Höchstadt a. d. Aisch
Interview

Orgeltour durch Höchstadt mit Florian Engelhardt

Ein "ökumenisches Konzerterlebnis" verspricht Florian Engelhardt mit der ersten Orgeltour am Samstag, 20. Juli. Der Musiker ist ein gebürtiger Höchstadter.
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Der studierte Kirchenmusiker Florian Engelhardt lädt zur ersten Orgeltour nach Höchstadt ein.  Foto: p
Der studierte Kirchenmusiker Florian Engelhardt lädt zur ersten Orgeltour nach Höchstadt ein. Foto: p

So etwas gab es in Höchstadt noch nicht: eine Orgeltour. Ein Bus bringt die Zuhörer vom Parkplatz Aischwiese zunächst zum Orgelkonzert in die Christuskirche, dann zum nächsten Konzert in die St.-Georgs-Kirche. Danach geht es zurück zum Treffpunkt auf den Aischwiesen. Hinter dieser Idee steckt Florian Engelhardt. Er hat dem FT im Vorfeld ein paar Fragen beantwortet.

Herr Engelhardt, wer sind Sie eigentlich? Woher kommen Sie, wo leben Sie, wie ist Ihr beruflicher Weg?

Florian Engelhardt: Meine ersten 19 Lebensjahre verbrachte ich in Höchstadt/Aisch. Dort besuchte ich das Gymnasium und sonntags meist die Christuskirche, wo mich das Orgelspiel von Klaus-Dieter Stolper regelmäßig begeisterte. In Bayreuth und Freiburg/Breisgau studierte ich Kirchenmusik mit den Hauptfächern Orgelspiel und Dirigieren. Parallel zu meinen ersten Anstellungen als Kantor studierte ich noch in Basel Gesang und in Zürich und Leipzig Orchesterleitung. In meinem 50. Lebensjahr wohne ich heute in der Nähe von Basel und arbeite als freiberuflicher Organist, Chorleiter und Konzertsänger.

Wie kamen Sie auf die Idee mit der Orgeltour?

Mein Wunsch war es, Menschen in das Orgelkonzert zu bringen, die normalerweise nicht dorthin gehen. Nun trifft es sich so, dass wir an ebendiesem 20. Juli in Höchstadt unser 30-jähriges Abitur-Jubiläum feiern. So möchte ich zum einen meine ehemaligen Mitschüler mit meiner Kunst erfreuen. Gleichzeitig kommen einige meiner Freunde aus Basel anlässlich der Orgeltour nach Höchstadt, und schließlich gibt es in Höchstadt selbst viele liebe Menschen, die mich noch von früher kennen. Ihnen allen möchte ich einfach alles zeigen und schenken, was Höchstadt an Orgelklängen zu bieten hat.

Was erwartet die Teilnehmer der Orgeltour? Haben Sie sich musikalische Schwerpunkte gesetzt?

Während der kurzen Busfahrten werde ich die Teilnehmer begrüßen und in die zu erwartenden Musikstücke einführen. Entsprechend den sehr unterschiedlichen klanglichen Charakteren der beiden Orgeln habe ich für die Christuskirche Musik aus der Barockzeit (1650-1750) und für die St. Georgs-Kirche Musik aus der Romantik und frühen Moderne (1800-1950) ausgewählt.

Haben Sie schon einmal auf den Orgeln in der Christuskirche und in der Pfarrkirche St. Georg gespielt? Die Christuskirche war von 1983 bis 1990 der Ort, wo ich die Grundlagen des Orgelspiels erlernte, regelmäßig üben konnte und dann auch regelmäßig bei Gottesdiensten und Kasualien (Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen) spielte. Das war noch auf der alten Orgel, die in ihren Möglichkeiten sehr beschränkt und nicht sehr inspirierend war. In den letzten Jahren durfte ich immer, wenn ich meine Ferien teilweise in Höchstadt verbrachte, auf der neuen Schuke-Orgel in der Christuskirche üben. Einmal kam ich und wollte üben, es fand aber gerade ein Schulgottesdienst statt mit dem heutigen Hauptorganisten Gabriel Konjaev an der Orgel. Der Gottesdienst dauerte lang und länger, und Gabriel musste dringend zu einem anderen Termin. So tauschten wir schnell den Platz auf der Orgelbank, und außer einem sehr erstaunten Blick von Pfarrer Schäfer hat niemand in der Kirche etwas bemerkt. Vor 30 Jahren war die konfessionelle Trennung von evangelisch und katholisch noch sehr stark. So kam ich damals gar nicht auf die Idee, fürs Spiel an der Orgel der Pfarrkirche St. Georg auch nur anzuklopfen. Das gehörte sich nicht. Heute ist das ganz anders - Gott sei Dank! Hier sieht man, dass die Menschheit in manchen Dingen schon auf einem sehr guten Weg ist hin zu mehr Miteinander und Gemeinschaft.

Was ist, wenn die Kapazität des Busses von 50 Personen nicht ausreicht?

Dann bitte ich darum, dass sich zusätzlich private Fahrgemeinschaften bilden.

Wenn diese musikalische Tour bei den Zuhörern ankommt, darf man dann mit einer Wiederholung rechnen?

Da spricht sicher nichts dagegen. Vielleicht entwickelt sich das "Modell Orgeltour" auch selbstständig weiter. Höchstadt verfügt ja selbst über mehrere hervorragende Organisten. Oft ist viel mehr möglich, als wir glauben ... Die Fragen stellte Waltraud Enkert.

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