Höchstadt a. d. Aisch
Feiertag

Osternacht in der Höchstadter Stadtpfarrkirche: Ein Feuer, das Hoffnung bringt

Viele Gläubige versammelten sich in der Osternacht in der Höchstadter Stadtpfarrkirche, um die Auferstehung Christi zu feiern. In seiner "Flammenrede" ging Dekan Kilian Kemmer auch auf die Missbrauchsskandale der Kirche ein.
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Höchstadts Dekan Kilian Kemmer segnete in der Osternacht das Osterfeuer, das Hoffnung und Zuversicht in die Welt tragen soll. Foto: Peter Schramm
Höchstadts Dekan Kilian Kemmer segnete in der Osternacht das Osterfeuer, das Hoffnung und Zuversicht in die Welt tragen soll. Foto: Peter Schramm

Um das Osterfeuer, das von den Pfadfindern entfacht wurde, versammelten sich in der Osternacht auf dem Höchstadter Kirchplatz nur eine Handvoll Menschen. Denn in der dunklen Stadtpfarrkirche mussten die Gläubigen bereits 20 Minuten vor Beginn der Osternacht Glück haben, noch einen Platz zu bekommen. Dies stellte für die Verantwortlichen der St. Georgspfarrei eine Überraschung dar, erfreuten sich doch bereits die Gottesdienste an Gründonnerstag und die fünf liturgischen Feiern an Karfreitag großer Beteiligung.

Viele Helfer in der Osternacht

Viele Helfer sorgten dafür, dass die Auferstehung Christi in einem würdigen Rahmen gefeiert wurde: Der Choralgesang der Männerschola unter der Leitung von Kathrin Heinz-Karg, die Gitarrenvirtuosin Ulrike Polifke, die Weisen des Bamberger Bläserensembles TaBrassKo unter der Leitung von Florian Kager, das Orgelspiel von Reinhard Döring, die Melodie des feierlichen Osterlobes, vorgetragen von Pfarrvikar Dominik Syga, die Ministranten- und Lektorenschar, das vom Mesnerteam zu einem Festsaal geschmückte Gotteshaus und natürlich die Osterpredigt von Dekan Kilian Kemmer.

Besonders die Anwesenheit der Feuerwehrleute beruhigte die Besucher angesichts der vielen brennenden Kerzen. Nach dem Gottesdienst gab es die Möglichkeit zur Begegnung im Pfarrsaal zur Osteragape, die der Festausschuss des Pfarrgemeinderates unter der Leitung von Georg Franz vorbereitete. Alles in allem war es ein großes Gesamtbild für eine österliche Feier, die mit allen Sinnen anspricht und begeistert.

In seiner Ansprache griff Dekan Kilian Kemmer das Bild von der brennenden Notre-Dame Kathedrale in Paris auf und sprach über die Betroffenheit der Menschen. So stellte Kemmer in der Predigt die Frage, ob die Kirche erst brennen muss, bevor sich Menschen dankbar an sie erinnern und was man der Kirche alles zu verdanken hat. Doch: "In der Kirche brennt es schon lange", meinte Kemmer angesichts der "verbrecherischen Missbrauchsskandale".

Das Feuer innerhalb der Kirche wurde nicht wie bei einem Attentat von außen gelegt, sondern kam aus dem Inneren der Kirche selbst. Überall da, wo man Fehlentwicklungen innerhalb einer Kultur oder Gesellschaft als kompatibel mit der christlichen Botschaft erachtete, begann ein neuer Brand. Für Kemmer stellte in seiner "Flammenrede" das Spiel mit dem Feuer der Osternacht neue Hoffnung und Zuversicht dar.

Wer neu entdeckt, dass er seit der eigenen Taufe Feuer und Flamme für Christus und seine Kirche sein darf, werde Licht und Wärme gegen alle Dunkelheit und Kälte, gegen Schuld und Sünde verbreiten. Nur wenn alle das Licht ihrer Taufkerze in Erinnerung behalten, kann es "heller und können zerstörerische Feuerkatastrophen in der Kirche vermieden werden." LM

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