Herzogenaurach
Glaube

Pfarrer Kübler nimmt Abschied

In seiner letzten Herzogenauracher Predigt blickt Armin Kübler auf eine sehr positive Entwicklung in seiner bisherigen Gemeinde und auf eine für ihn gute Zeit zurück. Der Pfarrer wird künftig in Kelheim tätig sein.
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Pfarrer Armin Kübler bei der Entpflichtung durch Dekan Peter Huschke
Pfarrer Armin Kübler bei der Entpflichtung durch Dekan Peter Huschke
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Pfarrer Armin Kübler hielt in der Evangelischen Kirche eine Abschiedspredigt, die auch zum Nachdenken anregen sollte. Der gut besuchte Gottesdienst gebe ihm zusätzliche Kraft für seine neue Arbeit in Kelheim. "Ich habe hier Menschen erlebt, die ganz bewusst ihr Leben nach dem Willen Gottes gestalten, Menschen, die ihre Talente für das große Ganze einbringen, und Menschen, die mir vertraut haben, das war für mich etwas sehr Großes", betonte er in seiner Abschiedspredigt.
Wie berichtet, bewarb sich Pfarrer Kübler nach sechseinhalb Jahren in Herzogenaurach auf die erste Pfarrstelle der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Kelheim-Saal, wird mit seiner Lebensgefährtin ins Pfarrhaus an der Riedenburger Straße einziehen, und von der Kirchengemeinde am 21. Februar in seine neue Pfarrstelle eingeführt. Der 51-jährige freut sich auf die neue Aufgabe und Herausforderung sowie auf die Pfarramtsführung.
Bekanntlich war der geschiedene Pfarrer Kübler, Vater von zwei Söhnen, bei seinem Amtsantritt in Herzogenaurach nicht ganz unumstritten.
Die Kirchengemeinde Herzogenaurach war zwischen verschiedenen Interessen hin- und hergerissen. Jetzt sagt Pfarrer Armin Kübler: "Ich blicke auf eine sehr positive Entwicklung zurück. Durch inhaltliche Veränderungen und Klärungen und durch personelle Wechsel kam mit der Zeit Ruhe in das Gemeindeleben hinein, wenn auch nicht gleich jeder jede Entscheidung mittragen wollte", so der Geistliche zurückblickend. So sei das Vertrauen sei gewachsen, das Misstrauen habe abgenommen. "So muss es weitergehen." Darauf richtete der Pfarrer auch seine Abschiedspredigt aus und nahm dafür den Text aus Römer 12, Vers 1 bis 3.


Engagement hat motiviert

"Ich sag's gleich vorweg: Es war eine gute Zeit für mich gewesen. Ich bin dankbar. Die Gemeinde hat mich bereitwillig ertragen und getragen - grade auch in meinen privaten Wirrungen. Ich habe viel gelernt. Ich konnte - glaub ich - einiges bewegen und bewirken. Ich habe tolle Menschen getroffen, die mich auch immer motiviert haben", setzte Kübler seiner Predigt voraus. Das große Engagement in der Kirchengemeinde habe auch ihn bewegt und angetrieben sowie immer wieder motiviert. Diese Motivation wird er mit nach Kelheim nehmen.
Dabei sprach der Pfarrer von dem Traum den von einer Gemeinde habe und mit zu seiner neuen Stelle mitnehmen werde. Einen Traum, den Gott und der Heilige Geist in ihn hineingelegt habe. "Ein Traum, den ich vielleicht nie ganz realisieren werde, aber der mir das Ziel vorgibt, wohin ich eine Gemeinde entwickeln möchte", erklärte der Pfarrer. Denn dieser Traum handelt von einer Gemeinde, die in der heutigen Zeit - und das ist die Zeit, die voll ist von Konsum und Vergnügen, von Überfluss und Luxus, von Augenschein und Eigenliebe - so habe das auch Papst Franziskus gesagt.
"Und ich setze dazu, es ist eine Zeit der wachsenden Entkirchlichung. Die nachwachsenden Generationen haben weitgehend mit unserer Kirche nicht mehr viel am Hut. Religionen und Esoterik werden bunt durcheinander gemischt. Bei den jungen Männern dominieren der Atheismus oder sie sind Agnostiker, die meinen: Über Gott nachdenken rentiert sich gar nicht, weil man eh zu keinem Ergebnis kommt." Kübler sagte in Richtung der Gläubigen: "Sie sind damit sicher nicht gemeint, denn Sie sind ja hier, in unserer Kirche." Allerdings sei für die meisten, die Kirche einfach nur langweilig, der Glaube schlicht unwahr und für das eigene Leben nicht relevant.
Doch gerade in dieser unserer heutigen Zeit, träume er den Traum von einer Gemeinde, die in der Lage ist, die negativen Vorurteile dieser Leute gegenüber der Kirche zu enttäuschen. Die überrasche nämlich positiv, wirke ansteckend durch die herzliche Liebe der Menschen. Denn sie sei wirklich offen für jeden, der Gott sucht. Die Gläubigen seien nicht an der Wahrung von bestimmten religiösen Formen interessiert, sondern sie lebten und rechneten mit dem lebendigen Christus. Und das strahlten sie aus. Gott anzubeten und für andere zu beten sei ihnen ein Herzensanliegen. Genauso aber wollten sie eine bunte Gemeinde sein, mit vielen Formen von Frömmigkeit und tolerant gerade auch im Hinblick auf Lebensformen, erklärte Armin Kübler seinen Traum weiter und hoffte, dass dieser keine Utopie bleiben möge.


Nicht bevormunden

Der Pfarrer meinte damit auch seine eigene Lebensform, die auch Dekan Peter Huschke vor der Entpflichtung und dem Segen ansprach. Armin Kübler wird im Herbst seine Lebensgefährtin heiraten, die noch dem katholischen Glauben angehört. "Die Kirche will nicht bevormunden, sondern bietet Räume an, in denen jeder auf seiner individuellen Glaubensreise vorankommen kann", führte der Pfarrer noch aus.
Der Festgottesdienst, zu dem die Pfarrer Karola und Oliver Schürrle auch den Landtagsabgeordneten Walter Nussel, stellvertretenden Landrat Christian Pech, Bürgermeister German Hacker sowie Pastoralreferent Thomas Matzick von der katholischen Kirche begrüßen konnte, wurde von Gerald Fink an der Orgel und von der Kirchenband musikalisch umrahmt.
Dekan Peter Huschke und die Grußwortredner bedankten sich bei Armin Kübler, der in Herzogenaurach viel bewegt habe und dem insbesondere die Kinderbetreuung und die Jugendarbeit am Herzen lagen. Nach dem langen, zum Teil sehr unterhaltsamen Gottesdienst, bei dem auch geklatscht und gelacht wurde, hatten die Gläubigen bei einem Empfang im Foyer der Kirche die Möglichkeit, von Pfarrer Armin Küble zu verabschieden.




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