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Höchstadt a. d. Aisch
Pause

NRW eröffnet die Hochsaison auf den Autohöfen im Kreis Erlangen-Höchstadt

Nicht nur in den bayerischen Sommerferien herrscht in den Raststätten rund um die Autobahn viel Betrieb. Auch Lara Isabell Wegener, die im Service des Restaurants am Autohof Burghaslach arbeitet, kennt den Stress mit den vielen Urlaubern.
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Lara Isabell Wegener Fotos: Jennifer Hauser, dpa Montage: Klaus Heim
Lara Isabell Wegener Fotos: Jennifer Hauser, dpa Montage: Klaus Heim
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Autos und Lastkraftwagen kommen an, tanken, fahren weiter. Wohnmobile parken, Menschen steigen aus, machen Rast. Dafür sind sie da: die Raststätten und Autohöfe entlang unserer Autobahnen.

Auch Gabriele Kranz, Betriebsleiterin bei Kempes Autohof in Burghaslach, und ihr Team von 28 Festangestellten und vier Schülerkräften arbeiten im Sommer und das sogar fast rund um die Uhr. "Bei uns wird im Schichtdienst gearbeitet", erklärt Kranz. "Wir müssen immer flexibel sein, weil man sehr schlecht voraussehen kann, wie viel los ist." Dabei bauen ihre Angestellten im Sommer oft Stunden auf, die dann im Winter wieder abgebaut werden können.

"Die Hochsaison beginnt bei uns, wenn die Ferien in NRW und Holland beginnen", sagt Kranz. "Denn die fahren hier vorbei. Die bayerischen Urlauber machen selten noch in ihrem Bundesland Rast." Trotzdem ist es sehr schwer, das Personal richtig einzuteilen, denn der Verkehr entscheidet, wie viele Leute benötigt werden. Das merkt auch Tino Fischer, Pächter der Aral-Tankstelle bei der Autobahnabfahrt Höchstadt-Ost. "Durch die Baustelle am Autobahnkreuz staut es sich oft bis zu uns, das merken wir dann stark am Umsatz", sagt er. Zwischen 800 und 1500 Kunden gehen bei ihm pro Tag ein und aus. "Das ist nicht abhängig vom Wochentag, sondern hauptsächlich vom Verkehr", sagt Fischer, "aber natürlich ist es in der Ferienzeit besonders viel.

Kaffee trotz heißen Temperaturen

Mit rund 600 tankenden und 300 essenden Gästen am Wochenende ist der seit 13 Jahren be stehende Autohof in Burghaslach gut ausgelastet. "Erstaunlicherweise verkaufen wir trotz dem Wetter viel Kaffee", sagt Kranz. Aber auch andere Getränke und Eis sind der Renner im Tank-Shop. Dies bestätigt auch Fischer für seinen Betrieb: "Tankstellen sind eben nicht für große Einkäufe, sondern für die Verpflegung während einer längeren Fahrt da." Und ab und zu gibt es auch kuriose Begegnungen am Rastplatz. "Einmal hat einer seinen Gebetsteppich ausgerollt und angefangen zu beten", erinnert sich Kranz. "Da sind dann andere Leute hin und haben gefragt, ob es ihm gut geht und was er da macht." Von besonderen Gästen weiß auch Fischer zu berichten. Manchmal wird es eben auch brenzlig, zum Beispiel erst kürzlich, als mehrere Männer sich die Füße im Waschbecken gewaschen haben. Als er sie dann gebeten hat, dies zu unterlassen, haben sie im Schläge angedroht. "Grundsätzlich ist es hier aber friedlich", sagt er.

Beide Autohof-Chefs können von Stammgästen berichten. "Viele sind einfach auf der Durchreise, aber wir haben auch Stammgäste wie Lkw-Fahrer oder ältere Leute, die regelmäßiger hier sind", sagt Kranz. Besonders die älteren Leute, die dann meist zwei oder drei Mal im Jahr aus Norddeutschland hier Halt machen, plaudern dann auch gerne mit der Betriebsleiterin.

Sauberkeit ist wichtig

Einer der Lkw-Fahrer, der regelmäßig in Höchstadt-Ost hält, verrät auch, warum er dort hält: "Das Bier ist kühl, die Sanitäranlagen sauber, und seit hier umgebaut wurde, ist es noch gemütlicher." Die Entwicklung am Autohof freut auch Fischer. "Unser Umbau hat sich wirklich gelohnt, wir können den Rastenden nun eine besser Pause bieten", findet er. Außerdem sieht er auch das Angebot an Outlets und Restaurants im Gewerbegebiet Gremsdorf als Gewinn für seine Tankstelle.

Die Bäckerei Burkhard, die eine große Filiale direkt gegenüber der Tankstelle hat, merkt den Ansturm in der Ferienzeit. "Wir merken es sofort, wenn Stau auf der Autobahn ist. Dann werden wir regelrecht überrannt", sagt Filialleiterin Alexandra Helm, "dann werden die Wartezeiten auch länger, aber sowas kann man einfach nicht planen". Besonders viele Holländer sind ihr in den letzten Tagen aufgefallen. Sprachlich gab es aber keine Probleme: "Das sind oft große Familien, und eigentlich kann immer einer Deutsch oder Englisch."

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