Höchstadt a. d. Aisch
Kreiskrankenhaus

Patientenwohl im Höchstadter Krankenhaus an erster Stelle

1,8 Millionen Defizit in St. Anna: Für die Kreisräte im Landkreis Erlangen-Höchstadt steht der wirtschaftliche Aspekt nicht im Vordergrund.
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Schwester Heike Baum hat auf der neuen Intensivstation am Höchstadter Krankenhaus ideale Arbeitsbedingungen. Foto: Andreas Dorsch
Schwester Heike Baum hat auf der neuen Intensivstation am Höchstadter Krankenhaus ideale Arbeitsbedingungen. Foto: Andreas Dorsch

Wer am Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt die alte Intensivstation kannte und nun die neu eröffnete betritt, fühlt sich wie in einer anderen Welt. Modernste Technik und viel Platz. In verschiedenen Räumen gibt es jetzt sechs Intensivplätze, dazu einen Aufwachraum mit vier Betten. Obwohl deutlich größer, ist die Station schon fast komplett belegt.

Die Intensivstation ist eine von mehreren Maßnahmen der seit 2017 laufenden, über 17 Millionen Euro kostenden Strukturverbesserung am Kreiskrankenhaus. "Die Intensivstation hat sich gelohnt", stellte Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses fest, als der Wirtschaftsplan des Krankenhauses für 2019 einstimmig abgesegnet wurde.

Der Plan für 2019 geht von einem Zuschussbedarf des Kreises von 1,8 Millionen Euro aus. "Nicht erfreulich, aber weniger als 2017 und 2018", sagte Tritthart. Von schwarzen Zahlen in einem kleinen Krankenhaus könne man sich ohnehin verabschieden. 2017 bis 2019 seien durch die Bauarbeiten schwierige Jahre für das Krankenhaus, wenn aber alles wie geplant läuft, werde das wirtschaftliche Ergebnis ab 2020 wieder besser.

Für Sprecher aller Fraktionen waren die 1,8 Millionen Defizit kein Thema. Hans Lang (CSU) betonte, die medizinische Versorgung mit dem Krankenhaus in Höchstadt müsse gehalten werden, dabei stehe der wirtschaftliche Aspekt nicht im Vordergrund. Für Lang stehe das Haus gut da, eine schwarze Null werde es nie schreiben. Mit einem Bekenntnis zum Krankenhaus gebe man auch dem Personal ein gutes Zeichen.

Ludwig Wahl (FW) äußerte "große Achtung davor, was der Kreis macht, um den kleinen Standort zu erhalten". Der wirtschaftliche Aspekt dürfe hier nicht im Vordergrund stehen, meinte auch der Röttenbacher Bürgermeister. Es könne auch eine Chance sein, ein so kleines Haus mit 80 Betten zu haben, sagte Martina Stamm-Fibich (SPD). Hier gebe es noch ein familiäres Umfeld, das große Kliniken schon verloren haben.

Gerald Brehm (FW) sieht finanziell für die Zukunft ein "verträgliches, dauerhaftes Ergebnis". Da der Raum Höchstadt Wachstumsregion sei, steige auch die Zahl potenzieller Patienten. Brehm appelliert an die Bevölkerung, das Krankenhaus anzunehmen. Franz Rabl (CSU) dankte in der Sitzung allen Kreisräten, die nicht aus dem Raum Höchstadt kommen, für ihre Solidarität, das Krankenhaus zu unterstützen.

Noch nicht "Universitätsstadt"

Landrat Tritthart schilderte in seiner Rede zum Haushaltsplan die aktuelle Situation im Haus. So sei der Neubauteil nahezu fertig, 2019 gehe es mit der Umgestaltung im Bestand weiter. Die Endoskopieabteilung sei mit dem besten Endoskop am Markt ausgestattet, die Operationsmöglichkeiten für die universitäre Chirurgie wurden erweitert.

In der Unfallchirurgie und Orthopädie ist St. Anna bereits Kooperationskrankenhaus der Uniklinik Erlangen, die Bereiche Allgemein- und Bauchchirurgie sollen folgen. Wer von Universitätsärzten nach deren Standards behandelt werden will, brauche nicht mehr bis Erlangen zu fahren, sagte Tritthart. Nur stehe bisher am Ortsschild von Höchstadt noch nicht "Universitätsstadt".

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