Oberreichenbach
Kerwa

Oberreichenbach feiert Kerwa erstmals auch mit Gottesdienst

Die Kirchweih in Oberreichenbach wurde erstmals mit einem Gottesdienst eröffnet. Außerdem gibt es eine Ausstellung in der "Alten Schule".
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Mit einem gut besuchten Kirchweihgottesdienst und dem anschließenden Anstich durch Bürgermeister Klaus Hacker wurde die Kirchweih eröffnet. Fotos: Richard Sänger
Mit einem gut besuchten Kirchweihgottesdienst und dem anschließenden Anstich durch Bürgermeister Klaus Hacker wurde die Kirchweih eröffnet. Fotos: Richard Sänger
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Pfarrer Peter Söder freute sich über den gut besuchten Gottesdienst, der wegen der Witterung ins Kircheninnere verlegt wurde.

Zu Beginn erklärte Söder, dass eine Kerwa zweierlei bedeute: Die Dorfgemeinschaft feiert ein fröhliches Fest und die Ortsburschen lassen traditionelle Bräuche aufleben. Aber eine Kirchweih soll auch an den Ursprung erinnern, nämlich an die Weihe der Kirche.

Mit dem Einzug der Reformation und noch vor der Auflösung des Klosters Münchaurach kam die Oberreichenbacher Kirche 1528 zum evangelischen Aufsichtsbezirk Baiersdorf. Zwei Jahre später erhielten die Gläubigen in Münchaurach und Oberreichenbach mit Pankraz Neudörfer ihren ersten evangelischen Geistlichen. Die St. Egidien-Kirche stammt, wie die Münchauracher Pfarrkirche, aus längst vergangenen Tagen, was den ältesten Eintragungen in den Münchauracher Pfarrbüchern zu entnehmen ist. Allerdings sind genaue Jahresangaben zum Bau und der Kirchengeschichte nicht vorhanden. Erst im Jahr 1734 ist zu lesen, dass es einen Erweiterungsbau gab und die Größe der Kirche samt Turm wurde in den Büchern vermerkt.

Eng mit der Kirche verbunden ist das benachbarte Gemeindehaus, das in späteren Jahren die Schule beherbergte und als Wohnhaus diente.

Zusammen mit der Kirchweih konnte Oberreichenbach auch den 300. Geburtstag der "Alten Schule" feiern. Dazu hatten die Initiatorinnen Inge Amm und Waltraud Frohring sowie Sandra Berlacher eine interessante Ausstellung mit alten Fotos, Zeitungsartikel, Büchertaschen und weiteren sehenswerten Gegenständen zusammengetragen. Die Ausstellung konnte am Kirchweihwochenende besucht werden.

Ortskern wird zu Feiermeile

Das Kirchweihgeschehen spielte sich in den beiden Gasthöfen in der Ortsmitte und natürlich am Festplatz ab. Zum Kerwaswochenende wird jedes Jahr der Ortskern zu einer Feiermeile umgestaltet.Den Ortsmittelpunkt beherrschen dann diverse Buden, eine Schiffschaukel und ein temporäres Vereinsheim für die Kerwasmadli und -burschen, das unter anderem zum Überwachen des Kerwasbaums dient. Denn das Schmuckstück soll die Festzeit natürlich unbeschadet überstehen.

Am Samstagnachmittag wurden unter musikalischer Begleitung gleich zwei Kirchweihbäume ins Dorf geholt, denn traditionell stellt in Obereichenbach der Nachwuchs einen eigenen Baum auf. Der Baum der Ortsburschen und -madli mit seinen 27 Metern wurde von Wini Czech mit einem Eicher-Oldtimer eingeholt. Für den Nachwuchs war zusätzlich ein elf Meter langer Baum aus dem Wald geholt worden.

Am Sonntag nahm die Jugend dann das Ortsgeschehen aufs Korn und der heutige Montag beginnt mit einem Frühschoppen im Brauereigasthaus Geyer, bei dem der "Quetsch'n Klaus" für Stimmung sorgen wird. Mit dem Betz'n raustanzen in der Ortsmitte wird dann das Ende der diesjährigen Kirchweih eingeläutet.



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