Herzogenaurach
Bürgermeisterkandidat

Peter Maier: Der grüne Spätzünder für Herzogenaurach

Peter Maier ist ein Neuling auf der politischen Bühne Herzogenaurachs. Die Grünen schicken ihn am 16. März ins Rennen. Große Chancen, die Wahl zu gewinnen, rechnet er sich nicht aus.
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Schafft 60 Stundenkilometer: Peter Maier (Grüne) in seinem Solarmobil. Das fährt er bereits seit 17 Jahren. Fotos: Sabine Herteux
Schafft 60 Stundenkilometer: Peter Maier (Grüne) in seinem Solarmobil. Das fährt er bereits seit 17 Jahren. Fotos: Sabine Herteux
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Maximal 60 Sachen. Mehr geht nicht. Und mehr braucht Peter Maier auch gar nicht. Auch wenn sein Solarmobil nicht zu den Schnellsten gehört, in 20 Minuten schafft er es damit auf die Arbeit. Von Niederndorf, wo er wohnt, bis zum Bauamt in Fürth. Gerade ist er nach Hause gekommen, parkt sein weißes Elektroauto fast geräuschlos vor die Haustür. Viel Platz braucht es nicht, aufgeladen wird es an der ganz normalen Haushaltssteckdose.

Der Bürgermeisterkandidat der Grünen fährt das Solarmobil bereits seit 17 Jahren. Kurz vor Weihnachten hat es sogar die 100 000-Kilometer-Marke überschritten. "Ich habe damit oft mehr Resonanz als jemand mit einem Lamborghini", muss Maier schmunzeln und wirft noch einmal einen Blick zurück auf seinen fahrbaren Untersatz.

Als Außenstehender könnte es einen fast wundern, dass der 63-Jährige erst letztes Jahr den Grünen beigetreten ist.
Denn der Kandidat verkörpert schon seit Jahrzehnten durch und durch ihre Themen. Seit über zehn Jahren ist er der Vorsitzende des Erlanger Solarmobilvereins - dem einzigen in ganz Nordbayern. "Wir waren bundesweit die Ersten", betont Maier stolz, der in seinem grünen Pulli und seiner beigen Cordhose inzwischen am großen Esstisch Platz genommen hat. Und nicht nur, dass er ein Solarmobil fährt, vor 15 Jahren hat er sogar eins gebaut: ein Rennmobil. "In der Urform ist es bei mir in der Garage entstanden", erzählt er. Seitdem ist es schon zig Rallyes gefahren, in Australien, der Schweiz, Monaco oder Italien. 1991 schaffte das Mobil sogar den Weltrekord. "Mit 136 Stundenkilometern", strahlt Meier über beide Ohren.

Seiner Zeit voraus

Sein Beruf als Diplom-Ingenieur für Architektur kam ihm dabei entgegen. Auch sein Haus in Niederndorf hat er selbst entworfen und gebaut. "Durch den Beruf sieht man die Dinge vorausschauend. Ich bin meiner Zeit voraus. Ich habe schon immer versucht, neue Ideen zu entwickeln", erklärt Maier. Seine neueste Idee: Bürgermeister werden. Schon öfter wurde er angesprochen, ob er nicht kandidieren will, zögerte aber zunächst immer. Kurz vor Weihnachten hat er sich dann doch dazu entschlossen. Seiner Frau Ute erzählte er erst danach davon. "Die Grünen hatten keinen Kandidaten. Da wollte ich sie unterstützen. Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe."
Öffentliche Auftritte sind aber nicht ganz Maiers Metier. Das gibt er offen zu. Auch, wenn er sich inzwischen sicherer fühlt. Doch er macht sich nicht verrückt. Bürgermeister zu werden, ist zwar sein Ziel, doch er sieht das Ganze realistisch: "Hacker macht seine Sache gut." Kämpferisch gibt sich der Grüne trotzdem: "Ich hätte kein Problem damit, einzuspringen. Ich muss auch auf der Arbeit Projekte durchziehen und zum Ziel bringen." Doch ob er nun Bürgermeister wird oder nicht, eins streben die Grünen auf jeden Fall an: drei Sitze im Stadtrat. "Wir haben acht Kandidaten unter 30. Ich finde es wichtig, dass auch die Jugend neue Ideen einbringen kann", sagt Maier.

Und einbringen möchte er sich auch. Zum Beispiel beim Thema Rathaus. Hier kommt auch gleich wieder der Architekt in ihm durch: "Ob Neubau oder Sanierung, das kommt auf die Bausubstanz an und ob die Raumaufteilung dem aktuellen Stand entspricht", erläutert Maier. Er hält beides für möglich. "Aber man müsste eben die Pläne kennen und sich hineinarbeiten."

Das jetzige Vereinshaus könnte er sich in Form einer Stadthalle an einem neuen Standort vorstellen - raus aus dem Wohngebiet, aber nicht zu weit weg. "Vielleicht könnte man das schon im Zusammenhang mit der Stadt-Umland-Bahn planen." Auf der Fläche des Vereinshauses Einzelhandel unterzubringen, davon hält Maier nicht so viel: "Dafür ist es zu abseits. Der Einzelhandel sollte direkt in der Innenstadt bleiben."

Fahrräder bei den Outlets

Damit dorthin noch mehr Leute zum Bummeln kommen, würde er am Gelände der Outlets von Puma und Adidas Fahrräder anbieten wollen, mit denen man ins Zentrum fahren kann. "Vielleicht gibt es zukünftig auch Elektrotaxis", überlegt der Vater von vier Kindern. Rebecca ist 17, Jonathan 21, Lukas 23 und Anne 25 Jahre alt. Mit ihnen und seiner Frau verbringt er seine Zeit, wenn er mit seinem Solarmobil nach Hause kommt, am liebsten. Gerne auch bei einem gemeinsamen Familienausflug im Caddy. Zu sechst passen die Maiers nämlich nicht ganz ins Solarmobil. Das bleibt dann einfach mal stehen. Und tankt neue Energie an der Steckdose.

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