Herzogenaurach
Sommerkirchweih

Neue Festwirtin: Gundi macht's am Heller-Keller

Es gibt eine neue Pächterin auf dem Heller-Keller: Adelgunde Baier aus Erlangen. Ein Porträt erinnert an den verstorbenen Vorgänger Georg Hager.
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Gundi Baier ist die neue Wirtin am Heller-Keller. Unser Foto zeigt sie mit Sohn Johannes (rechts), ihrem Lebensgefährten Bernd sowie Roland Güßregen (links), einem langjährigen Kellner.  Foto: Bernhard Panzer
Gundi Baier ist die neue Wirtin am Heller-Keller. Unser Foto zeigt sie mit Sohn Johannes (rechts), ihrem Lebensgefährten Bernd sowie Roland Güßregen (links), einem langjährigen Kellner. Foto: Bernhard Panzer
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Auf den ersten Blick ist alles wie es war. Die gleichen Kellner bringen die Maßen, die Inge nimmt an den Tischen das Essen auf. Auf dem Heller-Keller ist's wie jedes Jahr, und so soll's auch sein. Auf den zweiten Blick sieht der aufmerksame Gast dann aber auch ein paar neue Gesichter hinter der Schänke, vier neue Heller-Sonnenschirme fallen auf, und über dem Ausschank hängt ein Plakat mit dem Hinweis auf die Festwirtsfamilie Baier.
Und genau das ist neu ab diesem Jahr auf der Sommerkirchweih: Die Pächter haben gewechselt. Jetzt übernimmt diese Aufgabe Adelgunde "Gundi" Baier aus Erlangen, mit ihrem Sohn Johannes und ihrem Lebensgefährten Bernd Frank. Das wiederum ist dann allerdings auch nicht wirklich neu, denn Gundi und Bernd helfen schon seit mehreren Jahren auf dem Keller mit. Und mit der Familie Hager, so stellt die neue Pächterin fest, sei man schon lange befreundet.
Das bestätigt auch Karin Hager, die mit ihrer Familie schon 40 Jahre lang Wirt im Weihersbach gewesen war und sich nach der Kerwa 2017 zurückzog. Schon kurz, nachdem man 2001 vom Festzelt auf den Keller gewechselt ist, "haben die Beiden mitgeholfen", sagt Karin. "Wir haben gesehen, dass es sehr gut lief und seither waren sie jedes Jahr da." Und so war es für die langjährige Wirtin und Betreiberin des Auracher Hofs keine Frage, Adelgunde Baier als Nachfolgerin vorzuschlagen.


Wenn's passt...

Ihr Bruder Hans Heller, dem der Keller gehört, hört auf seine Schwester. "Die Karin hat die Adelgunde genannt, und dann ging alles sehr schnell", sagt der Brauereichef. Für ihn sei wichtig gewesen, dass das jemand übernimmt, der sich auskennt. Die "Neue" wusste schon, "wie es läuft", sagt Heller. Also habe man sich entschlossen, einen Test zu starten. "Wenn's für beide Seiten passt, geht's weiter", berichtet Heller. Und bis jetzt, so ergänzt er, "passt's gut".
Das sieht auch die Gundi so. Sie bringt gastronomische Erfahrung mit, hat unter anderem 20 Jahre lang die Brucker Kerwa gemacht und 15 Jahre in der Kunstmann-Bar auf dem Erlanger Berch gearbeitet. Und die letzten anderthalb Jahrzehnte betreute sie ja bereits die Schnapsbude auf dem Heller-Keller. Die Absprache mit Hans Heller bezeichnet sie als völlig unkompliziert. "Wie mach mer des denn?", habe sie wissen wollen. "Des mach mer wie immer", habe er gesagt. Ganz einfach, und schon ging's los.
Partner auf dem Keller ist neben ihrem Freund Bernd vor allem ihr Sohn Hannes. Der 31-Jährige - beruflich ist er Vertriebsdisponent bei einer Firma in Frauenaurach - organisiert den Ausschank, setzt dort seine Freunde mit ein. Alle haben große Freude an dem neuen Job.
"Ich hab den Keller mit Herzblut übernommen", erklärt Gundi im FT-Gespräch. Allein schon wegen der Verbundenheit zur Familie Hager. Sie wolle versuchen, den Keller in deren Sinne weiter zu führen. Und sie fügt noch eine wichtige Aussage hinzu: "Der Weihersbach gibt mir mehr als die Erlanger Bergkirchweih".
Einen Ehrenplatz im Schankkeller hat ein Portrait von Georg Hager, dem Ehemann von Karin. Er hat über die Jahrzehnte hinweg die Kerwa gelebt und war bis zu seinem frühen, überraschenden Tod vor fünf Jahren das Gesicht des Heller-Kellers. "Georg ist unser Schutzengel", sagt Adelgunde Baier. Dass er im Bild gegenwärtig bleibt, freut auch Karin Hager. "Es ist sein letztes Foto", sagt sie, entstanden am zweiten Kirchweihsonntag 2013. Es war Georgs letzter Kirchweihtag.
Karin denkt gern zurück an die gemeinsame Kirchweihzeit. Ihr Mann sei die ganze Zeit draußen gewesen im Weihersbach. Manchmal habe sie sich gefragt, "was macht der denn die ganze Zeit?" Nach seinem Tod, als sie viele Aufgaben übernehmen musste, habe sie dann gemerkt, was da an vielfältigen Aufgaben zu erledigen sind, sagt die Witwe.
Die Familie Hager führte zeitweise in drei Generationen den Keller. Georg wurde bis 2012 unterstützt von seinem Vater Ernst, der noch mit 83 Jahren der Seniorchef war. Und Sohn Dominik reiste jedes Jahr aus dem fernen Asien zur Sommerkirchweih nach Herzogenaurach, um zu helfen.
Auch ihn hatte Karin zunächst gefragt, ob er den Keller weiter machen wolle. Aber es sei ein Unterschied, ob man hilft oder sich um alles kümmern muss. Dominik lebt in Singapur und hat sich dagegen entschieden. Die Strecke ist schlicht zu weit.
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