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Höchstadt
Verkehrssicherheit

Neue Markierungen: Höchstadter Radler rätseln

Nicht nur die Höchstadter Seniorenradler rätseln über neue weiße Markierungen auf neuen Geh- und Radwegen. Der Behindertenbeauftragte klärt auf: Sie weisen Blinden den Weg.
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An den Fußsohlen spürt man die Bodenindikatoren, die Blinden den Weg weisen. Foto: Andreas Dorsch
An den Fußsohlen spürt man die Bodenindikatoren, die Blinden den Weg weisen. Foto: Andreas Dorsch
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"Ja, das sind bestimmt die Haltelinien für die Radler", sagte am Freitag ein ehemaliger Höchstadter Polizeibeamter, der durchs Gewerbegebiet Aischpark radelte und an der Kreuzung des Medbacher Weges mit der Straße von Gremsdorf zum Freibad über die kürzlich eingelassenen Markierungen spekulierte. "Falsch", klärte ihn Behindertenbeauftragter Manfred Müller auf, "das sind Aufmerksamkeitsfelder, die Blinden den Weg weisen".

Profis auf den Radwegen um Höchstadt sind die Seniorenradler. Deren Cheforganisator Eduard Amtmann und Radler-Kollegen Manfred Dorn sind die weißen Markierungen natürlich auch schon aufgefallen. Auch sie ließen sich gestern ihre genaue Bedeutung ebenso erklären wie eine Gruppe Erlanger Radler auf dem Weg nach Volkach.

Die in den Asphalt eingelassenen Teile seien kein Spaß, meinte Müller.
Vielmehr seien die Kommunen laut einer EU-Verordnung verpflichtet, bei Neubauten von Rad- und Gehwegen solche "farblich kontrastierende Bodenindikatoren" einzubauen.

Da gibt es Platten mit Rippen und Platten mit Noppen. Wenn sehbehinderte Menschen mit ihrem Blindenführstock oder auch ihren Füßen auf eine solche Platte stoßen, wissen sie, dass sie jetzt vor einer Straße stehen. An der Lage der Rippen können sie sogar ausmachen, in welcher Laufrichtung es weiter geht.

Zweifel der Radler, ob sich denn überhaupt einmal ein Blinder in das Gewerbegebiet verirren könnte, zerstreute der Behindertenbeauftragte. Auch Menschen mit Sehschwächen würden durchaus spazieren gehen und seien in der Regel in der Erkennung der Aufmerksamkeitsfelder geschult. "Wer sich hier auskennt, spaziert auch mal nach Medbach", meinte Manfred Müller. Zudem würden Menschen heute immer älter und sehen auch schlechter.

Noch nicht zu dieser Kategorie gehören die Höchstadter Seniorenradler von Eduard Amtmann. Jeden zweiten Mittwoch gehen sie gemeinsam auf Tour - und es werden immer mehr. "Mit 30 bis 40 Radlern sind wir mittlerweile unterwegs", sagt Amtmann. Der inzwischen schon über 80-Jährige führt die Gruppe an und gibt ein Tempo von 14 bis 15 Stundenkilometern vor. Amtmann macht dies noch ohne elektrische Unterstützung, aber die Hälfte der Mitfahrer sitzt bereits auf einem E-Bike.

Nur kleine Rempler

Sicherheit wird bei den Seniorenradlern groß geschrieben. Etwa drei Viertel fahren mit Helm. Bei der Routenplanung versucht der Organisator, Straßen möglichst zu meiden, was meist auch gelingt. Größere Unfälle hat es noch nicht gegeben. Weil das Tempo so moderat gewählt wird, dass sich die auf den Radwegen nebeneinander fahrenden Leute noch unterhalten können, kommt es aus Unachtsamkeit schon mal zu einem Rempler.

Mit einer leuchtend gelben Warnweste bekleidet fährt Eduard Amtmann voraus, legt alle zehn Kilometer eine Pause ein und wartet nach einem Berg, bis alle wieder beisammen sind. Auch am Ende der Gruppe fährt ein Radler mit Warnweste. Am liebsten wäre ihm, wenn alle Seniorenradler auf ihren Touren Warnwesten tragen würden. "Aber ich kann sie nicht zwingen," sagt er.

Wo geht es weiter?

Mit dem Radwegenetz um Höchstadt ist Amtman zufrieden: "Wer sich auskennt, braucht nicht auf der Straße zu fahren." Kleine Verbesserungsvorschläge haben er und sein Kollege Dorn aber doch. So sollte der zwischen Adelsdorf und Aisch unweit des Aischer Sportplatzes die Straße kreuzende Radweg unter der Flutbrücke durchgeführt werden.

In Höchstadt könnte man für fremde Radler die Beschilderung verbessern. Immer wieder treffe man Radler am Stadtrand, die nicht wissen, wo es weiter geht. Hier könnten schon kleine einfach Pfeile helfen, meint Eduard Amtmann.

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