Höchstadt a. d. Aisch
Pfingstlager

Pfadfinder setzen auf Karte und Kompass statt Handy

Jungpfadfinder aus Tennenlohe ziehen auf ihrem Weg nach Aschbach durch Höchstadt.
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Die Jungpfadfinder aus Tennenlohe wählten ihre Route nach Aschbach über den Treibweg in Höchstadt.  Foto: Andreas Dorsch
Die Jungpfadfinder aus Tennenlohe wählten ihre Route nach Aschbach über den Treibweg in Höchstadt. Foto: Andreas Dorsch
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Es gibt sie noch, junge Menschen, die freiwillig einige Tage auf ihr Handy verzichten und sich stattdessen mit Karte und Kompass auf einen längeren Fußmarsch machen. Beispielsweise die Jungpfadfinder vom Stamm Tennenlohe der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, die am Montag durch Höchstadt zogen.

Mit dem Bus waren sie vom Erlanger Stadtteil bis nach Höchstadt-Süd gefahren, um von hier den Marsch zu starten, an dessen Ziel das Pfingstlager in Aschbach steht. Die Route hatten die 10- bis 13-Jährigen selbst ausgetüftelt. "Unser Plan ist es, bis Aschbach durchzulaufen", sagt der 11-jährige Marvin, der mit der Karte in der Hand vorausgeht.

Notfalls unter freiem Himmel

In Höchstadt den Treibweg hoch, wird erst mal Wachenroth anvisiert. "Wenn wir es heute nicht bis Aschbach schaffen, übernachten wir bei einem Bauern oder in freier Wildbahn", sind sich Marvin und seine Jungpfadfinder-Kollegen einig. Ihre erwachsenen Begleiter lassen die jungen Pfadfinder machen und Verantwortung übernehmen.

Fürs Übernachten unter freiem Himmel sind die Jungpfadfinder gerüstet. In ihren Rucksäcken stecken neben Schlafsack und Isomatte auch Nudeln, Tomatensoße und Gurken. Betreuer Andreas geht aber davon aus, dass es soweit nicht kommt: "Bei einem Bauern finden wir immer eine Möglichkeit zum Schlafen."

Wer glaubt, dass Pfadfinder heute nicht mehr gefragt und aus der Zeit gefallen sind, muss sich eines Besseren belehren lassen. "Die Nachfrage ist da", sagt Betreuer Andreas, man habe nur zu wenig Leiter. Allein in Erlangen gebe es rund 600 Georgspfadfinder.

Teil der Weltpfadfinderbewegung

Im Erzbistum Bamberg ist die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg mit rund 1600 Mitgliedern in 26 Stämmen der größte Jugendverband, sie ist auch offizielles Mitglied der Weltpfadfinderbewegung.

In Höchstadt feiert der Stamm Hohestete der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg heuer 60-jähriges Bestehen. Mit dem Mina-Haus in der Kleinen Bauerngasse haben die Höchstadter Georgspfadfinder schon seit Jahren ein eigenes Domizil. Von Wölflingen (7 bis 10 Jahre, Gruppenstunde freitags von 17-18.30 Uhr), über Jungpfadfinder (10-13 Jahre, Gruppenstunde donnerstags von 18.30-20 Uhr), Pfadfinder (13 bis 16 Jahre, Gruppenstunde wird neu terminiert) bis zu den Rovern (16 bis 20 Jahre, Gruppenstunde donnerstags ab 20 Uhr) sind alle Altersgruppen vertreten.

Bereits seit zehn Jahren bei den Pfadfindern ist hier die inzwischen 17-jährige Anna Eckstein. Seit einem Jahr leitet sie mit Begeisterung die Wölflinge. Sie spielt und tobt mit den Jüngsten, schürt Lagerfeuer, backt Stockbrot, baut Zelte auf und macht mit ihren Schützlingen das, was diese auch gerne mal machen möchten.

Insgesamt zählen die Höchstadter Georgspfadfinder rund 50 Aktive. Im Stadtbild treten sie immer wieder in Erscheinung. Am kommenden Samstag, 22. Juni, laden sie einmal mehr die Bevölkerung zum großen Sonnwendfeuer am Sonnenstuhl. Beim Altstadtfest sind sie mit ihrem Biergarten am Schlossberg und im Kinderprogramm im Engelgarten vertreten. Am 21. September laden sie zum Tag der offenen Tür ins Mina-Haus.

Jubiläumslager bei Schweinbach

Zum Stammesjubiläum hatten die Georgspfadfinder übrigens jüngst ihr Pfingstlager nahe Schweinbach aufgeschlagen. An die 40 aktive und ehemalige Pfadfinder nahmen daran teil.

Pfadfinder gibt es in Höchstadt und Umgebung aber nicht nur unter dem Dach der katholischen Kirche. In den evangelischen Kirchengemeinden Höchstadt und Hemhofen sind ebenfalls Pfadfindergruppen recht aktiv. Sie gehören zum Verband christlicher Pfadfinder. Als interkonfessionell sieht sich der Deutsche Pfadfinderbund Mosaik, zu dem der Adelsdorfer Stamm Raubvögel gehört.

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