfernen - die sind zäh und wenig schmackhaft.

Zu den genießbaren Exemplaren, aber nicht zu Krautblatters Favoriten, zählen der Weißegerling und der Acker- oder Wiesenschirmling. Ersterer hat die Eigenart, dass er besonders schnell braune Druckstellen bekommt - was aber dem Geschmack nichts abtut. Die bräunenden Weißegerlinge sieht man immer häufiger, erklärt der Fachmann. "Das veränderte Klima ist ideal für das Wachstum", so Krautblatter.

Vor allem in Gärten und Wiesen findet man den Pilz - gemeinsam mit dem Wiesenschirmling. Beide haben weiße Sporen und Lamellen.


Keine Angst vorm Bovist

Auch der bekannte, aber gefürchtete Bovist ist essbar - aber nur die jungen Pilze, bevor sie Sporen bilden und braun werden. Ist das Fruchtfleisch sehr fest, weiß und riecht angenehm, ist der Bovist genießbar. Ungenießbare Sorten erkennt man an der schuppigen Oberfläche und dem unangenehmen Geruch.
Ganz wichtig bei allen Pilzarten sei laut Krautblatter, den Standort zu kennen. Wächst ein Pilz auf einer Fläche, die regelmäßig gedüngt wird, rät er: "Bloß die Finger davon lassen." Denn Pilze sind Schwermetallsammler und nehmen alles auf, womit der Boden genährt wird.

Wenn man Wiesenpilze sammeln möchte, sollte man nach unbelasteten Urwiesen suchen. Die lassen sich laut dem Pilzexperten leicht erkennen: Sind die Wiesen artenreich und bunt, ist das ein gutes Indiz für natürlichen Boden.

Wer Angst vor einer Verwechslung mit dem gefährlichen Knollenblätterpilz hat, für den hat Krautblatter einen Tipp: Stiel entfernen und die Kappe über Nacht abgedeckt auf eine glatte Oberfläche legen. Der Champignon hinterlässt durch seine Sporen einen dunkelbraunen Abdruck, der Knollenblätterpilz hat hingegen weiße Sporen. Im Zweifelsfall einfach den Pilzexperten befragen.

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